(Luft)kalkputz oder Lehmputz möglich?

01.02.2013 Socko



Hallo Forenteilnehmer,

wir haben leider kein Fachwerkhaus suchen aber hier nach Sanierungsmöglichkeiten für unsere inneren Aussenwände.

Durch das Hauskonzept und auch die Vorbesitzer haben nicht gerade positiv auf die Trockenheit der Aussenwände gewirkt. Damit ergab sich nach 40 Jahren Nutzung reichlich Schimmel an den Aussenwänden. Wir haben nun alles an Altlasten entfernen lassen, die Wände wurden abgefräst und Peroxid behandelt.

Jetzt sollen die Wände wieder atmen und nicht mehr zugestellt werden.

Als Putz haben wir viel über Kalkputz gelesen. Dieser scheint sehr diffusionsoffen zu sein und "wirkt" fungizid, also das Mittel unserer Wahl. Möglicherweise gilt ähnliches auch für Lehmputz.

Wir suchen nun nach einer zuverlässigen Firma die Putzarbeiten bei uns ausführen kann. Gibt es da vielleicht gute Firmen im Raum Herne? Da wir nicht in der "Szene" sind frage ich hier im Forum.

Wer kennt Firmen die Putzarbeiten im Raum Herne nach den Regeln "der Kunst" machen und nicht wie "Bauhandwerker" doch nur einfach zu verarbeitende Fertigmischungen an die Wand werfen???

Bitte gebt uns mal gute Adressen. Danke.



Altlastenputzberatung



Hallo

… es kommt halt immer darauf an …

vom Prinzip her ist Luftkalk der bessere und edlere und meist teurere Putz, der auch ein bisschen mehr an handwerklichem Können und fachlicher Kompetenz beim ausführenden Handwerker verlangt.

Das IndustriepampenandieWandschmier-Handwerk rät natürlich ab und schreit: Luftkalk: geht nicht, zu kompliziert, igitt, gefährlich … etc.

und die Lehmbazler machen gerne Lehm, zu dem ich auch manchmal rate.

Jegliche alten Wände - vor allem wenn diese im EG sind und auch ab und an etwas Regen abbekommen - würde ich mit Luftkalk behandeln - mehrlagig und KalkKaseinanstrich - mehr nicht …

Informieren Sie sich bei www.solubel.de auf deren Seite … ich würde deren Putze nehmen oder ab OG und innen auch mit einem selbst angemachten Sand-Kalkhydrat Gemisch arbeiten …

man braucht für Beides Mut und Geschick und Können … aber wenn man bedenkt, dass bis ins letzte Jahrhundert (Anfang) jeder wirklich fast "ungebildete" Handwerker das Zeug Verarbeiten konnte (und das konnten die schon einige tausend Jahre) dürfte auch nur noch der "Intellekt" der Handwerker dem richtigen Arbeiten Können und Arbeiten im Wege stehen.

Es wird sich sicher jemand a oben finden, der das kann …

… und denken Sie an die Gesamtheit im Baubetrieb - Konzept und System!

Florian Kurz



Schimmel



Wenn Sie großflächiger Schimmelbildung festgestellt haben, sollten Sie vor der Sanierung feststellen, woher die starke Durchfeuchtung rührt, die Voraussetzung für die Schimmelbildung ist:

- schlecht gedämmte Aussenwände
- Wärmebrücken
- unzureichendes und/oder falsches Lüften. Zu hohe Luftfeuchtigkeit und Kondensatbildung, insbesondere hinter verdeckten Wandflächen (Vorhänge/Schränke/Vorsatzschalen)
- nicht ausreichende Temperierung der Räume
- möglicherweise auch aufsteigende Mauerwerksfeuchte im EG, im Sockelbereich außen vielleicht zusätzlich Spritzwasser- und Salzbelastung
- Dielenbodenkonstruktion über Erdreich und verdunstende Bodenfeuchtigkeit als zusätzlichen Feuchteeintrag in die Raumluft

Von Lehmputz ist bei Feuchtebelastung auch eher abzuraten.



Zusatzinfo



Danke für die ersten Hinweise. Die Feuchtebelastung, damit der Schimmel, kam durch Jahrzehnte der falschen Aufstellung von Möbeln und Verwendung von ungeeigneten Innenwandfarben (den Sche.. hätte einer sehen sollen). Die Wände konnten nicht atmen. Das kommt JETZT nicht mehr vor, zumindest wenn wir einen Fachbetrieb/handwerker für Kalk- oder auch Lehmputz finden.

Wer kennt die passende Firma?



In Herne, ...



... ist dafür Forumsmitglied Michael Waning die Referenz schlechthin.

Am besten besuchst Du auch gleich mal den Hof im schönen Hügelland hinterm Gysenbergwald Richtung Castrop bzw. Gerthe



Ich kenne keine Wand die "atmet", warum sollte sie auch!



Woher kommt das fragwürdige und falsche Märchen?
Auch der "beste" Kalk- Lehmputz ist ungeeignet auf feuchten und salz-belasteten Mauern.
Dem was Herr Pickartz geschrieben hat ist nur noch hinzuzufügen, dass man auf die Nutzung achten muss.
Wenn innen geheizt wird (Heizkörper oder Ofen- oder Fussbodenheizung) muss man auch darauf achten, dass die Wärme auch überall und auch zu jeder Zeit ausreichend ist.



(Luft)kalkputz oder Lehmputz möglich?



Vielleicht macht ja auch eine Wandheizung und drunter eine Holzfaserdämmung Sinn? Von den Märchen von den atmenden Wänden und der Dämmwirkung dicker Wände (hier nicht gebracht, OK) sollte man sich lösen, egal ob man mit klassischen Techniken arbeiten will oder nicht.

Vielleicht gibts bei Euch ja auch sowas wie bei uns die Altbautage wo man einschlägige Handwerker treffen kann