Bitte um Meinungen zum Konzept: WH mit leichter Innendämmung

21.03.2012



Hallo!

Ich habe die letzten Tage den Einsatz einer Wandheizung gedanklich durchgespielt und hätte gern ein paar Meinungen dazu. Wie immer spielen natürlich die Kosten eine wesentliche Rolle und deshalb soll möglichst auf fertige Produkte verzichtet werden.

Gegebenheiten:
Haus Bj. >1900 mit Ziegelmauerwerk im Obergeschoss
Wandaufbau Obergeschoss (I-->A): 3cm Kalkputz auf 24cm Ziegelmauerwerk. Außen 3cm Rauputz aus (wahrscheinlich) KalkZement

Beim entfernen der innen angebrachten Styropordämmung inklusive Kleber mußte der feine Kalkoberputz bereits dran glauben. Somit habe ich an den Außenwänden noch ca. 2,5cm groben Kalkputz auf dem Ziegelmauerwek. Die Innenwände wurden ebenfalls von 2-3cm Gipsputz befreit und das Fachwerk frei gelegt. Aber das nur am Rande..


Auslegung der WH / Wärmebedarf:
Bei einem ungedämmten Altbau geht man ja von einem Wärmebedarf von ca. 100W/m² aus. Bei der Vorlauftemperatur habe ich mit 35/40 Grad kalkuliert, da dies der gemessenen Temperatur entspricht, die wir mit unserem wassergeführten Ofen im Schnitt haben. Bei einer angenommenen Wärmeleistung der Wandheizfläche von ca. 100W/m² bräuchte ich somit ca. 25-30m² Wandheizfläche.
Da durch die geplante Innenwanddämmung eine Senkung des Wärmebedarfs zu erwarten ist, würde ich aktuell max. 20m² Wandheizfläche realisieren. Andere Meinungen?


Vorgehensweise/Aufbau:
1. 2,5cm Kalkputz innen abschlagen
2. 1cm Lehm/Kork Putz (selbst gemischt aus 0-4mm Korkgranulat plus Baulehm) vollflächig auftragen
3. 2cm Schilfrohrdämmplatten in den zuvor aufgebrachten Lehmunterputz "einkleben"
4. 16x2cm Aluverbundrohr mittels Klemmleisten auf die Wand aufbringen
5. Einputzen der Rohre bis Oberkante wieder mit LehmKorkputz
6. 5mm Lehmoberputz
7. Jute/Glasfasergewebe
8. 5mm Lehmoberputz

Das Problem an der ganzen Geschichte ist das schon die 6cm Dicke nur machbar sind wenn der alte Putz bis auf die Mauer abgeschlagen wird. Mehr ist einfach nicht drin ...Wenn ich mit dem u-Wert Rechner etwas spiele komme ich auf Werte von 0,8 - 1,0. Je nachdem was man für den Lehm/Korkputz Wärmeleitfähigkeitswert an setzt.

Generell würden mich auch Erfahrungen zum Thema Lehm/Kork interessieren. Scheint ja nicht so gängig zu sein... Allerdings werden ihm ja gute Dämmeigenschaften bei guter Wärmespeicherkapazität zugeschrieben ... Somit eigentlich keine schlechten Voraussetzungen für einen Einsatz mit einer Wandheizung oder?

Da Das Ganze erstmal ein Gedankenspiel ist, bin ich natürlich für Tips und Anregungen offen.


Gruss Oli



Hallo Olli,



ich würde die Schilfplatte gegegen eine Weichholzfaserplatte tauschen, die sich nicht nur durch eine bessere Wärmedämmung auszeichnet.

Der Kork im Lehm erhöht die Auftragsstärke und ich auch in der Verarbeitung nicht ohne.

Auch ist dieser Putz zur Umschließung der Wandheizung nicht geeignet da der Wärmeeintrag durch einen Leichtputz reduziert wird.

Grüße Gerd



Putze aus Korkgranulat und Lehm



werden je nach Rezeptur (Anteilverhältnis Kork : Lehm) gut bis sehr gut wärmedämmend; sind sls Unterputzlage unter den Wandheizungsrohren geeignet.
Keinesfalls dürfen mit Korklehmputz die WHZgs-Rohre einputzt werden.



Fehlt dem Leichtlehm die Speichermasse



oder warum sollte man ihm zum Verputzen der Heizungsrohre nicht verwenden? Wobei die meißten Hersteller ja in ihren fertigen Lehmmischungen für den Verputz der WH organische Zuschläge wie Stroh-/Holzhäcksel verwenden...Ist die beste Wahl also reiner Lehmputz mit Putzsand (1:2 - 1:4) ?

Beim Thema Holzfaserplatte, bzw. den Pendant aus Hanf oder Schilfgranulat, bin ich mir irgendwie nicht so im klaren drüber ob der Lehmputz dann auch wirklich hält. Preislich kommen die auch teurer wie die Schilfmatte im Lehmbett...

Gruss Oli



Bei einem ...



... ungedämmten Altbau, BJ. ca. 1900-1918, Ziegel-MW 24cm, geht man von einem spez. Heizenergiebedarf von 350 -270 kWh/m2a aus. Eine Wandheizung mit 35°-40° Vorlauftemperatur hat, je nach Produkt und Hersteller, eine Heizleistung von durchschnittlich ca. 85-200 W/m2, im Höchtfalle auch 320-420 W/m2a.

Zur exakten Dimensionierung Ihrer Heizung müssen Sie eine Heizlastberechnung für den sanierten Zustand durchführen und danach Ihre Heizungsanlage auslegen.


Eine recht komplizierte Sache ... Ich empfehle das "Handbuch der Gebäudetechnik", Band 2, Wolfram Pistohl. Oder eine Anfrage beim Heizungsinstallateur des Vertrauens.
Ein reines Gedankenspiel mit vermuteten Werten kann ggf. ziemlich teuer werden.



Die Strohfaser



im Lehmunterputz reduziert unwesentlich die Speichermasse, die Rohdichte hat dann immer noch 1500-1600kg/m³. Der Srohlehmputz läßt sich aber besser verarbeiten. Das Korkgranulat reduziert die Dichte des Putze und damit auch die Speicherfähigkeit, auch die Verarbeitung ist schwerer.

Die Weicholzfaserplatte ist teurer als Schilf, hat aber eine bessere Wärmedämmung und läßt sich besser verarbeiten.

Halten tut er der Lehmputz, wenn er richtig eingestellt ist, auf der richtigen Holzfaserplatte.

Grüße Gerd