Wieviel Lehm ist im Lehmputz ( welche Farbe hat der putz normal ?)

01.10.2007



Hallo Zusammen
Ich bin neu hier und habe ein paar Fragen ,vieleicht kann mir einer weiter helfen.Mein Mann und ich Restaurieren einen Resthof.An die Wände sollte ein Lehmputz.Den Putz den wier vom einem regionalem Anbieter bekommen haben sieht aus wie grauer Sand. Wir haben für einen Raum ca. 1 Woche gebraucht .Nach dem Trocknen sieht der Putz immer noch grau aus. Damit es schneller geht haben wir es mit einer Putzmaschine ZP3 versucht ,der Lehmhändler meinte der Putz ist maschinengängig. Das Problem ist jetzt , dass wir das Sand/Lehm gemisch kaum pastös bekommen damit er durch den Schlauch geht. Der Schlauch verstopft dauernd , weil ich glaube zu viel Sand in der Mischung ist .Gibt es
Vorschriften über Lehmanteile im Putz ? Wer weiß Rat.In 2 Wochen soll die Heizung verlegt werden , und wir kommen nicht weiter. Danke Ruzica





Guten Morgen ;-)

Die Farbe des Lehms hat nichts mit dem Lehmanteil zu tun. Es gibt regional gesehen die unterschiedlichsten Farben, von dunkel braun bis creme oder rot.
Fragen sie ihren Händler wie viel Lehm - zu Sandteilen in diesem Gemisch sind. in der Regel nimmt man 3 Teile Sand und 1 Teil Lehm, aber auch dieses kann regional sehr unterschiedlich sein. Vielleicht haben Sie den Putz zu dick angerührt. Wenn Sie den Lehm anrühren sollte er beim umrühren noch leicht schleimisch sein.
Den Schlauch vor dem Verputzen mit Lehmschlämme durchfeuchten.
Weiterhin viel Erfolg
stefan Dietrich



Guten Morgen, auch.



Auch im Stress und Ärger sollte die Kommunikation gesucht werden, und nicht gleich die Konfrontation. Lehm mit der Machine zu verputzen, braucht eben auch Erfahrung. Fragt doch euren Händler nach einem Erfahrenen in eurer Nähe, der euch einweist, auch wenn es ein paar Euro kostet. Schöne Grüße. Jürgen





Lehmputz wird aus Lehm und gehächselte Heu (nicht Stroh) hergestellt. Es ist am besten aufgetragen mit eine Holzkeller und dann mit die hände glatt gestrichen (gut für die hände). Nicht vergessen die Wolbung! Aber immer hinter die Holzbalkenkanten bleiben. Dann wird das Lehm mit Weißkalk (ganz dunn mit wasser gemischt) gestrichen, zwei oder drei mal. Das ist wie wir unsere Fachwerkhaus renovierte vor 15 Jahren und es sieht immer noch gut aus. Aber bitte nicht auf die Wetterseite - es hält nicht lang!!



Vieviel Lehm ist im Lehmputz



Lehm ist kein genormter Baustoff, sondern eine gemischkörnige Bodenart, bestehend aus Sand, Schluff und Ton, deren Zusammensetzung je nach Lagerstätte variiert.
Entscheidend ist also das Verhältnis von Tonmineralien zu Sand bzw. Schluff, davon hängt ab, ob und wieviel Sand zum Abmagern zugegeben wird.
Fette Lehme brauchen mehr, magere Lehme weniger Sand.
Das richtige Verhältnis kann man einfach selber herausfinden:
Ich mische ein wenig Lehm an und putze damit ein Probestück.
Fällt der Putz nach dem Trocknen in Schollen ab, bilden sich Risse bzw. klingt er hohl, ist er zu fett.
Reißt er, hängt aber fest am Unbtergrund, fehlt etwas Sand, ansonsten schon brauchbar.
Bröselt die Oberfläche beim darüberstreichen und ist der Putz zu weich, ist der Sandanteil zu hoch.
Ideal: feste Oberfläche, wenige, feine Risse, keine Hohlstellen.
Also, Probieren geht über Studieren!
Was mich verwundert, das ein anscheinend fertig gemischter Lehmputz solche Probleme bereitet.
Wenn die Mischung stimmt, dann liegt es an der Konsistenz oder an der Maschine.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Lehmputze nicht gleich Lehmputze



Lehmputze sind gleich Lehmputze!
Auch was die Maschinengängigkeit betrifft, gibt es sehr große Unterschiede.
Auch wir als Fachbetrieb hatten da schon so unsere Problemchen, die da ganz schön ins Geld und Eingemachte gingen.
Optisch Top-Material, verarbeitungstechnisch komplett zermürbend (Stopper, keine Homogenmität, Schneckentöter!).
Recherchen ergaben, daß das Material bei stehender Vibration der Maschine (also Maschine läuft, ohne zu pumpen!) sich entmischte und somit in der Schnecke zu enormen Verpressungen führte.
Nun kann man aber nicht einfach sagen, soviel Lehm zu soviel Sand und anderweitigen Beimengungen (geht schon, aber man ist ja zum Leistung arbeiten da und nicht zum herumdocktern, wenn's um Handwerkertermine geht!), sondern wir Verarbeiten stets Materialien von Großherstellern (Made in Clay, Emoton) und haben da bisher in keinster Weise Probleme bei Kunden gehabt.
Andere Lehmbaufachbetriebe in dieser Plattform nutzen andere Hersteller und sind da ebenfalls sehr gut zu Gange.
Die Farbe spielt da nur eine untergeordnete Rolle.
Wurde ja bereits darauf hingewiesen.

@M.Hurst
Lehmputze haben leider doch Strohhäcksel!!
Zumindest die Großanbieter machen das so!
Ihre Herangehensweise ist eine historische Lebensauffassung, doch da hat sich in den letzten Jahren wirklich sehr viel nach vorn entwickelt.
Lehmbaustoffe sind fast schon High-Tec-Materialien geworden, doch trotzdem einfach zu verarbeiten, wenn man handwerkliche Geschicke und Werkzeuge gut miteinander verbindet und beherrscht.

Zu näheren Unterstützungen stehen wir Ihnen gern parat.
Kontaktieren Sie uns doch einfach, um Ihnen weiterhelfen zu können.

Fachliche Grüße

Udo Mühle



Wieviel Lehm ist im Lehmputz



Das was Udo da geschildert hat,
klingt nach einem zu hohen Schluff- und/oder Feinsandanteil. Schluff ist optisch und taktil nicht so einfach von Tonmineralien zu unterscheiden, hat aber einen viel geringeren Bildsamkeitsbereich.
Feinsand verhält sich noch ungünstiger.
Wenn ich also statt Ton Schluff im Lehm habe, passiert genau das.
Ich hatte mir übrigens mal in einem früheren Beitrag die Mühe gemacht, die Versuche zur Bestimmung der Schluff- und Tonanteile nach DIN 4022 zu beschreiben.
Die sind einfach auf der Baustelle ohne Geräte nachvollziehbar.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Liebe Ruzica. Es würde mich interessieren,



ob das Problem der Maschinengängigkeit gelöst wurde, und wenn ja, an was es lag. Das Forum würde sich für einen Erfahrungsbericht bedanken. Ein Markennamen kann auch helfen, gezielter Infos zu bekommen. Schöne Grüße. Jürgen Maier