Aussenputz auf Lehm und Fachwerk

12.09.2007



Liebe Foristen,

in diesem Forum und im Netz im Allgemeinen kann man viel ueber fast alle Fragen am Bau lernen. Ich kann mir fast einbilden, ein richtiger Lehmbauexperte zu sein, noch ehe ich mein erstes Zimmer ordentlich verputzt habe. Nur zum Thema Aussenputz fuehle ich mich noch so dumm wie eh und je. Und das wird allmaehlich zum Problem.
Unser Fachwerkhaus (Bj. ca. 1840) war allem Anschein nach immer schon von aussen verputzt und soll das wieder werden. Wir hatten auch schon scharenweise Putzfirmen jeder Kompetenz vor Ort. Aber erstens waren sie alle nicht sehr auskunftfreudig, so dass ich bis jetzt nicht weiss:
- Ob ein Oberputz ueberhaupt noetig ist.
- Was der Unterschied zwischen Fein- und Edelputz ist.
- Wie die verschiedenen Putzformen aussehen.
- Was am Besten zu unserem Haus passt.
Und zweitens haben sie zwar alle meine Adresse entgegengenommen, um angeblich ein Angebot zu schicken. Getan hat das aber letztlich nur einer. Alle anderen haben, wie ich mir mittlerweile zurechtgereimt habe, wohl Angst vor den unweigerlich auftretenden Rissen und daraus folgenden Garantieforderungen. Was tun?

Liebe Gruesse,
Konrad



ein reiner Kalkputz (Luftkalkputz) , das ist die einfachste



Variante zum Außenputz auf Lehmgefache. Da Lehm keine chemische Reaktion zeigt (im Gegensatz zum Kalk, der unter Wasserabgabe und gutem CO2-Gehalt abbindet, also muß eine hohe Luftfeuchtigkeit vhd. sein) kann ein Kalkputz auf Lehm nur mechanisch haften, also muß der Untergrund gut angerauht sein. Da Lehm sehr schnell viel Wasser aus dem Kalkputz saugt, muß die Lehmoberfläche sehr gut gewässert werden.



Aussenputz



Danke fuer die Antwort. Dass es ein reiner Luftkalkputz sein muss, habe ich schon gelernt. Aber ist das nun ein Unter- oder ein Oberputz, oder beides?

Ciao,
Konrad





Beides eher, aber von Fall zu Fall auch unterschiedlich. Üblich sind schon wenigstens 2 Schichten, bringt die besseren Ergebnisse. Allerdings, wenn vom Untergrund her nicht viel Bewegungen zu erwarten sind, und der Putz nur relativ dünn (aber nicht unter 1 cm bei reinen Kalkputzen) aufgebracht wird, könnte theoretisch auch eine einzige Putzschicht ausreichen

Der Unterputz hat normal eine gröbere Körnung und einen höheren Bindemittelgehalt, und wird auf der Oberfläche vorsätzlich rauher gehalten. Der Oberputz hat eben die feinere Körnung, und weniger Bindemittel. Ich bin nicht im Bilde über die aktuellen Angebote bei den Kalk-Werktrockenmörteln. Könnte mir auch vorstellen, dass mit unterschiedlichen Sieblinien bei gleicher Bindemittelkonzentration gearbeitet wird.



Kalk und Lehm und ...



Hallo Konrad,
ich habe neulich 4 Nächte in einem Lehmhaus verbracht, das auch außen mit Lehm verputzt war. Da steckte folgendes antikes Rezept dahinter:

Man nehme 1 Teil Lehm, 1 Teil Kalk und 1 Teil frischen Kuhdung. Den Kuhdung etwas mit Wasser verdünnen und 1-2 Tage stehen lassen, damit er gärt und sich Ammoniak bildet. Dann den Lehm und den Kalk dazu und aufbringen.

Der Kuhdung macht die Masse plastischer und nicht so rissgefährdet, und Ammoniak und Kalk geben zusammen die nötige Wasserfestigkeit.

An einer Wand auf der Westseite, wo diese Mischung seit 2001 drauf ist, waren noch keine Witterungserscheinungen zu sehen. Wegen weiterführender Fragen kannst Du Dich an die Frau Ortlepp wenden (www.lehmbaukurse.de).



Kühe und Rindviecher!



Hallo
Ober und Unterputz!
die Lehmgefache oder Steingefache fest machen - sanieren - dann vorspritzen mit 0-4 mm Luftkalkputz (eine dünne Schlabberbrüh bei Steinen) bei Lehmgefachen den o-4 er Kalkmörtel mit den Händen ( Gummihandschuhe) einmassieren - der Lehm darf / soll sich lösen!

Als zweite Lage eine Grundputz 0-4mm LKM (Luftkalkmörtel) schau mal bei www.solubel.de nach - ? 15 mm aufbringen - sinterschicht entfernen - nächste Lage als Oberputz 0-1 mm oder 0-2 mm aufbringen udn gleich wenn er "fertig" ist filzenm und danach gleich mit Kalkkaseinfarbe streichen!

Das wars - (noch ein paar mal Streichen - besser - Kurz-Anleitung! o.G.

prof. Anleitung
bei bedarf
Das mt dem Kuhdung ist nicht so schlecht- aber woher soll der kommen - mit silage gefütterte viecher - na Mahlzeit - Das ist wie mit dem Käse - ohne gute Essensgrundlage gibts keinen guten Käse!

Und dann das Stroh - früher mit Flegel gedroschen - d.h. gebrochen und platt gedrückt - heut geschnitten und unberührt - als Rohreigentliche für den Lehmbau unbrauchbar - ausser man spielt ÖKO und dan ist Stroh - Stroh und Mist Mist!
So einfach ist es nicht wie's ausschaut - es ist viel komplexer - aber das ist mühsam! Leider!

FK