Kalputz, Lehmputz, WASauchIMMER auf Lehm - Dämmplatte

31.05.2006


Hallo Community! Ich heiße mich erst mal selber willkommen.

In der Vergangeheit hat mich google immer sehr oft hierher geführt, als ich im Vorfeld eines Häserkaufs Infos sammeln wollte. Jetzt ist das EFH aus dem Jahre 1900 mit rein massiven 38cm starken Ziegelaußenwänden (kein Putz innen oder außen) erworben und wird gerade kernsaniert. So weit - so gut.

Zur Erhaltung der Fassade habe ich mich entschieden, die Außenwände innen mit einer fertigen Lehmdämmplatte der FA. Haacke-Cellco, d=9cm , der Kork beigemengt ist, zu verkleiden. Die handlichen Platten werden mit Tellerdübeln an der Wand verschraubt. Diese Arbeit füllt z.Zt. meine Freizeit aus.

Nun (endlich) meine Frage im Dickkicht der Möglichkeiten: wie sieht die sinnvolle "Beschichtung" der Platte aus? Putz aus Weißkalkhydrat (CL 90), Lehmputz, Schlämme, Armierung. Sicherlich gibt der Hersteller der Platte hinweise, auch einige bereits vor Ort gewesene Putzer haben Ihre Meinung geäußert, aber ein gleichlautendes Ergebnis habe ich nicht zu vermelden. Ich weiß nur eins: Lehmputzauftrag durch Firma mit Unter- und Oberputz einschl. Gewebe soll lt. ersten Angeboten für insegsamt 300m² Wandfläche knapp 10.000€ kosten. Das geht gar nicht...

Wie sieht der Experte die Lage? Welche ist die vor allen Dingen richtige aber auch günstigste Ausführung - zur Not auch in Eigenleistung?

Vielen Dank für die Hilfe!



...kein



experte, ich kann nur die Erfahrung meiner eigenen putzausschreibung beisteuern - ordentlicher Kalkputz (luftkalk) wird nicht viel billiger werden. etwas vielleicht. und immer schön nachverhandeln :-))) als ich die ausschreibungsergebnisse das erste mal in der hand hatte, musste ich mich auch setzen. gehen tut immer was
selbermachen - da haben sie bei Lehm sicher bessere karten, hängt halt von ihren fähigkeiten ab
unschlagbar in den kosten und der anwendung: kalkschlemme. sogar ich bekomme das hin :-))) und ich finde, es sieht super aus auf ziegelwänden (wenn sie noch einigermaßen in form sind). weiterer vorteil: sandende fugen werden schön verfestigt. aber auch steinsichtiger Ziegel (eventuell geölt) kann toll aussehen.
also, warum nicht eine Mischung aus putz und anderen varianten? geschlemmte flächen können sie später ja problemlos putzen, wenn sie sich finanziell erholt haben.



Zähle mich auch



nicht zu den Experten von Beruf wegen, habe aber mit Lehm schon reichlich hantiert: Lehmputz auftragen ist kinderleicht und geht mit etwas Übung auch recht fix. Untergrund säubern, leicht anfeuchten und los geht's. Schichtstärke je nach Zusammensetzung etwa 1 cm. Wenn es mehr sein soll, dann lieber mehrere Schichten jeweils nachdem die vorherige gut abgetrocknet ist, alles andere gibt in der Regel Risse.
Allerdings meine ich, daß Sie die Lehmbauplatten nicht gebraucht hätten.



Lehm mit Lehm



zunächst mal dies:
Die Lehmplatte würde ich nicht trocken mit Hohlräumen auf die Wand dübeln, sondern kapillar wirksam vollflächig mit Lehmmörtel ansetzten. Vielleicht ist dies wieder ein Streitpunkt, aber ich halte den kapillaren Feuchtetransport durch die Wandschichten für sehr wichtig, um mögliche Kondensation in Hohlräumen zu vermeiden.

Im übrigen schließe auch ich mich der Einschätzung an, dass man bei dem vorhandenen Wandaufbei auf zusätzliche Dämmplatten hätte verzichten können.

Die Platten würde ich dann immer mit Lehm verputzen. Gleich zu gleich gesellt sich gern, und die raumklimatischen Vorzüge des Lehms kommen so am besten zur Wirkung.

Ist für Selbstbauer auch am angenehmsten zu verarbeiten.
Voher vielleicht mal ein Lehmbauseminar besuchen.

Gutes Gelingen wünscht
jh





Danke für die ersten Hinweise! Für die Lehmplatte habe ich entschieden, nachdem ich eine Energieberatung an dem Haus habe durchführen lassen und diese zu dem Ergebnis kam, dass ich mit der Dämmmaßnahme den "Niedrigenergiehaus - Standard im Bestand" erreiche. Dies wiederum brachte mir eine kfw-Förderung mit Teilschuldenerlaß. Zudem war ich über die geschätzten Energiekosten ohne Dämmung sehr erschrocken...

Dennoch noch mal zur Technik: ich denke auch, dass trotz Platte eine möglichst vollflächiger Kontakt zur Wand erzielt werden soll.

Die Platten einzuschlämmen (wie Bettina vorschlägt) wäre sicherlich die einfachste und kostengünstigste Variante. Leider habe ich gerade kein Foto zur Hand (versuche das mal zu ändern), würde aber vermuten, dass die Fläche nicht homogen schließt, u.a. wegen der Tellerdübel und den Fugen der Platte. Müßte man mal austesten.

Im Prinzip würde ich den "richtigen" Lehmputz auch bevorzugen, und wenn ihr der Meinung seit, es geht auch mit zwei rechten Händen in Selbstarbeit...

Wenn ich dann so vorgehe wie Herr Hildebrandt vorgeschlagen hat:
- ist ein Gewebe verzichtbar?
- welcher Lehmputz könnt ihr genau empfehlen (Oberputz, Unterputz, Fabrikat,...)
- kennt jemand gute Bezugsquellen (Claytec produziert zwar vor meiner Hautüre, aber die verkaufen nach meiner ersten Anfrage nicht an Privatleute wie mich - habe aber auch noch nicht hartnäckig nachgebohrt)?
- Das Selbstbauseminar ist grundsätzlich auch eine gute Idee, ich habe aber noch kein günstiges / kostenloses gefunden (es muß sich auch rechnen): kennt jemand alternativ Selbstbauanleitungen im Netz zum download o.ä.
- wie sieht es Eurer Meinung nach mit der Mischung von Oberflächenstrukturen aus (Innenwände aus KS und z.B. Gipsputz, Außenwände wie beschrieben mit Lehm/Kalk)

Auch will ich micht nicht verstecken, wenn ich über diese Plattform Kontakte knüpfen kann, die mir fachmännisch beim Verputzen zur Seite gehen wollen, d.h. den Putz als Firma in der erforderlichen Qualität aufbringen, der sich dann (z.B. mit Kreide oder Farbe) Streichen läßt. Wichtig wäre dabei aber nur, das die Kosten im Rahmen bleiben, d.h. wenige Tausend-€ nicht übersteigen - wenn dies keine Illusion ist....



Es geht sogar



mit zwei linken Händen ... ! Gewebe brauchen Sie eigentlich nur, wenn der Untergrund nicht homogen ist und stellenweise nicht ausreichend tragfähig, oder, wenn Sie z.B. über Fachwerkbalken hinweg putzen.
Lehmputz besteht üblicherweise aus Lehm, Sand und Stroh, Ober- oder Feinputz meist ohne Stroh. Darauf z.B. geleimte Wandfarbe.
Wenn Sie im Internet suchen unter den Stichworten Lehm-, Natur- oder Ökobaustoffe werden Sie bestimmt fündig - oder hier im Forum.
Ob Sie ein Seminar brauchen? Man könnte sagen "Versuch macht kluch", soll heißen, wenn der Putz am nächsten Tag noch dran ist, bleibt er es auch, und das ist die Regel. Der Ihnen den Baustoff verkauft, kann Ihnen sicher ein paar Tips geben.



ich habe



ja keine ahnung, wie die Lehmbauplatte in der oberfläche ist:

aber wie wäre es zudem mit lehmstreichputzen oder kalk-haftputzen diverser art oder kalkglätte? das fällt dann eher ins (preiserwertere) malerfach, lassen sie sich doch mal von einem solchen beraten. Lehmstreichputz finde ich sehr schön, aber auch kalkglätte hat ihren reiz.



Hilfestellung



Sollten Sie Interesse hinsichtlich fachlicher Unterstützung haben, so können wir Ihnen in aller Form zur Seite stehen.
Wir haben viele dieser Situationen, wo es um's Budget geht, aber trotzdem ein gutes Endergebnis sein soll.
Bauherrenbetreuung mit der entsprechenden Materialauswahl ist bei uns möglich und auch deutschlandweit möglich.
Setzen Sie sich doch mit uns in Verbindung und wir versuchen die Lösung zu finden.
Telefonisch über unser Profil ersichtlich.

Pfingstgrüße
Udo Mühle





Ich habe Eure Hinweise und Anregungen erst einmal dazu genutz, gestärkt und frohen Mutes einen Fach-Baumarkt in der Nähe aufzusuchen. Und siehe da: nicht nur die Community leitet mich in Richtung Selbstbau. Auch im Baumarkt wurde ich bestärkt mich zu versuchen. Wenn`s klappt, dann wird`s gut...und günstig!



Warum eigentlich mit Lehmputz 2lagig?



Warum wollen Sie eigentlich auf die Lehmbauplatte einen 2lagigen Lehmputz aufbringen? Dann ist eigentlich klar daß die Kosten in die Höhe gehen. Bringen Sie doch einfach auf die Lehmbauplatten einen Lehmfeinputz auf, die Stöße können Sie ja vorher mit Gewebe und Lehmfeinputz armieren. Dabei ist die Schichtstärke vielleicht 3-4mm, einen Zentimeterdicken Lehmputz auf Lehmbauplatten braucht man eigentlich nicht. Spart Geld und Material. Den Lehmfeinputz können sie dann mit dem Schwamm abreiben und haben gleich eine Streichfertige Oberfläche.





Herr Büttner, Sie sagen es! Ich bin jetzt zwar noch immer kein Profi, aber vor 1 Wochen war ich absoluter Putz-Laie...

Den doppellagigen Putz habe ich mir vom Fachmann vor Ort "einreden" lassen, jedoch ist mir seit meinem Beitrag hier, mehreren Diskussionen am Spielfeldrand und dem Besuch im Fachhandel klar: Lehmbauplatte möglichst fluchtgerecht an die Wand bringen und mit Lehmfeinputz einschl. Armierung aufbringen - genau so wie es Herr Büttner beschreibt!

A propos: wie sieht denn Eure Empfehlung aus für derzeit nackte, nichttragende KS-Innenwände aus, wenn ich diese verputzen möchte? Klar ist m.E., dass dort der gleiche Putz zum Einsatz kommt wie auf den Außenwänden (also Lehmfeinputz), oder? Wie muß ich die Wand vorbehandeln?



Lehmputz an den Innenwänden



der Lehmfeinputz ist wahrscheinlich zu fein für das Kalksteinmauerwerk (max. Auftragsstärke ca. 5mm). Nach Trocknung würde dieser vielleicht reißen oder die Fugen würden sich abzeichnen. Am besten sollte man dort einen Lehmoberputz (Auftragsstärke ca. 10mm - 15mm) auftragen, allerdings ist das Material etwas gröber womit sich ein leichter optischer Unterschied zu den Außenwänden ergibt. Dadurch müßte man auf die KS-Wände noch eine Lage Lehmfeinputz aufziehen um die gleiche Oberflächenstruktur zu erhalten wie an den anderen Wänden. Der Kalksandstein muß im Normalfall nur gut vorgenäßt werden, dann braucht man ihn nicht vorbehandeln, allerdings hatten wir in letzter Zeit auch einige Baustellen, wo extrem glatte,(glänzten gegen das Licht betrachtet) schlecht saugende Kalksandsteine verwendet wurde, diese würde ich auf jeden Fall mit einem geeigneten Haftgrund vorbehandeln