*seufz*... sollen wir...?

22.05.2002



Hallo, ich schon wieder *seufz*.

Wir waren grade nochmal mit nem Architekten bei dem Fachwerkhaus, das wir kaufen möchten (siehe Artikel unten).

Er hat selber ein Fachwerkhaus, aber er hat mir (meiner Meinung nach) den totalen Stuß erzählt. Manche Fächer müssen neu ausgefacht werden. Er blieb standfest und meinte, Ytong sei finanziell das Vernünftigste und auch warm. KEINE Ziegel oder so (hat er gesagt...). Auch wollte er Kit zwischen die vorhandenen Ausfachungen und das Holz schmieren und auch zwischen Holz und Holz, wo ein bischen mehr Platz ist. SEUFZ...

Ich habe aber gelesen, dass man das auf keinen Fall machen soll. Wer kann mir noch kostengünstige Vorschläge machen??? Was mir auch noch ein bischen Unklar ist, das ist das Verputzen. Er meinte, man könne keinen Putz auf das Lehmgefach schmieren, weil der früher oder später wieder runter kommt, weil der Putz ja starr ist und das Stroh-Lehm-Gemisch eben nicht. Außerdem müßte man, damit der neue Putz hält, so Plastikzeugs drunter machen...

Hilfe, jetzt sind wir völlig ratlos *dummausderwäscheguckentu*.

Bitte gebt mir Beistand *hysterischaufdenbildschirmguck*... Annette



Seufz!



Hallo, das ist ja wirklich unglaublich!
1. Sucht euch dringend einen anderen Architekten.
2.Neue Ausfachungen keinesfalls mit Ytong (viel zu großformatig, außerdem ist Ytongkleber stark zementhaltig=Gift für die Balken).Man kann z.b. Lehmziegel zur Ausfachung benutzen oder vorhandene Lehm-strohausfachungen auch einfach erneuern(vorhandenes Material läßt sich beliebig oft recyceln)
3.Keine dauerelastischen Materialien in Fugen schmieren!!!Bei richtigem Putzauftrag entstehen nur Haarisse(wenn überhaupt), diese sind harmlos, da eindringende Feuchtigkeit auch wieder verdunsten kann.
4.Putz:die Leute schmieren seit Jahrhunderten Putz auf Lehm, dieser darf eben nicht zu starr sein(Kein Zement- sondern Kalkputz!)
Es läßt sich bei einem Fachwerkhaus allerdings nicht verhindern, daß irgendwann mal irgendwo was abplatzt, man kann nicht erwarten, daß nach einer Sanierung 50 Jahre nichts zu tun ist.
Auf der sicheren Seite ist man z.b. mit einem Putzträger aus Metall, auf den ein mehrschichtiger Spezialputz aufgebracht wird.(z.b. bietet die Firma KEIM sämtliches Material einschl. Farben an).
Zu guter letzt:Alle diese Arbeiten können auch von Laien mit entsprechender Motivation durchgeführt werden.Wir werkeln seit 10 Jahren an unserem Haus rum, haben es noch nie bereut, und wir haben Sachen angepackt, das hätten wir uns vorher gar nicht zugetraut.
Nur Mut,und weg mit diesem "Fachmann"!
Ich hoffe Dir damit etwas Beistand gegeben zu haben!



1.April



Ich kann nicht glauben das ein Architekt ihnen das gesagt hat.Sie wollen wohl nur das Forum testen.
Ansonsten stimme ich Frau Junghans zu.



Sanierung von Fachwerkhäusern



Sehr geehrte Frau Mohr,
Ihre Schilderung der Architektenberatung ist grausam! Stand der tiefen 80ger Jahre. Es hat sich in der Fachwerksanierung in den letzen 25 Jahren viel getan! Unter anderm weiß man heute, dass Porenbeton nicht kapilar wirksam ist und so für die Ausmauerung absolut ungeeignet!
Sie brauchen einen Spezialisten auf diesem Gebiet.
Eine Sanierung kann auch, mit fachlicher Unterstützung, mit viel Selbstinitiative erfolgen.
Mit freundlichem Gruß,
M.Waning



Daaaaaaaankeeeeeeee :-)



Danke für das viele gute Zureden. Ich habs doch gleich gewusst, dass ich zwar viel jünger bin und überhaupt keine Erfahrung mit Häusern hab - ganz im Gegensatz zum Architekten, aber dass ich trotzdem Recht hab. Wir werden in ca. 2 Wochen mit der Sanierung beginnen. Ich hab nochmal drüber geschlafen. Es ist jetzt auch das Dach zu machen *seufz*, und mir ist fast der Mut vergangen, das Haus jetzt doch zu kaufen. Aber was solls, hinterher haben wir das schönste Haus der Welt *grins*. Das Dach ist zur Hälfte neu gedeckt, mit schwarzen Ziegeln *ihhh gitt*, und wenn wir schon dabei sind, reiß ich die auch noch gleich runter und mach Bieberschwänze drauf (das Haus hats verdient *grins)... Na ja, dann auf in den Kampf, ich werde Euch sicherlich noch öfters brauchen!!! Herzlichen Dank für Eure Mühen!!!
Grüße Annette *diejetztnimmersoentmutigtdreinschaut*.
PS: Zum Glück sanieren wir das Haus selber - wenn ich mir jetzt vorstelle, ich kaufe ein saniertes Haus und dann sowas....



Bieberschwanzdeckung



Vorsicht!
Zum Vergleich: Braas Frankfurter Pfanne ca.0,55 KN/m²(55 Kg)
Bieberschwanz ca.0,60 KN/m²(60 Kg).
Statiker fragen.



Rote Karte



Hallo,

wie meine Vorredner schreibe ich auch: Gib dem Architekten die rote Karte! Es ist ja gräuslich!
Ytong zieht das Wasser geradezu an und gibt es schön ans Holz weiter > faul, moder.
Wir haben Leichtlehmsteine (Lehmsteine im Format 11 x 24 x 11 mit Zuschlag aus Stroh) genommen für die 3 Gefache, die bei uns mit Schrott ausgemauert waren (rest war gottseidank noch original).
Macht aussen einen Kalkputz dran (es gibt viel gute Literatur dazu > Gerner oder Rau/Braune "Der Altbau" etc).
Viele Grüsse





ich hab zwei Buchempfehlungen ( für den Architekten zum auf den Kopf schlagen...)
- Naturbaustoff Lehm, von Klaus Schillenberg/ Heinz Knieriemen

Sanierung alter Häuser, von Evemarie Brändle

beide kaufen und genau lesen und dann zur Tat schreiten...



Bloss kein ytong



Das Haus das ich sanieren muss hat und das auf der
Wetterschlagseite vor ca 20 Jahren diese Rosskur bekommen.
Ergebniss
Wand ist total im Arsch Tut mir leid um den Ausdruck aber der ist noch harmlos !
Solche Archis sollte man ...
Der Putz fällt gefachweise runter.
Der Ytong ist nass wie Sau.
Die Eichenbalken jahrhunderte alt sind nun in 20 Jahren durchgefault.
Zement ist für Eiche wie Zucker für Zähne !!!
Weichgebrannte Ziegel oder Lehmziegel ist ok
Zum Putz :
Im Altbaubereich (z.B. Denkmalschutz) wird oft ein zweilagiger Putz verlangt, der auf Traßkalk-, Kalk- oder Kalkzementbasis aufgebaut ist. Hier verwendet man z.B. Produkte der Firmen Weber & Broutin, Sakret oder Schäfer-Kalk. Diese Putze können natürlich auch im Neubaubereich eingesetzt werden, sind jedoch nicht so sauber in der Fläche herzustellen, wie ein einlagiger Gipsputz.


http://www.claytec.com/ Lehmputzlink

cu tommy



Ytong im Fachwerk



Hallo Annette,
bin eher zufällig über suchmaschine auf deine Frage gestossen. Möchte in den nächsten Jahren eine neues Fachwerkhaus bauen habe viel PlanungsHilfe im Lehmbauchat von www.baubiologie-regional.de gefunden. Die Fachleute dort bestätigen die Antworten zu Deiner Frage: Kein Ytong und weg mit Architekten. Sehr schöne Hilfen (mit bildern) habe ich auch in den PDF-Dateien bei www.oekonomologisch.de gefunden. Da hab ich übrigens zum ersten mal ein neues Fachwerkhaus mit das mit den bewährt traditionellen Techniken gebaut wurde gesehen - das macht Mut. Die haben mir auch Leichtlehmsteine und einen Sumpfkalkaussenputz empfohlen. Der sei wesentlich elastischer als die Zement- und Trasskalkputze und was die Dampfdiffussion angeht ähnlich wie Lehm. Das schöne an den Lehmbaustellen die ich besichtigt habe war auch die Tatsache, das es so gut wie keinen Abfall gibt.

Gruss Helmut



Hallo Annette



Schick den Trottel in die Wüste!!!Besuch doch mal meine HP.Hier habe ich die Restaurierung unseres Fachwerkhauses ein wenig beschrieben.Fachwerk restauriert man nur mit Lehm und nicht mit irgendwelchen Modernen Werkstoffen.Du bekommst es mit einem super Wohnklima und einer langen Lebedsdauer deines Hauses gedankt.In meiner HP findest du Adressen wo man Lehmproduckte kaufen kann.Ich möchte dir auch die IGBauernhaus empfehlen,wo sicher jemand in deiner Nähe wohnt und sich daß Haus einmal ansieht.Adresse findest du auch auf meiner HP.www.unser.altes.fachwerkhaus.beep.de Laß dir bitte nicht solch einen schönen Traum vermißen.Melde dich ruhig mal Tschüß Stefan



Mitgefühl bei der Haussanierung



Hallo Annette es ist doch beruhigend zu lesen, dass noch viele andere sich an das Thema Fachwerkhaus wagen und sich der Herausforderung (Sanierung) stellen. Auch wir haben ein HAus gekauft ca.. 1830 und versuchen unser Glück, haben den Putz und die Decke innen entfernt das Fachwerk innen freigelegt und jetzt stehen wir genauso da wie Du . wie verputze ich die Ausfachungen wieder welche mit Ziegel ausgemauert sind. Fängt man an zu lesen liest man 1000 verschieden Verfahren und Vorschläge und ist hinterher genauso schlau wie vorher. Ein wenig kostengünstig sollte alles natürlich auch sein um nicht seine ganze Existens da reinzuhängen, wir haben uns gesagt schließlich ist es ein HAus das schon 200 Jahre steht und muss uns eigentlich nur noch die nächsten 30-40 Jahre aushalten also finden uns wir mit dem einen oder anderen Mangel gerne ab. Nur wie packen wirs an .. wenn ihr Hinweise Tips oder Ideen habt wäre es toll wenn wir in Kontakt bleiben könnten !! Gruss Uwe Sabine



Schlauer als vorher



Hallo Uwe Sabine
Wenn euer Haus schon 200 Jahre geschafft hat
kann das alte Material ja nicht schlecht gewesen sein.Natürlich gibt es etliche Materialien und Bauweisen schliesslich hat die Fachwerkbauweise schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel.Selbstverständlich hat man immer wieder mit unterschiedlichem Material gebaut was heute für den Sanierer zugegebenermaßen etwas verwirrend ist.Wenn das Originalmaterial 200 Jahre und oft mehr durchgehalten hat sollte man möglichst einen gleichartigen Baustoff wieder verwenden.Bei der Auswahl von Alternativen helfen sicher die Fachleute auf diesem Board weiter.
Es gibt inzwischen Firmen die von alten Ziegeln bis zu alten Dachpfannen alles liefern können.
Preis ist oft Verhandlungssache.
cu tommy



Lehmbeschaffung im Raum Berlin



Hallo,
wollen im Frühjahr einen Pavillon erbauen, dessen Wände unter fachkundiger Anleitung mit Lehmbroten erbaut werden soll. Nun suchen wir* nach einer kostengünstigen Quelle für die Lehmbeschaffung.
*wir, das ist die Waldschule Plänterwald/Berlin- Treptow
Für Hinweise sind wir sehr dankbar!!!
Tschüß, Carola Fabian





Jaalso das ist ja wirklich der völlige stuss. Ich bin selber bewohner und besitzer eines 300 jährigen fachwerkhauses. die Lehmausfachungen habe ich mit dem 300 jährigen Lehm aus Ausfachungen, welche für ein Fenster weichen mussten, mit Wasser wieder angerührt und ausgeschmiert. für die Oberfläche gibts Lehmputze in allen ausführungen von fein bis Grundputz. Damit lassen sich problemlos schöne Oberflächen erzielen. Und falls mal ein Riss auftauchen solte, einfach mit etwas wasser und einem Schwamm ausreiben und alles ist wieder wie neu. Also keinesfalls mit andern materialien als lehm dahinter, sonst werden alle vorzüge eines fachwerkhauses (wohnklima, reparaturfähigkeit, optik etc.) zerstört. Nur mut, mit lehm schmieren ist auch schön...



Lehmbeschaffung im Raum Berlin



Hallo

guten Baulehm gibts im Nordosten von Berlin: Hohenschönhausen, Ahrensfelde und Biesdorf/Kaulsdorf sind eine Top-Gegend. Einfach mal Häuslebauer besuchen, Tiefbaufirmen kontaktieren, den Aushub anschauen. Der meiste Lehm ist in diesen Gegenden ideal, allerdings recht fett...



Andreas