Welcher Putz auf Bruchstein

27.02.2005



Ich plane einen neun Innenputz an meine Bruchsteinaussenwänden anzubringen. Bisher ist dort ein Kalkputz (mit Kalktrassmörtel vorgeworfen) an den Wänden.
Für den Verputz hatte ich Lehm im Sinn.
Hat jemand damit Erfahrung? Was muß ich als Arbeitsvorbereitung machen ( außer den alten Putz komplett zu entfernen)?

Vielen Dank schon mal im Voraus


Gruß aus dem Westerwald

Marc Bösader



Putz auf Bruchstein



Wir haben schon diverse Bruchsteinwände mit Lehm verputzt.

Da bei den meisten Bruchsteinwänden große Unebenheiten sind, ist es hierbei
nicht nötig eine spezielle Vorbehandlung zu machen.

Wir haben den Putz in mehreren Lagen aufgebracht.

Zunächst die größten Löcher zu, dann die größten Unebenheiten und danach eine
einheitliche Fläche aufgetragen.

Die Putzstärken an einer Wand haben eine Dicke von 1 - 8 cm gehabt. Im Mittel
3 cm.

Letzte Schicht Feinputz und Lehmfarbe oder Edelputz.

Gruß aus Dortmund

Harald Vidrik



Bruchsteininnenputz



Hallo
Ist der Kalktrass schon drauf?
Wenn dann runter damit? (Weißt du ja selber schon)
Die Fehlstellen und Fugen evtl mit reinem Kalkmörtel überarbeiten; (Wie dick ist die Wand?) Der Lehm hält gut an rauhen Untergründen, also nichts "glatt" machen! Dann solltelst ud überlegen, ob du eine gerade Wand brauchst, oder ob es ein bisschen uneben sein kann!!??; Dann überlege noch ob du teilweise eine Wandheizung integrieren kannst oder willst - wäre glaub ich sinnvoll!
Mach mal ein Foto von der Wand!
Wenn der Putz unten ist und die Bruchsteine schön, dann kannst du die Wand ja auch so lassen, ode rnur "kalken" oder das nur teilweise???!!!

Grüße aus Franken

Florian Kurz



Lehmputz



Kann meinen beiden Vorrednern nur zustimmen.
Habe selber die meisten Wände mit Lehmputz renoviert. Dabei
in einer Wand auch eine Wandheizung einbauen lassen.
Hier habe ich erst die Wand die recht uneben war, schichtweise mit Lehm aufgefüllt bis sie halbwegs eben war.
danach kamen dort von einem Lehmbauer (SAG Lehmbau) Schilfmatten an die Wand. Diese wurde von meinem Heizungsfachmann mit Wandheizungsmodulen versehen die dann profimäßig von der SAG wieder ganz glatt mit Lehm zugeputzt wurde (ich wollte vorzeigemäßig eine glatte Wand im Haus haben um lehmkritischen Zeitgenossen auch mal was anderes als meine frei gestalteten Wände zu zeigen).
Nun aber einige praktische Tips. Je nachdem was Du für Bruchsteine hast, empfiehlt es sich auf die freigelegte Wand evtl. Lehmschlämme aufzubringen (bei Quarzit haftet der Strohlem sonst nur wenn du von unten aufbaust).Dazu von der SAG, Claytec oder anderen Firmen Sacklehm kaufen und entsprechend der Wandgröße Lehm mit Wasser vermischen und mit Kleisterbürste auftragen.
Für die Schichten dann Strohlehm. Hierfür benötigst du
Erde aus dem Garten/Lehm oder von ner Baustelle (mit möglichst wenigen Steinen und organischen/humosen Bestandteilen).
Den mischst Du am besten im Betonmischer oder noch besser Zwangsmischer mit Sand (der gelbe klebt besser als der Reinsand, folglich brauchst du weniger Lehm) vom Baustoffhandel. Dann Langstroh für die unteren Lagen (gibt
mehr Volumen und dämmt dadurch etwas besser) und Häckselstroh für die oberen Lagen.
Verhältnis Lehm / Sand = 1-2 (Rheinsand) bis 1-4 (gelber Sand und Häckselstroh ). Wasser und Stroh nach "Gefühl"
am Anfang lieber ruhig etwas feuchter da es sich besser verschmieren lässt. Wichtig aber ist die Haftung an der Wand.
Den Oberputz dann wieder mit dem gekauften Sacklehm.
Mischung ca. 1:3. Ob die Mischung gestimmt hat siehst Du spätestens an den Trocknungsrissen, die man aber bedenkenlos wieder zuschmieren kann.
Falls noch Fragen oder Anleitung nötig sind,meld dich ruhig

Gruß aus dem Hunsrück

Michael Koch



Lehmputz



Ich halte eine Grundierung mit einer Lehmschlämme als unbedingtes Muss!!
Aber einiges ist beim Putz zu beachten. Der gelbe Bruchsand klebt zwar etwas besser aber der Fluss oder Waschsand hat eine bessere Sieblehre dadurch wird der Putz härter.

Auch Vorsich bei Erdaushub: Lehm ist nicht gleich Lehm!
Er sollte weder Humusanteile noch Kalk enthalten sonst ist die Arbeit mit diesem Material umsonst.



Lehmputz



Es stimmt was Rüdiger Brett sagt. Der gewaschene Sand ist als Putz härter, aber gerade für die unteren Lagen, also zum Aufbau ist`s wirklich besser mit dem gelben zu arbeiten.
Vor allem braucht man weniger Lehm. Optimal wäre es also
unten mit gelb und die letzte Schicht mit dem härten Reinsand.
Guten billigen Lehm zu bekommen ist nämlich meist der Engpass.wenn Ihr also wirklich noch mehr vorhabt mit Lehm zu machen, dann lohnt es sich wirklich, falls Platz vorhanden, auf Plane (als Unterlage) einen LKW (oder nur
Teile davon)abladen zu lassen !
Nun nochmal zum Bauaushub. Je nach Lage findet man brauchbaren Lehm mitunter schon nach 20 cm, meist aber erst nach 50 bis 90. Das sind Tiefen die beim normalen Hausbau
mit Keller eigentlich immer erreicht werden.
Da Ihr im Westerwald wohnt ist die Chance eine Kalkader zu finden äußerst unwahrscheinlich (obwohl ich auch nicht weiß warum kalkiger Lehm sprich Kalkmergel problematisch sein soll). Eher könnte es sein das eine Tonlinse beim ausbaggern erscheint, die dann natürlich beim verbauen stark mit Sand abgemagert werden muß (je toniger/fetter
desto mehr Schwindungsrisse).Auch vermischt sich reiner Ton nicht so gut im Freifallmischer.
Falls Euch das alles zu viel Planung und Vorbereitung ist,
dann wie gesagt versuchts bei Kleinmengen ruhig im Garten. die belebte Oberschicht abtragen und zwischenlagern.
Lehm raus, Loch als Teich nutzen oder als Frühbeet mit viel organischen Bestandteilen und Mist auffüllen, zum Schluß den zwischengelagerten Oberboden, einsäen bzw. bepflanzen und dann im Frühjahr/ Sommer mit dem geernteten eine Lehmwandparty !
Wollt Ihr aber wirklich auf Nummer sicher gehen dann Sacklehm . Als Anbieter in der Nähe hat EIWA (auch im Internet zu finden) tollen Lehm. Preis müsste irgendwo bei 10-15 Euro pro 30 kg liegen!?
Gruß aus dem Hunsrück

Michael Koch