Ausfachung außen und/oder innen

19.08.2010



Hallo an die gesammte Gemeinde...

unser kleines Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus steht am Rande des Knüllgebirges in Hessen.

Im inneren haben wir erst mal weitesgehend Ordnung geschaffen und somit ist jetzt die Außenfassade dran :-)

Auf unserer Hompage steht ein einsames Bild von unserem Häuschen. Der Zahn der Zeit hat an den Gefächern teilweise böse genagt. Mit der Denkmalschutzbehörde stehe ich auch schon in regem Kontakt und hey, da gibt es auch klasse Typen mit denen mann reden kann...."Gruß an Herrn
Bahl"...aber ich schweife ab :-)

Wir möchten die Gefächer jetzt ausbessern oder sanieren...eigentlich von außen doch da stellt sich mir die Frage wie....

Ein wenig den alten Putz abklopfen und die losen stellen abschlagen und außbessern....NEIN DANKE

Putz und Lehm tiefer abtragen bis auf Balkenmitte (Starken/Flechtwerk) und wieder verputzen....nö, mag das nicht so, denke so wurde das Haus schon mal renoviert und das ergebniss sieht man jetzt

Putz und Lehm tiefer abtragen bis auf Balkenmitte (Starken/Flechtwerk) und das mit Leichtlehmsteinen ausmauern...hört sich für mich recht solide und machbar an, ist z.zt mein Favorit :-)

Gefächer KOMPLETT rausnehmen und ausmauern mit Lehmsteinen, also komplett neue Wand innen und außen...mehr aufwand und die beste Lösung ???

Deswegen wollte ich gerne mal die Meinungen von den ganzen machern und profis hören ob ich da so in etwa auf dem richtigen Wege bin....grins...

Schon mal vielen lieben Dank und einen satten Gruß an alle hier....

Mario





Hallo,

geht alles; aber wie Sie schreiben ist innen alles in Ordnung gebracht, dann scheiden die radikalen Lösungen ja wohl von selbst aus. Wenn Sie, statt Staken neu mit Lehm zu bewerfen, lehmsteine ausmauern wollen, nehmen Sie dem Haus von seiner Originalsubstanz. Und das ist sicher nicht im Sinne des Denkmalschutzes.
Also: Verwandtschaft einladen und mit Lehm matschen !

Grüße vom Niederrhein





Sieht doch gar nicht so schlimm aus. Keinesfalls zuviel machen, kann man alles reparieren. Die Lehmstaken sind das beste was es gibt, ausmauern nur wenn nichts mehr da ist. Sind die Gefache aus Zement oder Kalk. Wie kommt man eigentlich auf die Idee alles abzuhauen? Dir ist klar dass dann dein frischer Innenputz mit abbröckelt.



Ich denk



mal nicht, dass die Gefache hier mal mit Lehm repariert wurden. Das ist wohl der Originalzustand. Die Schäden sind hier wohl auf die exponierte Stelle, unterstützt von ungeeigneter Farbe, zurückzuführen. Loses Material entfernen und mit Strohlehm neu füllen. Für den neuen Putz entweder einen Kalkputz oder Lehmputz aufbringen, je nachdem, was ursprünglich war und mit Sumpfkalk streichen.
Wird dann vermutlich genausolange halten, wie bisher ;-)).
MfG
dasMaurer





so schnell die antworten....super....da muss ich nochmal was nachlegen....

@dasmaurer
ja, ich befürchte das es so lange hält wie bisher, angeblich wurde es so zwischen 75 und 80 neu renoviert.....dem möchte ich gerne glauben schenken aber kann es nicht. möchte jetzt gerne, nicht für die ewigkeit aber schon für mein leben (42j) die Fassade EINMAL richten, gerne auch aufwendig, aber nicht alle 10 jahre neu machen...:-( (streichen oder Ölen ausgenommen)

@André
...ich selbst komme auf die idee alles abzuhauen, aus unwissenheit oder verzweifelung....möchte es halt VERNÜNFTIG machen.....

@D.B
auch innen kann man den putz wieder neu machen oder das ausgemauerte lassen, ist net schlimm etwas mehr arbeit....



Wenn das mit dem



Renovieren stimmt, wurde mit ziemlicher Sicherheit nix an der Lehmsubstanz der Gefache gemacht. Damals üblicherweise wurde mit Kalkzementmörtel, meist mit zu hohem Zementanteil, gearbeitet. Dann noch ´ne hochwertige Fassadenfarbe auf Latexbasis drauf. Dann ists allerdings ein Wunder, dass es so lange gehalten hat ;-)).
MfG
dasMaurer



Das Haus kenne ich.



Hallo Mario,

ich kenne Dein Haus. Hab' mal früher drei Jahre LKW bei Raiffeisen in Ottrau gefahren. War oft in Neukirchen. Und so wie Dein's sehen viele andere Häuser in der Gegend ja auch aus.

Ich vermute, dass die "Sanierung" in den 70er 80er Jahren mit den falschen Materialien durchgeführt wurde. Dichte Farbe, dichter Putz. Wasser geht rein, kommt nicht mehr raus. Wenn Du Glück hast und die Holzkonstruktion noch gut in Schuss ist, würde ich nur alles lose Zeug entfernen, alles ordentlich mit Strohlem bewerfen und von außen schön Verputzen (Kalkputz). Das Fachwerk würde ich Abschleifen und schön mit Öl einlassen (oder gute Farbe, z.B. Jotun Demidekk). Bei unserem Haus mussten wir viele Balken austauschen, weil die Vorbesitzer Schaufenster eingebaut haben und einfach ein paar Pfosten rausgeschnitten hatten. Deshalb fiel dann viel original Fachwerk den Ausbau zum Opfer. Wir haben alles mit Leichtlehmsteinen von Gumbel in Gilserberg (sehr zu empfehlen) ausgemauert. Natürlich vorher Dreiecksleisten ins Fachwerk genagelt. Aber so einfach und toll geht das auch nicht. Du musst ständig die Steine schneiden. Dazu braucht man eine gute Säge. Und nach ein paar Wochen kannst Du alle Gefache nachfugen, weil durch die Trockung der Lehm schwindet und sich die Ausmauerung gesetzt hat. Der Lehmbewurf mit dem wir Innenwände ausgebessert haben hält besser und hat mehr Spaß gemacht. Das Feuchte Zeug mit Schmackes ins Gefach geworfen: Da kann man manche Aggression über die unwissenden Vorbesitzer und den Pfusch abbauen. Noch ein Tipp: Geh mal zum Richardt in Neukichen. Der Sohn (Juniorchef) hat auch ein FW-Haus saniert mit Lehm etc. Der kennt sich gut aus. Nur bei den Preisen musste man nachverhandeln. Für mich war dann die Entfernung zu groß und ich habe mir einen Händler in meiner Region gesucht. Und falls Du noch Fenster brauchst: Fröhlich in Schorbach hat unsere gemacht. Tipp Topp.

Gruß vom Nachtgespenst