Die alten Kellerwände !!! Was tun ???

06.06.2008


Hallo liebe Community!

Ich renoviere zur Zeit ein altes Bauernhaus. Das Haus wurde ca. 1920 gebaut. Leider bereitet mir die "renovierung" des Kellers Kopfzerbrechen. Die Situation ist so, dass der Putz im Keller von Salzen Ausblühungen hat und lose ist. Ich hatte schon einen Spezialisten für Feuchte Wände im Haus (war eigendlich wegen etwas anderem da). Dieser sagte mir, dass das völlig normal sei und ich mir bloß nicht von irgendwelchen Firmen teure Maßnahmen zur Trockenlegung des Kellers verkaufen lassen solle.
Finde ich ganz Sympatisch....er hätte mir ja auch was verkaufen können.
Nun stehe ich vor dem Problem, dass ich den Keller gerne als Abstellfläche nutzen möchte. Dazu soll er optisch etwas netter werden. Ich bin gerade dabei den alten Putz zu entfernen.
Mein erster Plan war es einen Sanierputz aufzutragen. Nun habe ich viel in diesem Forum gelesen und glaube das dieses nicht der richtige Weg ist. Leider kommt auch Kalkputz nicht wirklich in Frage, da für die verschönerung des Kellers nur wenig Geld (...wirklich wenig) zur Verfügung steht.
Meine zweite Idee war es, die nackten Aussenwände mit Osb Platten zu verkleiden und diese zu belüften. Dieses gestalltet sich auf Grund der vielen Rohre etc. auch als schwierig.
Jetzt hatte ich heute die Idee, ob man nicht einfach die Wände mit einem Haftgrund und z.B. einer Kalkfarbe weiß Streichen könnte !?
Ich überlege mir leider jede Woche etwas neues....

Ich wäre wirklich suuuuuper Dankbar wenn mir jemand einen Tipp geben könnte wir ich díesen Keller für wenig Geld etwas schöner gestallten könnte !

Vielen lieben Dank!!!



Keller feucht



Das Einfachste wäre m.E. nach ein einfacher Kalkanstrich.
Vorher alles Lose abkehren, Weißkalkhydrat in Wasser aufrühren, mit Bürste ein- bis zweimal streichen. Der Anstrich ist zwar im nassen Bereich nicht wischfest, aber schimmelabweisend.
Die scharfe Abgenzung im unteren Bereich der Wand, ist dort eine waagerechte Sperrung oder einfach eine Feuchtelinie?
Tritt manchmal Wasser durch die Wand oder den Fußboden?

Viele Grüße



Mein Keller



Hy !

Danke für die schnelle Antwort. Bei der horizontalen Linie handelt es sich um eine Sperre. War sehr erstaunt als ich die Fotos gesehen habe. Wenn ich vor der Wand stehe fällt der Unterschied kaum auf.
Wasser tritt nicht ein. Da der Keller die letzten 15 Jahre verschlossen war und kaum Belüftung vorhanden war hoffe ich auch noch auf besserung.



Kalkputz ist nicht so teuer



Hallo!
Kalkputz ist doch recht billig oder? 40 kg Kalk zum einsumpfen kostet ca 11 Euro. 1 Tonne Sand kostet ca 5 Euro. Ich finde das ist unschlagbar billig, wenn man selber verputzt. Im Keller vor allem bei einem Bauerhaus muss mE nicht alles so perfekt sein.

vg

christian



Bin zwar kein "Fachmann",



aber zwischenzeitlich hat man sich viel angelesen und Erfahrung gesammelt.

Unsere Altforderen haben ihre Keller zumeist gekälkt bzw. "geweißt".
Das bedeutet es wurde über Branntkalk durch einsumpfen Löschkalk (Vorsicht! Calciumhydroxid ist ätzend!! Es muß unbedingt geeignete Schutzkleidung getragen werden) hergestellt. Ist dieser gut abgelagert, also "reif", so erreicht man durch bestimmte Wasserzugabe eine Kalkmilch, die als Anstrich für Feuchtwände bestens geeignet ist.
Die gut selbst herzustellende Farbe ist sehr preiswert und der Anstrich erfüllt alle Anforderungen. Kalkanstriche sind basisch (alkalisch) und bestens gegen sämtliche Arten von Pilzbefall. Zudem wirken sie desinfizierend, sind hoch atmungsaktiv (diffusionsoffen) und beständig gegen Feuchte.

Bei Interesse kann ich mal schauen, ob sich bei uns noch ein Rezept findet. Ansonsten vielleicht auch mal weiter hier auf der Seite schnüffeln. Es gibt soweit mir bekannt ist schon einige Beiträge zum Kälken.
Gruß
Achim Hecke



...ja aber



Hallo Christian !

Das ist für mich eine sehr interessante Info. Ich habe auch diesem gebiet echt keine Ahnung. Ich habe versucht mich ein wenig in die Materie einzulesen, aber wenn das Wort Kalkputz auftaucht wird es immer sehr anspruchsvoll. Sei es die Art des Putzes, die Herstellung und besonders die Verarbeitung....ich fühle mich dadurch etwas abgeschreckt.

Gruß Björn



Ps.: Christian



...ich gebe dir vollkommen recht. Es muss nicht alles so perfekt sein. Das macht ja den Unterschied.



Keller feucht



Ein Sack Weißkalkhydrat kostet im Baumarkt zwischen 3 und 4 €, damit kann mann einen EFH- Keller mehrmals streichen.
Die größere Oberfläche der Wand sorgt für bessere Trocknung.
Wenn es denn Putz sein soll:
Unterhalb der Sperre mehrmals eine mineralische Dichtschlämme mit der Bürste auftragen, oberhalb einen einfachen Kalkputz PI (gibt es auch im Baumarkt pro Sack für einige €) als Pinselputz auftragen.
Das Billigste bleibt der einfache Kalkanstrich.

Viele Grüße

p.s. Löschkalk wird nicht durch Einsumpfen aus Branntkalk gewonnen, sondern durch Nass- oder Trockenlöschung.
Das Einsumpfen im Wasser ist eine Lagerungsart von Löschkalk, die ähnlich wie beim Wein, eine Qualitätsverbesserung bewirkt.



Moin,



an Kalkputz ist nichts Anspruchsvolles, anwerfen, abziehen, reiben. Ich würde auf das selber Löschen verzichten und fertige Sackware kaufen, das kostet auch nicht mehr.

So ganz unrecht hatte Herr Hecke auch nicht, da das Einsumpfen dazu dient, das alle ungelöschten Ätzkalkteilchen reagieren können. Bei der Verwendung von frisch gelöschtem Kalk löschen die noch vorhandenen ungelöschten Ätzkalkteilchen nach und verursachen durch Volumenvergrößerung in der fertigen Putzfläche Blasen und Abblätterungen.



Vielen vielen dank



...für die schnelle Hilfe.

Ich glaube ich werde die Wände mit einem (fertig) Kalkputz etwas verputzen. So verschwinden die gröbsten Mängel.
Ist es bei Kalkputz eigendlich wichtig ihn in einer mindest Stärke aufzutragen ?
Wenn ich den Keller grob verputzt habe werde ich ihn mit Kalkfarbe (Weißkalkhydrat & Wasser) streichen. Gibt es da irgendeine Faustregel ? Mischverhältnis ?
An den Innenwänden ist nur der Bereich unterhalb der Horizontalsperre betroffen. Kann ich dort einfach mit Kalkputz an den vorhandenen Putz anputzen ?

Danke und Grüsse, Björn



Kalkputz im feuchten Keller



Hallo Björn, vielleicht ist dir meine Antwort noch hilfreich. Nimm gelöschten Kalk, in Säcken zu kaufen für ca 4-6€. Für eine Kelle Kalk nimmt drei Kellen Sand, also 1:3 (falls Grobsand, denn je feiner der Sand, um so mehr Kalk benötigst du). Loses abschlagen, Wand mit Wasser abspülen/abbürsten. Dann erste Schicht Putz auftragen bis ca max 1 cm. 1mm braucht dann einen Tag zum Trocknen. Keine zu starke Zugluft, hohe Raumfeuchte ist beim Trocknen optimal. Nach 2-3 Tagen ev. eine zweite Schicht, falls noch grobe Unebenheiten bestehen, aber zuerst erneut Nässen. Mit dem Anstrich warte noch ein paar Tage, aber nicht zu lange damit es ein afresco Anstrich wird. Achtung: immer nur lauteren Kalk auftragen, also lieber zwei, drei Anstriche hintereinander als eine dicke Schicht! Wenn du 0,5-1% gekochtes Leinöl dazugibst haftet der Anstrich besser. Aber der afresco-Anstrich ist eigentlich der größere Vorteil.
Dieser reine Löschkalk-Putz hat ein ausgezeichnetes klimatisches Verhalten, du kannst allerdingst keine Regalwände daran befestigen, er ist nicht besonderst stark.
Grüße
Marco



Keller noch feucht?



Hallo zusammen.

Ich bin Robert aus Neumünster, 29 Jahre jung und habe auch eine Frage zu Feuchtigkeit im Keller.

Vor zwei Jahren war meine Aussendachrinne verstopft und Wasser sammelte sich an der Hauswand. Braune Flecken kamen durch die Kellerwand, Putz und Farbe vielen von der Wand. Nach der Durchspülunge der Rohre mit Druckwagen, blieben die Wände trocken. Demnächst wollte ich dann endlich mal das neustreichen der Wände in Angriff nehmen (von innen). Nun hat sich dort jedoch wieder Putz auf dem Fußboden angesammelt. Wie kann ich als Laie ermitteln ob noch Feuchtigkeit vorhanden ist? Überstreichen und schauen ob wieder etwas durchkommt?

Ein paar Bilder habe ich auch dazu gemacht

http://img245.imageshack.us/img245/2761/dsc05418e.jpg
http://img441.imageshack.us/img441/6517/dsc05419f.jpg
http://img266.imageshack.us/img266/8858/dsc05420yc.jpg
http://img222.imageshack.us/img222/9861/dsc05421s.jpg

Die Wand ist jedenfalls nich löchrig. Geht man einmal mit dem Besen dadrüber ist daunter alles glatt. Feuchtigkeit fühle ich an sich nicht. Nur der neue Putz bzw. Farbe auf dem Fußboden macht mich stuzig. Können das immernoch Reste von dem Wasser von vor zwei Jahren sein?

Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen!