trocken Kellerwand sanieren

18.01.2008



Hallo

Ich habe ein Haus Baujahr 1935 mit einem 2.5 m hohen Keller unterteilt in vier Räumen mit je einem Fenster (0.70x1.00m)der ca. 1 m aus dem Boden reicht. Die Außenwände sind aus Ziegelstein ca. 50 cm dick und von innen verputzt. Seit meinem Einzug (vor 6 Jahren) ist er trocken aber der Putz ist stellenweise sehr lose, sandig und ausgebrochen. Ich habe die Kellerwand von Außen abgedichtet also sollte auch keine Feuchtigkeit auf diesem Weg eindringen. Nun meine fragen: kann ich die Wände einfach mit Gipskartonplatten verkleiden oder muss der lose Putz erst runter und wieder neuer drauf weil er hinter den Platten weiter zerfällt? Ist generell von Gipsplatten abzuraten???? wie gesagt der Keller ist Augenscheinlich trocken. Er soll anschließend als Hobbykeller, ein Raum für die Waschmaschine und einer als Abstellraum genutzt werden. Ich lese immer über Feuchte Wände, Kalkputze und was man da mache kann (soll), Keller soll auch nur als Keller genutzt werden etc. aber es gibt doch auch viele beispiele wo alte Keller als Wohnraum genutzt werden ?



Schimmel......!



GK-Platten als Kelleraußenwandverkleidung führen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu Schäden in Form von feuchte und Schimmelbefall!!

Mein Vorschlag, Putz ab und einen neuen Kalkputz aufbringen.
Und du hast dauerhaft Freude an deinem Hobbykeller.
Alternativ kannst du die Wände auch nach dem Putzabtrag reinigen, verfugen und lässt sie als Sichtmauerwerk ohne Putz stehen.

gruß jens



So und nicht ......



So und nicht anders würde ich ebenfalls (wie von Herrn Schröters beschrieben),die Keller-Außenwände sanieren.Zum guten Schluß eine Sumpfkalkfarbe (Fa. Kreidezeit-Naturfarben).

Mit freundlichen Grüßen
Torsten Selle



Woher nehmt Ihr bitte diese Erfahrung? Was soll ein Kalkputz mit Feuchte und Salzen in 10 Jahren abhalten?



Dieses stellenweise lose...kommt doch nicht einfach so.
Und wenn Benny schreibt "augenscheinlich trocken", dann heißt dies doch nichts.
Ich stelle Euch einen Link ein, von Kellern die allesamt mit Sanierputz und älter als 5 Jahre (die meisten über 10 Jahre) alt sind.
Für mich ist dies Grund genug, auf eine feuchte Kellerwand gehört kein Kalkputz, aber auch kein sonstiger Verputz ohne eine dampfdichte Sperre.
Schaut Euch erst die Bilder an.
Dies ist nur ein kleiner Teil der Schadenbilder aus meiner Praxis.
http://picasaweb.google.com/eddi.bromm/SanierputzKeller
.
Ansonsten wäre ich froh das Gegenteil zu sehen.
Aber auch ein Protokoll der Feuchte im Keller - der mit einem gut dampfdurchlässigen Verputz instandgesetzt wurde.





Hallo Herr Bromm,
ich kann nur auf das geschilderte Problem antworten im Rahmen der Angaben des Fragestellers.
Und wenn es da heißt „Seit meinem Einzug (vor 6 Jahren) ist er trocken“
Nehm ich das so zur Kenntnis.
Der mürbe Putz kann alle möglichen Ursachen haben, bis hin zur schlechten Mörtelrezeptur.

Gerade sie sollten wissen dass ich Sehrwohl im Zweifel auf Sanierputz vertraue und dieses Produkt hier schon oft gegen alle Widerstände hab verteidigt!!

gruß jens



Ich möchte nur......



Ich möchte nur hinweisen,das wir nur Ferndiagnosen stellen und das es nur um Empfehlungen geht,jeder Handwerker hat seine Erfahrungen im Laufe der Zeit gesammelt.Es kommt immer auf den Zustand des Mauerwerkes in Kellerbereichen an, dies kann mann nur durch einen Vororttermin feststellen.

MfG Torsten Selle



Ja,



Ferndiagnosen sind eine riskante Sache. Und wir wollen ja niemanden zu falschem tun verleiten. Das einzige, was ich mal sicher behaupten möchte: Gips, weder als Platten, noch als Putz, hat nix im Keller verloren.
MfG
dasMaurer



Schäden entstehen i.d.R. durch Kristallisation



Wenn eine Wand austrocknet, werden dabei bauschädliche Salze (im Baustoff als Lösung) an die Oberfläche transportiert. Das Wasser verdunstet. Salze und andere lösliche Bestandteile verbleiben an der Oberfläche.
Es entstehen Salzkristalle, und beim Kristallisationsvorgang entstehen lt. Literaturangaben dabei Drücke von 50 bis 200 N/mm². Daher ist es notwendig, ein sehr offenporiges Verputzsystem aufzubringen.
Dass Sanierputze immer wieder im Keller für eine Instandsetzung eingesetzt werden, kann nur so erklärt werden, weil es sehr lange dauert, bis man die Fehler feststellen kann. Das eine ist der optische Schaden (meist vergehen 5 Jahre) und was man noch weniger sieht, ist die erhöhte Feuchte im Raum. Was besser „atmet“ d.h. die Feuchte abgibt, erhöht um so mehr die Feuchte im Keller!
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Gips-, Kalk-, Kalkzement- und Zementputze sind wegen zu hoher Wasseraufnahme und eines zu geringen Anteils von Poren und/oder geringer Wasserdampfdiffusion bei der Instandsetzung von feuchten Wänden ungeeignet.
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Nur nach einer Abdichtung können Sanierputze aufgebracht werden. Diese haben aufgrund ihrer Rohdichte - im Normalfall unter 1300 kg. pro m³ - einen großen Porenraum im Vergleich zu Kalkputz mit mehr als 1800 kg pro m³. Dieser Porenanteil ist notwendig, um die Salzkristallisation und die dadurch entstehenden Volumenvergrößerungen ohne Probleme in der Putzschicht zu ermöglichen.
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Und richtig ist auch, es soll immer eine Objekt,- und nutzungsbezogene Bewertung vorgenommen werden.
Wichtig ist somit auch die Ermittlung von Feuchte und Temperatur im Keller.
Dazu braucht man ein Thermohygrometer mit Min,- und Maximumaufzeichnung.
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Und natürlich kann man den Keller auch so belassen!
Wenn´s nicht weiter stört.



Das können wir so......



....alle mittragen Herr Bromm!

gruß jens



trocken Kellerwand sanieren - NACHTRAG



Danke für die vielen Antworten.

Mein Ziel ist vor allem, die Rohre und Kabel, wie Heizung, Elektroleitungen/Licht, Abwasser, etc zu "verstecken". Die sind nämlich alle offen auf dem Putz verlegt und ich möchte sie gerne abkoffern, damit ich im Hobbyraum nicht überall Leitungen und so sehe.
Deshalb die Gipskarton-Idee oder habe ich noch eine andere Wahl? Recht herzlichen Dank.

Benny



Wenn´s um



Installation verstecken geht, würde ich einen belüfteten Rohrkasten bauen.
MfG
dasMaurer



Kalziumsilikatplatten!



sind da wesentlich besser für geeignet.