Keller Sanieren

11.01.2008


Hallo zusammen, bin neu im Forum und habe hier schon viel gelesen und gelernt. Nun wollte ich auch mal eine Frage stellen.
Wir haben ein Haus von 1936. Auf Bruchstein gebaut. Nun wurde eine Drainage (vertikal) an 2 Außenwänden gebaut um Wasser vom Hang/Gefälle abzuleiten. Nun steht der Keller an. Der Putz im Keller (steinhart und affenfest) ist trocken, aber die Wand dahinter feucht (zur Probe Putz abgeklopft). Dahinter ist Bruchsteinmauer und manchmal alter Ziegel und sandige Fugen. Wollte den Putz ganz abmachen/abklopfen, damit die Wand atmen kann(weil außen ja dicht, Drainage) und neu verfugen, ggf auch Putz drauf.Die Oberfläche trocknet übrigens , find ich relativ gut ab bei entsprechender Lüftung. Der Keller wird als Lagerraum genutzt (Werkzeug, Lebensmittel)
Frage: Was für Putz könnte das sein, den man nur cm²-weise abbekommt, teilweise bis in die sandigen dahinterliegenden Fugen reicht? Sieht aus wie mit Steinchen vermischt.Beton?
Und welcher Putz und Fugenkram ist für diese Art von Innenwand geeignet? Trasskalk oder Luftkalk?
Und gibt es einen Trick diesen vermaledeiten Putz leichter abzubekommen, als cm-weise abzuklopfen?
Taudend Dank für Ihre Hilfe!





Klingt nach einem Zementputz der nachträglich irgendwann mal aufgebracht wurde. Und ist so ziemlich die schlechteste Wahl für einen Keller die man treffen kann.
Egal soll ja jetzt ab.
Besser geht’s mit ner Nadelpistole und einem dementsprechend großen Kompressor(können auch zwei oder drei Pistolen, sofern sich freiwillige finden, angeschlossen werden (Maschinen gibt’s zu leihen). Sollte das nicht funktionieren bzw. immer noch zu mühselig sein hilft nur noch eine Sandstrahlfirma weiter oder aber die grobe Kelle(Meißelhammer). Kann aber zu Rissen in der Wand führen aufgrund der Erschütterung, also besser nich.
Anschließend den Luftkalkputz aufbringen und sich ein vernünftiges Lüftungsverhalten zu eigen Machen.

gruß jens



Der Verputz ist doch in Ordnung. Warum sollte dieser abgenommen werden?



Ich sehe keinen Grund. Noch dazu wo kein Schaden ist.
Wenn kein Wasser eindringt, dann würde ich das I-Bausystem vorschlagen.
Dazu habe ich schon sehr oft geschrieben. Weitere Info dazu auf meiner Homepage bei Schriften insbesondere 12 und 14.



zementputz...



hatten wir auch im keller. Ich hab das zeug runtergeklopft und mit Kalkmörtel neu ausgefugt. Hinter dem zementputz waren teilweise richtige blasen flüssigen wassers!

Wände jetzt (im Winter) trocken. Im sommer belibt das problem der kondensation, ist aber nicht so schlimm und mit Lüften weg zu kriegen.
Einzig die zementreste, die hier und da noch am Stein kleben, stören noch etwas. Aber das ist eine arbeit für die zeit, wenn mal wirklich gar nichts mehr zu tun ist (also ende nie :)



Fugen bearbeiten



Danke für die Antworten, mit Hammer und Meißel und viel Geduld ging der Putz ab.
Nun muß neu verfugt werden. Habe schon viel gelesen, aber immer wieder gibt es Diskusion über den Fugenmörtel. Okey, Zement soll nicht drin sein, aber was ist mit Trass? Und wenn ja, wieviel? Bei den fertigen Mischungen (habe noch keine Firma gefunden) ist immer beim Tass-Kalk-Mörtel Zementanteil mit dabei. Es bleibt nur das selbst anmischen von fertigen Kalkmörtel und Trass.
Die unteren Fugen im Keller (Bodenbereich) sind feucht. Hat jemand eine Idee oder vernünfigen Tipp?



Keller putzen



Hallo Frau Lange,

der sehr harte Verputz kann auf der Wand verbleiben. Was fehlt ist ein Putz der in der Lage ist mehr Feuchtigkeit abzugeben wie der vorhandene. Die Dränage hält nur Wasser ab, dicht macht z.B. die Bitumenbeschichtung. Prüfen Sie ob eine Sperrschicht vorhanden ist, sonst macht der ganze Aufwand wenig Sinn. Ein Kalkputz auf einer nassen Wand ist nicht die Lösung.

Mit freundlichen Grüssen

A. Cyba



Fugen...



Ich würd erst mal die Fugen auskratzen, so paar Zentimeter halt und dann einige Zeit offen lassen.


Um ganz ehrlich zu sein, ich hab Kalkmörtel mit einer Spur Zement genommen zum Verfugen. Also so 24:8:1. Jetzt mag das gegen die reine Lehre sein, ist aber einfacher zum verarbeiten.

Vielleicht hätt ich Trass nehmen sollen, aber naja, bisher bin ich mit dem resultat sehr zufrieden.





Danke für die Antworten, habe die Fugen ausgekrazt...und es trocknet auch sehr gut ab (natürlich bei passender Wetterlage. Da es so viele verschiedene Ideen zum Thema Fugen gibt, werde ich wohl noch´ne Weile abwarten. Die Idee mit dem Luftkalkmörtel ist für Innen denk ich ganz gut, aber schon hört man...aber...für die Verfugung muß alles picobello sauber sein...und natürlich staubfrei! Warum nicht gleich noch keimfrei und steril? Wie soll man das bloß machen? Herr Schneider hat mir das JOS-Verfahren empfohlen, hört sich auch prima an. Habe aber keine Ahnung was so was kostet.
Hat jemand eine Idee wie man die Fugen sauber und staubfrei bekommt ohne das einem nachher der Mörtel nach einiger Zeit aus den Fugen fällt und man Angst haben muß das einem das ganze Haus einstürzt?



Staubfrei...



...naja, mit einem Besen halt.

Ich hab erst mit der Stahlbürste die Mörtelreste runter, dann mit einem Handbesen alles zwei drei mal abgekehrt. Den restlichen Staub hat dann das Nässen (mit zerstäuber oder Quast oder so) gebunden.

Keine Ahnung, ob man das so macht. Aber steril muss ja nicht sein, ausser es sitzt ein Mauerschwamm in der Wand...



Fugen auskratzen/säubern



...das mit dem steril war ironisch gemeint. Die, die ich bis jetzt dazu gefragt und gehört habe, sagen das der Mörtel nicht hält, z.B. Solubel,wenn die Fugen nicht absulut sauber sind. Es beschleicht mich so das Gefühl, als wolle man dem motivierten Laien Angst machen..oder eventuellen Schadensansprüchen vorbeugen. Schließlich ist guter Mörtel nicht billig und wer möchte schon mehrere hundert Euronen zum Tempel raus schmeißen? Ich möchte einfach nur nichts falsch machen, so wie der Vorbesitzer mit dem Beton/Zement.
Achso..mit dem Besen und Drahtbürste war ich auch schon dabei, aber es krümmelt immer noch. Trotzdem, ich danke für die Antwort



Staubfrei...



... naja, bei Ziegelmauern kann ich mir das Vorstellen, aber bei 150 Jahre alten Bruchsteinmauern? Da hört es nie wirklich auf zu bröseln.

Schlimmstenfalls muss man halt alles noch mal machen. Aber wie gesagt, mein selbstgemischter Mörtel mit einem Hauch Zement ist weich und der Sand ist eine Mischung mit grobkörnigen Anteilen. Wie ist das bei den Solubelmischungen, sind da auch kleiner Kieskörner (so bis 1cm durchmesser) drin?



Fugen



Solubel wurde bislang hier im Forum favorisiert. Deshalb hab ich mich bei denen mal schlau gemacht. Die haben verschiedene Körnung und der Berater hat mir empfohlen mit 0-4mm Körnung anzufangen und die 2.Schicht mir 0-2mm Körnung zu beenden, allerdings Luftkalk. Wie gesagt...bin aber noch am überlegen und vielleicht greife ich auch auf Ihre/Deine Mischung zurück.
Gruß aus Osnabrück



soll denn auch...



... neu verputzt werden?

Wir lassen erstmal die Wände im Keller unverputzt, schaut ganz nett aus, wenn die Fugen schön geschlossen sind.

Im Forum habe ich gelernt, dass der Mörtel nicht härter als der Stein sein soll. Also Verputzen würde ich, von Ausnahmen abgesehen, nur mit Lehm oder reinem Luuftkalkmörtel.

Aber noch mal, was sicher total schlecht ist: eine Feuchte Wand mit Zement zu schliessen, also mit härtestem Beton. Das Zeugs ist nicht mehr ohne die Steine anzugreifen runter zu bekommen und dahinter sammelt sich trotzdem das Wasser.

Wenn Sie verputzen: ist die Wand denn eben? Bei Bruchsteinwänden kommen leicht 5 bis 10cm Putzschicht(en) zusammen, wenn der Putz halbwegs Plan werden soll. Und da brauchts dann mindestens drei Schichten, dazwischen Standzeiten.... das zieht sich....





Hallo,
es soll nur verfugt werden, finde ich auch am Schönsten. Ich wollte es dehalb 2-lagig verfugen, weil teilweise, besonders bei der Bruchsteinwand, die Fugen über die berüchtigten 2 cm gehen. Die Leute von Solubel sagen das wenn die Fugen tiefer als 2cm sind, mehrlagig verfugt werden soll, deshalb auch die 2 verschiedenen Korngrößen, von innen nach außen kleiner werdende Korngröße. Aber wenn das auch mir einer Korngröße ginge, währe mir das lieber. Dann bräuchte man nicht soviele verschiedene Kalke.



Und hier wollen Sie "Werkzeug und Lebensmittel" lagern?



Euer Werkzeug rostet sehr schnell und Eure Lebensmittel werden schnell voll Schimmel sein.
Das wird auch nicht durch die Verfugung besser!
Hier können Sie Kartoffel und Eingemachtes lagern und sonst nichts.
Hätten Sie doch den Verputz draufgelassen, dann wäre nicht so viel Feuchte im Raum.



wenn verputzen, dann...



... aber mit irgendwas, nur nicht mit zement.

(mit Zement meine ich hier, ein Putz aus feinem Sand und viel Zement, der so hart und wasserundürchlässig wird).

Und wenn ich auch als Leie nicht viel weiss, aber meine Erfahrung hat gezeigt: hinter dem Zementputz haben sich regelrechte Wasserlinsen gesammelt. Diese sind beim Abschlagen des Putzes rausgeronnen ... also, wenn sie rot gefärbt wären und ich dem Marienkult anhängen würde.... wir hätten hier bald den nächsten Pilgerort (Kloster und Wallfahrtskirche hamma eh schon).

Und wirklich trocken wird die Wand durch einen Zementputz ja auch nicht. Also, wenn Werkstadt, dann muss man sich da noch was anderes zur Entfeuchtung einfallen lassen. Nur ohne Putz ist erst mal für die Wand besser. Wahrscheinlich wird es ohne den sperrenden Putz mit der Feuchte saisonaler. Soll heissen: im Sommer feuchter, im Winter trockener. Mit dem sperrenden Putz bleibt immer Feuchte in Reserve und auch im Winter wird es dann nicht mehr trocken.