Meinungen und Anregungen zu Kellersanierung

28.09.2010



Erstmal Hallo, ich bin Andreas, 32 und komme aus den saarländischen Highlands. Ich habe vor ca. 2 Jahren eine gebrauchte Immobilie dort gekauft. Es handelt sich um ein EFH mit einem angebauten Garagen/Scheunenkomplex.
Baujahr angeblich 1934 wobei ich vermute, das dieses Datum eher den Übergang in "Arischen" Besitz dokumentiert und alles vorher vernichtet wurde.
Ich habe wie viele das Problem eines feuchten Kellers bzw. ist es dort schon fast nass.
Die Gebäudegrundfläche ist ca. 8x6m, komplett unterkellert, an zwei Seiten 1m in der Erde, eine Seite steigt an auf 2,30 und an Seite 4 wurde oberhalb das Badezimmer angebaut.
Kaufzustand war im Keller folgender:
Teppichboden auf grau gestrichenem Betonboden, alle Wände mit Rigips verkleidet, Raumluft sehr feucht, stellenweise Flecken auf dem Rigips.
Ich habe dann allen Teppich (natürlich feucht/modrig) entfernt, ebenso den Rigips. Dahinter fand ich 2mm dicke Styroporbahnen und Wassertropfen. Alles entfernt. Darunter waren die Wände ocker bis schwarz und wellig, ankratzen brachte roten sandigen Putz oä zutage, patschnass.
Ich habe vor ein paar tagen angefangen auch diesen weg zu machen, abschlagen no chance, mit putzigel abschubbern geht.
Darunter befindet sich gelbliches Bruchsandsteingemäuer mit roten Fugen, Steine nass, Fugen ebenso und weich genug diese auszubürsten. Der Versuch die Oberfläche mit einem elektrischen Luftentfeuchter an zu trocknen-erfolglos. Ich hab dann auch mal ein Stück von dem Betonboden geöffnet, fand folgendes: 1,5cm Beton, dann grau/schwarze Schlacke, 4cm. Darunter war nasser Sand mit ein paar 10cm großen Sandsteinen, das ganze ca. 25cm.
Ich hab bewusst an einer Außenmauer gebuddelt um eben auch Lage der Gründung sehen zu können. Also unter der Sandschicht liegt ein roter Sandsteinfelsen. So wie es scheint sind die Mauern direkt auf den Fels gebaut worden.
Die ganze Aktion dient nicht einer Umnutzung des Kellers sondern einer Absenkung der Luftfeuchte im EG darüber, Kellerdecke sind Stahlträger mit Beton/Schlackeeinlage.
Hat jemand Ideen/Ansätze zur Verbesserung des Ist-Zustandes?
Hatte vor 2 Jahren einen Gutachter da, doch da hat man ja das Ausmaß noch nicht wirklich sehen können, nur die Feuchte, sein Ansatz war erstmal bis aufs reine Mauerwerk alles ab was dran ist.
Bin für jede Hilfe dankbar :)

PS: 20cm über dem Erdniveau wurden von außen irgendwann mal Löcher in die Wände gebohrt und so Belüftungsstöpsel dran gemacht. Horizontalsperre bis auf Felsenniveau nicht gefunden, da vermutlich nicht vorhanden.



Das selbe wie



bei mir.Putz komplett ab und siehe da es stinkt nicht mehr.
Nutzen wie einen Neubaukeller geht wenn überhaupt nur mit einem riesen teuren Aufwand.War es mir aber nicht wehrt.
Ich belüfte jetzt gut und lager Kartoffeln da unten.
Die Keller wurden ja auch nicht zum Wohnen gebaut in der Zeit.



Nicht ganz klar:



Hast Du jetzt vor zwei Jahren den Gipskarton und das Styropor entfernt und es ist immer noch nass, oder hast Du das jetzt erst entfernt?

Bilder helfen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



welcher Aufwand?



Ich hatte mir schon gedacht das ich keinen Einzelfall habe :)
Als Wohnraum möchte ich den Keller eh nicht nutzen, aber allein aus Schimmelgründen sollte ich versuchen die Feuchte zumindest in den Griff zu bekommen.
Ich hatte an folgendes gedacht: innen komplette Abschachtung auf den Felsen, Kiespackung drauf, dann 120er Perimeterdämmung, darüber eine Sperrschicht Schweißbahn, dann entsprechend armiert neu Betonieren.
Von Außen wollte ich im Frühjahr Freilegen und entweder dickbeschichten oder mit Ton Abdichten und ebenfalls Perimeterdämmung anbringen.
von Außen muss eh gegraben werden, da ich sowohl Abwasserrohre als auch Fallrohre überprüfen möchte.
Außerdem soll die Einfahrt ebenfalls neu gestaltet werden weg vom Asphalt.



vor 2 Jahren



Ich hab den Gipskarton und das Styropor vor 2 Jahren entfernt, den Putz darunter erst jetzt, der Feuchteaustrag ist natürlich momentan entsprechend extrem, Kellerfenster sind eh immer nass, jetzt noch mehr, wo die Sonne im Sommer auf den Sandstein geschienen hat bildete sich eine grüne Moosschicht.
Was auffällig ist das auch die innenwände nass sind, Grundriss Gebäude 8x6m rechteckig jeweils mittig getrennt in 4 gleiche rechtecke. eine dieser innenwände ist auf der einen seite trocken, auf der anderen nicht.
generell scheint es aber so, das die Hangseite stärker betroffen ist.
Im Keller steht in einem Raum die Ölheizung, es ist dort 1 Heizkörper vorhanden, der trockenste Raum mit der geringsten Erdberührung.
Luftdaten: Temperatur ca. 17°, Luftfeuchte lt. digitalem Hygrometer 84%
Bilder mache ich gerne heute abend welche.

Die sehr oft angesprochenen Salzausblühungen treten in dem Keller nur an einer Stelle am Ziegelsteintürsturz auf, ansonsten habe ich bis dato noch keine gefudnen, die Bilder werden Aufschluss geben.





Hallo Andreas,

wie wurde der Keller in den vergangenen beiden Jahren belüftet und welche Putz ist hier an den Wänden? Welche Farbe?

Wenn der Putz sich nur von einem Putzigel beeindrucken lässt klingt das für mich nach einem Zementputz o. ä.
Zementöse Putze im feuchten Altbaukellermilieu sperren die Wände zu sehr ab und sollten entfernt werden. Dies könnte sogar schon der Grund sein, weshalb Feuchtigkeit in das Erdgeschoss gelangt ist.

Neben dem Putzentfernen gilt es aber auch herauszufinden woher die Feuchtigkeit kommt. Abflussrohr, Versickerungsflächen in Hausnähe und der Lauf des Oberflächenwassers auf Deinem Hanggrundstück sind zu prüfen, aber auch Dauerhaft die Luftfeuchtigkeit im Keller – begleitet von richtiger Lüftung.
Bei 85% Luftfeuchtigkeit und 17°C Lufttemperatur liegt der Taupunkt bei 15,5°C. Das ist nah dran und bei höheren Sommertemperaturen kommt/kam es gewiss auch zur Kondensatbildung.

Ich bin gespannt auf die Bilder.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Putz



Also was für ein Putz genau es ist lässt sich schwer deuten, an der trockensten Wand ist er ocker-farben, sehr rauhe und grobe Oberfläche, je feuchter es wird, desto mehr geht die Farbe Richtung schwarz, jedoch ist dies jeweils nur die Oberfläche, kratzt oder haut man drauf ist die Farbschicht nur ca. 1mm dick, darunter ist blass roter Sand, es ist das selbe Material wie auch in den Mauerfugen. zum Meißeln ist das zeug zu weich, zum Schleifen zu grob und zu nass. entweder ma holts mit dem igel runter oder mit ner drahtbürste.
Das Material in trocken ist rötlich/rosa, Festigkeit: zerbröselt zu Sand wenn man drüberreibt, nen Schraubenzieher kann man mit etwas Druck einfach in die Fuge stecken.
Ah, das Mauerwerk ist ca. 50 cm dick, zweischalig mit Sand und Kleinbruch gefüllt, im Sockelbereich ist ein Sockelputz angebracht von außen, Bei Regen zieht dieser außen außer an einer Stelle ca.30cm Feuchte, keine Abplatzungen oder Ausblühungen, Schichtdicke 5cm mit drahtarmierung. darüber sind Plastik-kammer-Profile auf Dachlatten ohne Isolierung, Im unteren Hausbereich sind die Dachlatten morsch. Darunter ist ein Brauner Putz, partiell 10cm etwas Aussalzung, Oberfläche ist Hart, feuchte zwischen Kunststoff und Putz trocknet binnen Minuten ab.
Ah Kellerbelüftung: es waren die ganze Zeit einfach verglaste Fenster, jetzt sind Isofenster drin:
Heizungsraum 80x40, Waschküche 90x70 Isofenster aus den 70ern, Raum 2 Fenster mit 80x40, Raum 3 kein Fenster aber die Treppe ins EG, dort war mal ein Fenster welches aber von außen zu gemauert wurde, da dort drüber der Badanbau ist. Fenster sind momentan öfter mal auf, im Sommer zeitweise wenn ich was gearbeitet habe. Zu beobachten war, das im Sommer bei offenem Fenster die Luft im Keller trockener und besser geworden ist, mehr Feuchte oder Kondensatbildung konnt ich nicht feststellen, auch wenn die Wandoberflächen aufgrund der Feuchtigkeit natürlich sehr kalt sind.

Edit:
Also Grundstück ist wie gesagt abschüssig, nach 2 Seiten, wobei die Wände der hangabgeneigten Seiten ebenfalls feucht sind, wenn auch nicht so heftig. Der Berg steigt hinterm Haus an, also die tiefe Seite ist vorne und rechts. Diese beiden Seiten sind Rasen, vorne ist im Rasen der Heizöl-Erdtank vergraben. Linker Hand ist die Einfahrt Asphaltiert ebenso der komplette Hof hinterm Haus. An der Badanbauwand ist an der Oberfläche ein Gulli wo der gesamte Hof entwässert wird. Regenrinnenfallrohr ist 20m weiter an der Scheune. Das zweite Scheunendach entwässert rechts vom Haus wie auch die Vordere Hausdachseite.
Wasserleitungen sind im Keller sichtbar, kein schleichender Wasserverbrauch feststellbar.
Abwasser aus der Küche geht im Keller in einen Ablauf, Bad in die Klärgrube hinterm Haus, wohin der Ablauf führt bzw. welche Verrohrung vorhanden ist weiß ich nicht, müsste aufgegraben werden.
Bilder kommen heute Abend.





Das Sie die Salzausblühungen nur an einer Stelle sehen, bedeutet nicht das es nur an dieser Stelle Salz gibt. Bei der von Ihnen geschilderten hohen Wandfeuchte sind die vermutlich vorhandenen Salze noch im Mauerwerk in Lösung. Klarheit darüber erlangt man über Salzanalysen des Mauerwerks an verschiedenen Stellen.



Herr Hoppe hören Sie bitte auf hier Empfehlungen zu geben!



Schauen Sie doch erst mal den Beitrag vom WDR an siehe:
http://www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2010/0830/04_feuchtigkeit.jsp
Weiter lesen Sie bitte was zu diesen Themen andere Fachleute ausführen, siehe:
http://www.dhbv.de/index.php?reporeid=172



Osmose und co



Davon halte ich sowas von überhaupt nichts, utopisch teuer und 90% erfolglos



Bilder



Hier mal eines von der Wand und unter dem Fußboden, der schwarze Staub ist vom Beton sägen.



das ist...



Die rechte vordere Seite mit der angebauten Wand des Nebengebäudes. Man beachte die starke Moosbildung oberhalb in den Fugen der Eternitplatten.



Gebäudefront



Hier die Vorderseite, ca. 4m zum Gehweg, 30cm erhöht.