Kalkputz auf Wärmedämmung außen




Hallo zusammen,

wir möchten in diesem Jahr unsere Fassade sanieren. Unter anderem haben wir von der Denkmalpflege die Auflage das 1. Obergeschoss mit einem Kalkputz zu versehen. Darunter dürfen wir eine Wärmedämmung anbringen. Diese wurde vom Energieberater bei 035 auf 10 cm gerechnet. Angedacht hatten wir eine Dämmung mit Holzfaserweichdämmplatten.

Nun sind wir dabei erste Angebote einzuholen. In den Gesprächen wird uns sowohl von Kalkputz als auch von Holzfaserweichdämmplatten abgeraten. Im Putz wären nach 5-6 Jahren Risse und die Dämmplatten hätten ein zu unterschiedlichen Ausdehnkoeffizienten als der Putz. Empfohlen wird uns dabei ein Wärmedämm-Verbund-System und das Ganze immer mit Styropor. Dazu dann die Aussage, dass Styropor heute diffussionsoffen sein.

Ich habe bei dem Ganzen kein gutes Gefühl. Welche erfahrungen habt Ihr mit Wärmedämmung (welche?) und Kalkputz? Was könnt Ihr für den Aufbau empfehlen?

Besten Dank sagt Sontje



Hallo Sontje,



habe denn die die Dir von Holzweichfaser abrate schon damit gearbeitet? Wie soll den homogenes Material einen unterschiedliche Ausdehnungskoeffizet habe?

Anbei ein Foto von unseren Haus das wir außen teils mit Schilfrohrdämmplatten teils mit Weichholzfaserplatten gedämmt haben. Auch haben wir anderen BV mit Weichholzfaserdämmung gute Erfahrung.

Die Platten haben ein sehr hohes Trocknungspotential, was die daruter liegende Konstruktion trocken hält.

Viele Grüße Gerd



Kalkputz auf Wärmedämmung



Hallo Sontje,
aus welchem Material besteht eigentlich die Wand?

Auf Holzweichfaserplatten kann man sehr wohl einen Kalkputz aufbauen, diese Aussage ist falsch.
Ein WDVS funktioniert nicht nur mit Styropor, sondern auch mit Holzweichfaser, Schilfrohr oder Mineralfaser als Dämmung.

Viele Grüße





Hallo,

die Wand ist ein Holzfachwerk mit Ziegelausmauerung unverputzt.

Gruß Sontje





Hallo,

also die Wand ist eine Fachwerkwand mit Ziegelausmauerung und unverputzt. Dazu noch als Hinweis: Wetterseite und Schlagregenbelastung nach Klasse 3, also hoch belastet.

Habe auch noch eine Untersuchung gelesen, die auf Wetterseiten keinen Kalkputz empfiehlt.

Gruß Sontje



Kalkputz



Generell sind WDVS mit Dünnbeschichtung, also bis auf Kornstärke abgerieben, auf Oberputzstärken von 6 mm maximal begrenzt. Das ist schon die hochwertige Variante !
Deshalb muß darunter grundiert werden, um die Wasseraufnahmefähigkeit herabzusetzen. Mit Holzweichfaser ist das möglich, aber an stark schlagregenbelasteten Fassaden mit einem m.E. wenig akzeptablen Restrisiko verbunden.

Mein Vorschlag geht deswegen in Richtung klassischer Edelkratzputz auf Holzweichfaserplatte in Auftragsstärken nicht unter 10 mm, besser 15 oder 25, Platten aber unbedingt verdübeln wegen der erheblichen Lasten.
Das Risiko der Rißbildung läßt sich im Übrigen durch einen zweilagigen Unterputz vermeiden, wobei die Armierung erst in die zweite Lage eingelegt wird.

Sollte aus Gründen der Denkmalpflege ein Edelkratzputz nicht akzeptiert werden, kann man auch noch mit einem mehrlagigen Wärmedämmputz zurechtkommen.

Im Übrigen: Denkmal geht vor EnEv !
Schicke gerne mal die entsprechende Klarstellung der Landesdenkmalpfleger.
Also: Sparsame Innendämmung ist nicht ausgeschlossen, wenn draußen einfach ein Kalkputz aufgebracht wird.



Das



Gewebe gehört in das obere drittel des gesamten Putzaufbaus. D.H. bei einem 2-lagigen Putz in den Unterputz.

Auf der Schlagregenseite würde ich auch keinen reinen Kalkputz verwenden. Hier empfiehlt sich eine hydraulischer Putz. Wir habe auf auf dem oben abgebildeten Foto, Schlagregenseite, einen Trass-Kalk-Putz in ca. 15 mm Gesamtstärke mit Fresco-Anstrich aufgebracht.

Grüße Gerd



Meine Vorredner haben schon



fast alles geschrieben. Holzweichfaserplatte geht natürlich. Beachten muss man, das die Platten einen anderen Dämmwert haben 045 statt 035.
Handwerker, die von den Weichfaserplatten abraten, würde ich nicht mehr an der Ausschreibung beteiligen, also nicht überreden und nicht versuchen zu überzeugen. Sollte es schwierig sein Handwerker zu finden, empfehle ich, sich mit dem Herstellerwerk der gewünschten PLatten in Verbindung zu setzen. Diese kennen meistens Betriebe, die bereit sind dieses Material einzusetzen und die das Material von anderen Bauvorhaben bereits kennen.



Schilfrohr/ Holzfaser



@Gerd Meurer

nur aus Neugier:
Warum haben sie beide eingesetzt? (Schilfrohr und Holzfaser)

Haben Sie den weiteren Aufbau in gleicher Art und Weise vorgenommen?

MFG
Andreas



Kalkputz auf Wärmedämmung



Zur Ergänzung:

Hinweise und technische Regeln für Bekleidungen und Verputz von Fachwerk ist im WTA- Merkblatt 8-4-00/D zu finden.

Viele Grüße



By the waay



Hallo

Ich würde Ihnen empfehlen nicht zu dämmen.
Billiger, besser, dauerhafter!

Meine "Argumente" bitte hier im Forum unter der Suchfunktion finden!
Sonst - Mail!

Oder auf der "Konrad Fischer" Seite oder bei sancal.de informieren;etc.
Schadet im Vorfeld nichts, denke ich!

Der staatlich forcierte Dämmblödsinn mit an Haaren oder Pullovern herbeigezogenen Argumenten wird für den Bauherrn und die Bausubstanz auch nicht besser, wenn 100000e E-Berater in dieses Horn stossen.

Erst umfassend informieren, dann entscheiden.

Politikerzitat: "Die Wahrheit wird nie von der Mehrheit propagiert"

Und die "Erfahrungen" mit denen da gehandelt wird haben eine Halbwertszeit, die momentan am Bau usus ist!
Leider!

FK



@ Andreas



Unsere Haus steht direkt an einer sehr schöne Stelle am Rhein und manchmal im Schnitt alle 17, sagt zumindest meine Recherche deer letzen 300 Jahre auch mal im Wasser.

Für diesen im Wasser stehenden Bereich ist die Weichholzfaserplatte nicht das richtige.

Grüße Gerd



Das ist einleuchtend



@Gerd Meurer

und gut durchdacht. Mich würde aber noch interessieren, wie der weitere Aufbau erfolgte.

Soweit ich weiss,sind bei Holzweichfaserplatten,die
nachfolgenden Putzstärken nicht so üppig.

Bei Schilfrohr können 2-3 cm Kalkputz drauf.

Ich bin auch am überlegen, wegen Wandheizung(WEM), ob ich
mit Schilfrohr oder HWF-Platten dämmen soll. (Außen)
Oder überhaupt dämmen einen Sinn ergibt.

Schilfrohr gefällt mir bisher sehr gut, obwohl theoretisch schlechter als HWFP, aber wohl in der Gesamtbilanz ökologischer meines Erachtens.

Welche Dicken sind denn bei Ihnen drauf?
SChilfrohr mit 5cm oder doppelt? und HWFP?

MFG
Andreas



Hallo Andreas



manchmal kan eine leichte Innendämmung wirkungsvoller sein als eine Außendämmung.

Gerne kann ich Dir per Mail mal eine Information zu diesem Thema zuschicken.

Als Putzaufbau habe wir einen 2-lagigen Trass-Kalk-Putz aufgebracht in einer Gesamtstärke von ca. 20 mm den wir freskal mit Kalkfarbe gestrichen haben.

Grüße Gerd





Wie bitte Styropor soll diffusionsoffen sein, das ich nicht lache.

Ein: nehmen Aceton aus den Baumarkt. geben sie einige ml auf eine Styropor Platte in dem nun entstandenen Loch finden sie ihre harte feste Plastikmasse.



Ohne jetzt...



...darauf einzugehen, ob ein WDVS aus Styropor Sinn macht oder über den genauen SD-Wert von EPS zu diskutieren, darf ich hier bitte mal einen Vergleich zu der Acetonnummer machen. Das wäre, wie wenn man den SD-Wert von Pellets mit dem von lockeren Spänen vergleicht.

Gruß Patrick.