Welche Innenwandsanierung im Bruchsteinhaus?

13.02.2008



In meinem ca. 150 Jahre alten Bruchsteinbauernhaus saniere ich gerade die Innenwände im Erdgeschoss. Der Vorbesitzer hatte einen Putz aufgebracht, der es den Mauern anscheinend nicht ermöglichte, Luft und Feuchtigkeit im ausreichenden Maße zu transportieren. Über kurz oder lang werde ich auch den Außensockel von seinem "Zementmantel" befreien. Zum Glück ist dieser "Mantel" nur im sichtbaren Bereich angebracht worden. Da ich ein absoluter Anfänger bin, hätte ich hier gerne ein paar Meinungen eingeholt.

Ein hinzugezogener Verputzer empfahl BetoKontakt von Knauf für den Unterputz und er würde dann etwas drüberputzen, was bestimmt hält. Nun, das hörte sich nicht sehr vertrauenserweckend an, zumal BetoKontakt besonders für Betonoberflächen empfohlen wird.

Meine Fragen:
- Aus was besteht mein jetziger Untergrund?

(siehe Fotos! Ich vermute die alten Wandteile sind ein Sand-Kalk-Bims-Putz, da es gelblich ist, leicht bröselt und Feuchtigkeit anscheinend gut aufsaugt. Teile sind mit einer dünnen Gips-Schicht überzogen und weitere Teile, besonders im Fußboden- und Fensterbereich wurden mit einem Zement-Mörtel ausgebessert)

- Was empfiehlt sich für den Wandputz im Innenbereich?

(Ich vermute eher in die Kalk-Richtung, weil es für Lehm nie trocken genug sein wird, oder?)

Es würde mich sehr freuen, wenn mir jemand ein wenig weiterhelfen könnte - Vielen Dank schon mal vorab! ACH, P.S.: ich bin wirklich eine absolute Niete in dem Bereich, deshalb bitte keine fachspeziefischen Begriffe... ;-)



Sockelputz muß Spritzwasser abhalten und sollte Sperren!



Also den intakten Zementsockelputz abzuschlagen halte ich ja eher für einen Fehler.
Es sei denn sie bestehen auf feuchtem Sockelmauerwerk?

Für den Kellerinnenputz ist ein Kalkputz schon okay.

mfg jens





Hallo Jens,
ich bin ein wenig verwirrt. Egal wo ich mich bisher erkundigt habe, fast überall heißt es, dass ein mit Zement o. ä. verputztes Bruchsteinhaus nicht richtig "atmen" kann, und oftmals die Feuchtigkeit nicht mehr nach außen abtransportiert wird und sich deshalb nach innen in Form von Salpeter niederschlägt (was bei mir im Keller auch leider der Fall ist...).

Das ist allerdings im Moment erst mal nicht meine dringlichste Frage. Viel eher bin ich auf der Suche nach der besten Lösung für meine Innenwände im Erdgeschoss = Wohnbereich. Da ich nicht weiß, was vor 150 Jahren für sowas verwendet wurde, wollte ich hier mal nachfragen, ob das evtl. jemand weiß.

Wäre super, wenn mir da ein paar Empfehlungen gemacht werden könnten.

Ach übrigens, habe ich beim ersten mal vergessen zu erwähnen: Das Mauerwerk ist nur außen Bruchstein, innen ist eine ca. 30 cm dicke Bimswand, die dann mit besagtem alten Putz verputzt ist.

LG, die Nina.





Hallo Nina,
mag sein das es hier unterschiedliche Auffassungen zum Thema Zementputz gibt.
Ist ein Kontroverses Thema.
Ich bin ein Befürworter von Sperren an Gebäuden.
Was zur Folge hat das ich beim Sockelputz einen sperrenden Putz bevorzuge, vorausgesetzt das Gebäude hat kein Problem mit aufsteigender Feuchtigkeit.
Die Diffusion dieses Putzes ist zwar geringer, dafür lässt er aber auch weniger Feuchtigkeit in den Baustoff eindringen um sie später durch Diffusion wieder abzugeben.

Zur Frage des vorhandenen Innenputzmaterials kann man anhand von Bildern leider keine Aussage treffen.
Was die Salzbelasteten Kellerwände anbelangt so ist dies nicht auf Zementputz zurück zu führen.

Grundsätzlich jedoch ist im Wohnbereich ein Kalkputz das Mittel der Wahl.

Mit freundlichen Grüßen



Re: Bruchsteinhaus



Hallo
Ich habe auch ein altes Haus, Kelleraussenwände und Sockel über Erdboden aus Bruchstein.
Der Sockel wurde in den 60er Jahren verfliesst.
Ich habe alle Fliesen samt Zementmörtel entfernt, dann die Fugen, die waren auch aus altem Kalkmörtel, schön tief ausgekratzt und mit dem Kalkmörtel von Solubel neu verfugt bzw. grosse Löcher mit Steinen neu ausgemauert. Am Schluss habe ich das ganze Mauerwerk mit dem dünnflüssigen Mörtel mittels eines Quasts verschlämmt. Sieht auch wirklich gut aus. Du musst aber vor dem Ausfugen oder verschlämmen der Wand einen Spritzbelag aufwerfen, damit es auch gegen das Regenspritzwasser hält.
Das gute ist jetzt:
Nach einem Regen ist die Wand zwar aussen etwas feucht, trocknet aber gleich wieder ab, es gibt auch keine Risse oder Frostschäden.
Am besten rufst du bei solubel an und verlangst den Chef, Herrn Ruf, der ist auch Stukkateurmeister und kann dir alles genau erklären.



Innenputz



Hallo guten abend Ihr Innenputz ist mit großer sicherheit ein kalkputz ,auf dem noch teite der alten kalkfarben anhaften, ist bei so alten häusern normal schlagen sie den gipsspachtel ab und ersetzen sie ihn durch einen neuen kalkputz finde die putze der fa schaefer-krusemark am besten aber das ist auch subjektiv und lassen sie um gottes willen den betokontakt von den wänden das hat unter kalkputz nichts zu suchen. und bitte Gipsputz nicht mit kalkputz überputzen das verträgt sich nicht





Mensch, super, danke für Eure Antworten. Jetzt habe ich sogar gleich noch was für meine Außensockelfrage dazugelernt. ;-)

Mein Freund und ich haben am Wochenende beschlossen, dass wir uns jemanden suchen, der mal vorbeikommt und sich alles anschaut. Denn wir wollen auf keinen Fall etwas falsch machen. Vielleicht kennt jemand von Euch einen guten Fachmann, der sich mit alten Häusern usw. auskennt, der aus der Umgebung von Koblenz kommt.

Ich habe nämlich betreff Feuchtigkeit mal was ausprobiert und ein schreckliches Ergebnis erhalten... Ich habe in jedem Zimmer des Hauses (auch im ersten Stock) ein Kissen gegen eine Außenwand gelegt und 1 Woche dort liegen lassen. Jedes Zimmer wurde weiterhin normal gehiezt und regelmäßig gelüftet. Überall bildeten sich schwarze Schimmelflecken... Ohhhjeeehhh!!! Ich denke, das ist nicht gut!

Also, wenn mir jemand einen "Sanierungs-Berater" empfehlen kann... Gibt es sowas überhaupt???

Liebe Grüße, die Nina.