Probleme beim Kalkputz

02.05.2007


Wir haben uns für einen Kalkputz in unserem Fachwerkhaus entschieden. Aber leider gibt es einige Probleme. Die meisten Wände sind noch verputzt. Wir haben nur die alten Tapeten abgemacht. Nun hat der Putz natürlich überall Risse und blättert teilweise ab. Die Fachleute die da waren, trauen sich nicht, auf diesen Putz draufzuputzen. Erstens weil er bröckelt, zweitens weil sie nicht wissen ob´s hält, weil verschiedene Farben(Malereien)/Anstriche verwendet wurden.
Sie meinen jetzt, entweder alles runter, bis zum Holz/Lehmgefache oder auf den alten Putz wieder Putzträger, wie Schilfrohrmatten oder Streckmetall anbringen und dann wieder mit Grundputz und Feinputz drübergehen.
Würde das denn überhaupt funktionieren? Wollten natürlich nicht den alten Putz überall abklopfen!



Verständlich ...



als Fachmann würde ich auch keine Garantie geben wollen, wenn der Untergrund so fragwürdig ist.
Als Laie und Selbermacher würde ich den losen Kalkputz auf jeden Fall abklopfen und entsorgen. Das hat gleich den Vorteil, dass ich den Zustand der Balken und Gefache kontollieren kann.
Wo der Putz hohl klingt oder stark sandet oder ..., hat man keine lange Freude, früher oder später ist dann Nacharbeit angesagt.
Wirklich: Frickelei ist immer Mist. Das habe ich schon oft selber erfahren müssen!

OK, so eine Putzabklopfaktion mach sicher viel Arbeit, ist mit ein paar Freunden und Helfern aber schnell durchgeführt und kostet neben ein paar Bier nur minimale Entsorgungskosten.



Viel Arbeit!



Der Putz klingt nirgends hohl, ist überall noch fest, nur die lezte Schicht gefällt den Putzern nicht, weil sie nicht wissen was drauf ist. Leider können wir nicht nur diese Schicht entfernen, wenn dann muß alles runter. An manchen Stellen, wo z.B. Kabelkanäle geklopft wurden, oder wo neue Fenster reinkamen, an diesen Stellen bröckelt jetzt der Putz.
Wenn uns aber keiner sagen kann, ob die Variante mit dem neuen Putzträger über dem alten Putz funktioniert, werden wir sicherlich alles abklopfen.
Leider ist es fast das ganze Haus! 150m2 Wohnfläche!
Der Architekt, der damals vor dem Hauskauf da war sagte, nur dort an den Wänden was machen, wo Rigipsplatten dran sind, sonst alles lassen. Da wir die Renovierung aber ohne Architekten durchführen, können wir jetzt leider nicht fragen was er über dem alten Putz machen wollte!?



Achso ...



es blättert nur die oberste Schicht ab? Quasi die Farbaufträge der letzten 100 Jahre? Der Putz selber ist soweit intakt?
Dann würde ich es mal mit Abwaschen versuchen: Wasser, Bürste, Spachtel ... das ganze Programm. Wenn darunter ein sauberer Kalkputz zum Vorschein kommt, reicht vielleicht das Behandeln mit Kalkmilch um den Putz genug Festigkeit zu geben.
Noch eine dünner Schicht Oberputz drauf und fertig?
Die Fehlstellen kann man Beiputzen, evtl. mit Gewebe arbeiten.

Nicht nur das Abklopfen, sondern auch das Neuputzen gespart?
Man kann ja mal an einer Wand versuchen was einen erwartet...



Tja....



Hallo !

Machmal sollte man beim "Renovieren" einen Schlußstrich ziehen. Über hundert Jahre würde drübergemalt, ausgebessert, beigeflickt. War bei uns genauso.
Wir haben uns gesagt Schluß jetzt, alles was irgendwie lose, bröselig, rissig oder sandig aussieht runter und neu. Ich werde aus dem Haus nur in waagerechter Lage ausziehen, das hoffentlich nicht so bald und habe keine Lust in 10 Jahren nochmal mit den "Drecksarbeiten" anzufangen.

Karsten




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