Lehm- oder Kalkputz auf Innenseite einer Sandsteinaußenmauer

02.05.2011



Guten Abend,

ich stehe vor folgender Entscheidung: Kalk-, Kalkzement-, Lehmputz auf Sandsteinmauerwerk?
Angaben zur Wand
Innenputz auf Sandsteinmauerwerk im 1.OG. Bisheriger Putz (Kalkputz) sandet, bzw. fällt nach "Blasenwurf" ab. Habe vor, allen losen Putz bis auf die Sandsteine abzuklopfen/-bürsten und neu zu verputzen. Welcher der o.g. Putze bietet sich beim sensiblen Sandstein am ehesten an?
Über Anregungen und Erfahrungsberichte freue ich mich sehr.

Dankeschön



Innenputze



Alle genannten Putzarten funktionieren auf Sandstein, wenn sie gemäß den technischen Regeln verarbeitet werden. Je nach Nutzung der Räume sollten Sie über eine Innendämmung nachdenken. Dazu passen dann Kalk- oder Lehmputze.

Viele Grüße



ist die Wand



eher feucht oder trocken?

Kamen irgend wann mal andere Stoffe darauf zum Einsatz?

Luftkalkputze oder Lehmputze

FK



Bevor Putz,



aufgebrtacht wird benötige ich natürlich einen tragfähigen, nicht sandende Untergrund, sonst hält überhaupt kein Putz dauerhaft, egal welcher.

Grundsätzlich rate ich auch zu Baustoffen mit hohem Trocknunspozential wie z. B. Kalk oder Lehm.

Grüße



Lehm- oder Kalkputz auf Innenseite einer Sandsteinaußenmauer



Danke für Ihre Antworten Hr. Böttcher, Hr.Kurz und Hr.Meurer.
Leider komme ich mit dem Frage/Antwortmenü noch nicht ganz zurecht.
Auf der Sandsteinaußenmauer wurde vor etwa 13 Jahren ein Sandsteinrenovierungsverputz von außen aufgetragen. Vermutlich Rajasil o.ä. Leider wurden nicht nur die maroden Stellen ausgebessert, sondern die gesamte Fassade "verputzt" und eine Quartierseinteilung nachmodelliert. Ich bin mir nicht sicher, inwieweit dieser Auftrag, wenn auch dünn und hoffentlich auf mineralischer Basis sperrt, bzw die Außendiffusion beeinflußt.
Deshalb möchte ich die Innenseite der Außenwand unbedingt diffusionsoffen gestalten.
Ich habe mich noch nicht entschieden, ob die Innenseite der Außenwände mit Kalkputz, Kalkzementputz oder Lehmputz gestaltet wird. Als Innendämmung habe ich an Holzfaserdämmplatten (Es gibt ja eine verwirrende Auswahl von Claytec, Pavatex, ...) gedacht.
Ein Handwerker riet mir Mineralwolle, Folie und dann Gipsplatten anzubringen. Ich bin totaler Laie, aber mir leuchtet die ganze Absperrerei nicht ein. Sandstein muß doch die Feuchtigkeit irgendwohin abgeben können. Was passiert hinter so einer Folie?
Ich denke, daß bei "natürlichen" Materialien der Feuchtigkeitsaustausch, wenn auch mit dem Innenraum die besser Lösung ist. Die Wände der Innenwände möchte ich auch nicht wie "empfohlen" mit Gipsplatten begradigen. Lieber krumme Wände mit dünnem Kalk oder Lehmputz. (Tapetenschichten der letzen Jahrzehnte habe ich bis auf alte Kaseinanstriche entfernt. So gut es geht werde ich diese wohl abwaschen müssen, damit der Streichputz darauf haftet). Jedenfalls stelle ich fest, daß ich mich in ein Abenteuer gestürzt habe.

Danke für Ihre Tipps!



Lehm- oder Kalkputz auf Innenseite einer Sandsteinaußenmauer



Hallo Christian,
ich stand letztes Jahr vor der gleichen Situation und Frage.
Lehm oder Kalk ist wohl eher eine philosophische Frage. Ich hab mich nach einigem Lesen hier im Forum für Kalk entschieden.
1. es wächst nichts drauf
2. es passte besser zum Gesamtbild des Hauses

Des weiteren hab ich mich bewusst gegen eine Innendämmung entschieden da ich erstmal die Sünden des Vorbesitzers entfernen musste. Das Haus war von außen komplett einzementiert und im Innenbereich wurde mit PU-Kleber Dämmplatten aufgeklebt.
Da Feuchtigkeit doch irgendwo wieder raus will hat das dazu geführt, dass im Sockelbereich, sowohl außen als auch innen, der Putz bzw. die Dämmplatten von alleine vom Mauerwerk fielen.
Von daher hab ich mich von solchem Schnickschnack verabschiedet, den Sandstein freigelegt und einen Kalkputz gewählt.
Zutaten:
Kalkhydrat, Sand und Wasser. Mehr braucht es eigentlich nicht.
Bisher bin ich sehr zufrieden mit der Entscheidung und hab sie noch nicht bereut. Der Anstrich erfolgte mit Kalkschlämme und eingerührtem mineralischen Pigment.

Grüße,
Waldemar



Sandsteinmauer



Hallo Christian,
Sandstein ist im Vergleich zu Vollziegeln ein sehr dichtes Material in dem kaum Kapillarität vorhanden ist; Diffusion ist praktisch ausgeschlossen. Sedimente haben einen Diffusionswiderstand von 40 - 1.000; auch eine PP- Folie hat 1.000 (normale Ziegel liegen zwischen 5 und 10).
Der Vorschlag für eine Innendämmung (ich bevorzuge kapillaraktive Aufbauten) soll die Oberflächentemperatur innen erhöhen,damit Schimmel vorbeugen und Heizenergie sparen. Feuchtigkeit wird in Ihrer Wand ohnehin nicht transportiert.


Viele Grüße

p.s. Die Regulierung der Raumfeuchte sollte über Lüftung erfolgen und nicht durch das Zwischenparken überschüssiger Raumfeuchte in einer (selbst wenn hochkapillaren und hoch diffusionsfähigen) Außenwand. Die Transportleistung durch Diffusion wird ohnehin weit überschätzt.



Lehm- oder Kalkputz auf Innenseite einer Sandsteinaußenmauer



Lieber Waldemar, lieber Herr Böttcher,

danke für die Nachrichten.
Das mit dem Kalkputz scheint die kostengünstigere Variante zu sein. Auch hoffe ich, daß jeder konventionelle Verputzer damit umgehen kann. Lehm schreckt viele ab.
Was versteht man genau unter einem kapillaraktivem Aufbau zur Innendämmung?
Ich habe heute einen Verputzer vor Ort zur Beratung gezogen. Dieser empfahl mir den gesamten Putz (100 Jahre alter Kalksandputz?), nicht nur lose Stellen abzuklopfen und eine neue Putzschicht auf den Sandstein aufzutragen. Auf diesen könnten dann Minaralschaumplatten (angeblich keine Calciumsilikatplatten, sondern Yton-ähnliches Material ?!?) zur Dämmung angebracht werden. Danach erfolgt neue Putzschicht. Von Holzfaserplatten riet er mir wegen der möglichen Schlagregenfeuchte, die den Sandstein von außen durchdringt, ab.
Innendämmung in Sandsteingemäuern scheint sehr komliziert zu sein und ich möchte einen Bauschaden verhindern. Wenn ich mir hier in Fürth renovierte Sandsteinhäuser anschaue, fällt mir auf, daß die meisten das Mineralwolle-Gipsplatten-Prinzip oder kostenintensive Calsithermplattenverkleidungen anwenden. Ich werde weitere Erfahrungen erfragen.
Herrn Böttchers Argument des häufigen Querlüftens, da hierbei der größte Feuchtigkeitsaustausch stattfindet, leuchtet mir ein.
Aus Kostengründen kann ich mir auch "nur" Heizkörper leisten und keine Wand- oder Sockelheizung. Ich denke, daß die Konvektion der Heizkörper zwar Luft verwirbelt, aber zum Glück bin ich kein Hausstauballergiker.

Nochmals vielen Dank für alle Anregungen und Erfahrungen!



Innendämmung



Ihr Putzer scheint ja ein lustiges Kerlchen zu sein.
Falls eine hohe Schlagregenbelastung (im 1.OG!) vorliegt und dieser Regen auch noch die Wand durchdringen kann dann ist eine Innendämmung auf jeden Fall fehl am Platz, egal ob Holz oder irgendwelche Schäume.
Fragen Sie ihn doch mal, was das für ein dolles Material ist (Handelsname, Hersteller). Dann können Sie im Internet selber mal in den Datenblättern des Herstellers nachschauen.
Sandsteinwand im 1.OG, wie sieht diese Wand eigentlich genau aus? Wie dick ist sie?
Ist es Quadermauerwerk(senkrechte und waagerechte Fugen, max. 20 mm breit) oder Bruchstenmauerwerk (regellos gesetzte polygonale Steine mit unregelmäßigen, breiten Fugen)

Viele Grüße