Kalkputzregeln

04.04.2011 joerjen



Hallo Kalkputzer,

ich habe in ferner Zukunft einige Nebenräume zu verputzen. Teilweise sind diese Wände aus Hartbrandziegeln, teilweise aus Poroton. An den Innenseiten der Aussenwände möchte ich eine Wandheizung anbringen und das ganze dann mit Luftkalkputz verputzen. Nun ist es ja so, dass man immer mal wieder davon spricht, dass eine Schicht Luftkalkputz nicht dicker als 4xGrößtkorn sein sollte. Wenn ich nun die Wandheizung betrachte denke ich, dass Oberkante Rohr bestimmt 2cm sind. Was würde man denn da für Sand nehmen - 0/5mm...gibt es solchen überhaupt? Muß man denn hierbei unbedingt 3-lagig arbeiten, oder könnte man das auf 2-lagig reduzieren? Wenn ja, welche Nachteile entstehen denn daraus? Brauche ich über der Wandheizung ein Armierungsgewebe? Brauche ich an Wänden ohne Heizung beim Kalkputz eine Armierung - eigentlich nicht, oder?
Wäre ein Lehmputz in diesen Bereichen einfacher, bzw. günstiger?

Wo könnte man denn im Großraum Magdeburg günstig Lehmputz beziehen?

Ich danke Euch schonmal für Eure Antworten...





Versuch es mal mit einer Deckenheizung, dann hast Du die Wände frei und kannst etwas davorstellen. Verschiedene Fußleistenheizungen sind auch eine Alternative und Du kannst Putzen, soviel und so oft Du willst. Ein Paar Rohre in den Sockelbereich gelegt Vor- und Rücklauf, je nach Bedarf 2x sollten auch reichen.

Zum Putz: ich habe einige Häuser selbst gebaut und immer laboriert. Vieles habe ich anders gemacht, aber bei Kalkputz bin ich immer geblieben, in einigen Varianten, oft verlacht - weil der Putz nach einer Woche noch nicht trocken/hart war. Nun, ein gutes Kind sollte auch neun Monate brauchen, wenn nur 7 sind, gibts Probleme. Der Putz, der wunderschon in einer chemischen Reaktion härten kann, hält dann auch mehrere Leben.

Ich habe immer nur selbst gelöschten Kalk genommen, das ist eine derart billige Lösung, dass niemand sie anpackt. Es gibt nichts zu verdienen.. Dann habe ich die Wand mit grobem Zementspritz vorgespritzt und eine Lage Kalksandputz aufgebracht. Damit der gerade wurde, machte ich mir t-förmige Metallschienen,, ca. 2 cm breit, die ich mit Fliesenkleber fixiert hatte. Der kalkputz läßt sich wunderbar verreiben mit einer Kartäsche oder einem Reibebrett hbeln und noch am nächsten Tag nacharbeiten, wenn es abends mal zu spät wurde. Manchmal habe ich ein Filzbrett oder ein Schwammbrett genommen, aber immer mit Kalkmilch genäßt. auch habe ich den nassen Putz mit Kalkmilch nachbehandelt. Das hatte meiner Frau so gut gefallen, dass ich auf vielen Wänden keinen Oberputz mehr machen durfte und nur noch einmal gestrichen habe.
der Oberputz war dann ein Schweissmörtel, mit Kalk verlängert und fein gerieben.

Nach 12 Jahren waren die Wände immer noch sauber.. gab es ein Malheur, so reichte Stahlwolle oder ein harter Schwamm.


Machst Du aber eine Wandheizung, kannst Du matten mit 8 mm Röhrchen nehmen, die prodoziert jemand bei Freising, Die heftest Du an, spritztst sie vor und verputztst mit 1- 2 cm Kalkmörtel. Die alten Ofensetzer machten Schweineborsten in den Putz ihrer Öfen. Das kann auch eine interessante Oberfläche geben. Estrichleger haben Glasfasern, beides reicht für eine Armierung. und wen der Anstrich stört, weil er anfangs doch an Kleidern Spuren hinterlässst, der macht einen Eierlikör und nimmt das Eiweis als Zusatz zum (Kalk-)Anstrich. Meine Tochter nahm übrigens Mineralfarbe, auch mit gutem Ergebnis und 01 Mineral-edelputz (günstige Sackware) und war und ist auch seit 5 Jahren sehr zufrieden.

Beim nächsten Mal nehme ich Lehmputz!!! mit Kalkanstrich. Schau Dir Referenzobjekte mit Lehmputz an: Traumhaft!!!





Hallo Hermann,

was passiert denn, wenn man die Schichtdicke größer 4xGrößtkorn wählt?

Warum werden heute eigentlich im Kalkputz so oft Armierungen eingebracht. Beim Abriß hatte ich viele Wände mit teils sehr dicken Putzschichten (Kalkputz) und dort waren weder Fasern noch anderweitige Armierungen drin - und alles war rißfrei!

Bringt es denn etwas, Weißkalkhydrat CL90 vor der Verarbeitung einzusumpfen? Was ändert sich denn dann am/im Putz?

Ich würde ja gern auch Lehmputz verarbeiten, allerdings habe ich noch keine preiswerte Möglichkeit des Bezuges gefunden und da es sich um Nebenräume und Werkstatt handelt, sollte das preislich schon im Rahmen bleiben...

Vielleicht kennt ja jemand eine Bezugsquelle für guten Lehm, den ich entsprechend auf der Baustelle auch mit Putzsand oder ähnlichem versetzen kann. Ich habe aber nicht die Möglichkeit Rohlehm entsprechend aufzubereiten, d.h. waschen etc...