Holzbalkendecke Schalung, Schilfträger und Kalkputz restaurieren

08.07.2010



Hallo
wir haben hier folgende Situation:
Zimmerdecke im 3. Stock eines 4 stöckiges Backsteinhauses ca 1900
Es gab einen Wasserschaden ausgelöst in der Etage darüber. Trocknungsfirma hat getrocknet.
Tapete hängt an den Rändern der Wasseraustrittsstelle lose.
Deckenaufbau:Holzbalkendecke, Schalung, Schilfträger, vermutlich Kalkputz, kein Lehm.
Dann 2 dünne Schichten, die im Zentrum des Dramas abgeblättert sind und den Putz zeigen.
Darunter klebt/e eine Lage gestrichene Rauhfaser.
Es hat sich kein Putz gelöst. Risse sind im Putz erkennbar, die durch die Raufaser überdeckt wurden.
Der Putz scheint noch aus der Bauzeit des Hauses zu stammen, da ein dunkler kreisrunder Fleck am Putz zu sehen ist.
Da hing wohl mal eine große Rosette.
0 Wie ermittle ich, ob der Putz folgende Prozedur überlebt?

Wir wollen originalgetreu erneuern (wenn möglich Raufaserfrei):
1 Tapete runter
2 die 2Farb/Kalk? Schichten abspachteln evtl Vornässen, dass die andere Flächen sich auch so lösen wie beim Wasseraustritt.
3 Grundieren (Sperrgrund wg evtl Wasserfleckdurchlag?)
4 Spachteln
5 Kalken
Vorausgesetzt die Theorie lässt sich so umsetzten, mit welchen Materialien/Techniken arbeiten wir dann die einzelnen Schritte ab?
Keine Baumarktprodukte
Ich kann Grubenkalk bekommen. Kann man den mit Marmormehl zu einer Spachtelmasse anrühren?
Für Tipps sind wir äußerst dankbar
Grüße
Thomas



Kalkputz restaurieren,keine Baumarktprodukte



Hallo Thomas,

wenn die Tapete und der Kleber entfernt sind, sieht man mehr und kann dann leichter entscheiden.
Einmal, sind vor dem tapezieren Ausbesserungen durchgeführt, oder Leitungen gelegt worden? Dann, wie grob, rau ist der Untergrund, welche Kornstärke ist zu wählen um eventuell entstandene Löcher, Schlitze auszubessern, bevor Du mit der Spachteltechnik beginnst.

Grüße

Mladen





Hallo,

sperren geht gut mit Jäger "Universal Flecken-Isolierweiss HS".
Gut und teuer.
Marmormehl läßt sich mit Grubenkalk zu einer Spachtelmasse anrühren. Das gibt es aber auch fertig als Rollputz:
www.alpenkalk.de

Grüße vom Niederrhein



keine Baumarktprodukte



so habe ich es verstanden.

das Ziel ist eine glatte Oberfläche.

z.B.
http://www.limestone-kalkbaustoffe.de/14103/14903.html

Grüße

Mladen



1..2..3.. fertig



ist das Restaurierung?
das Ziel von Thomas ist eine glatte Oberfläche.

Grüße

Mladen



weitere Infos



Danke für die Anregungen.
ich will erstmal möglichst alle Eventualitäten im Vorfeld klären, bevor wir loslegen.
Schichtreihenfolge:
- Putz
- weisser sehr dünner Belag(schäumt in Zitronensaft also Kalk)
- 1 Lage alte weissgraue Farbe oder dünner Gips(wird braun in Zitronensaft löst sich nach 1h nicht auf)
- Tapete + Dispersionsfarbe

> sind vor dem tapezieren Ausbesserungen durchgeführt, oder Leitungen gelegt worden?

die Stegleitung für die Deckenbeleuchtung wurde wohl in den 60-70 Jahren neu verputzt. Sieht OK aus.
Was uns hinter der restlichen Tapete erwartet, kann ich noch nicht sagen.

> Dann, wie grob, rau ist der Untergrund, welche Kornstärke ist zu wählen um eventuell entstandene Löcher, Schlitze auszubessern

Ich würde sagen max. 1mm Körnung

An den Stellen, wo Risse zusammenlaufen, sind kleine 2cm2 Putzstücke lose.
Meine Befürchtungen:
Wenn wir den Kram mit Spachtel bearbeiten, dass auch die äusserlich harte Putzschicht zu sehr zerstört wird.
Und bei späteren Nassarbeiten nochmehr vom Putz aufweicht.
Kann das passieren?



Kalkputz restaurieren,keine Baumarktprodukte



der Untergrund,Putz darf nicht nachgeben.
Was Du vorhast ist natürlich was exklusives und dauerhaftes.

Alles bis auf den "alten" Putz entfernen,dann mit Kalkputz 1,5 mm überziehen, Löcher flicken...

Grüße

Mladen



Wobei



hier die Vorbehandlung und Nachbehandlung für die Qualität von entscheidender Bedeutung ist.
MfG
dasMaurer



Deshalb ...



> hier die Vorbehandlung und Nachbehandlung für die Qualität > von entscheidender Bedeutung ist.

... bin ich für alle praktischen Tips dankbar.

Thomas



Wir hatten



im Vorzimmer einen solchen (nie professionell getrockneten) Wasserschaden (das war 1987 wohl noch nicht so üblich, hat uns im Endeffekt grobe Schäden beschert). Am Putz haben wir folgendes gemacht: alte Leim- und Kaseinfarbe mit viel Wasser abgeschert. Bestehenden Gips- oder Gipskalkputz mit Gips ausgebessert (Risse ausgekratzt und dann gefüllt), mit gipsbasierter Spachtelmasse geglättet und Leimfarbe drüber. Von Wasserfleck keine Spur mehr (6 Jahre später).

Nachtrag: Stegleitung in der Holzdecke darf gar nicht sein, ist brandgefährlich! Stegleitung hat einen sehr dünnen Mantel, der bei der in Deutschland üblichen Version noch dazu aus Gummi ist und zum Teil nach wenigen Jahren so versprödet, daß er zerbröselt. Das würde ich unbedingt ändern!