Kalkputz Innen, selber herstellen oder kaufen

15.02.2009 willi



Nach langem überlegen und da ich inzwischen ein Kalkfan geworden bin möchte ich in unserem Häuschen die Raufasertapeten runterreisen und einen Kalkfeinputz drauf machen, das möchte ich zusammen mit meiner Frau machen, egal ob es nacher etwas - rustikal - aussieht zuerst habe ich mit den Produkten von Rotkalk geliebäugelt, jetzt bin ich hier aber gerade auf einen Beitrag von Herrn Kenter gestoßen - den ich nach dem Anmelden nicht mehr finde - der meint man kann auch sehr gut einen Kalkputz selber herstellen mit Kalkhydrat CL90 und Sand (Mischung ca. 1:3)
Frage: ist das nun ein Volumen oder Gewichtsanteil?
Wie muss ich meine Untergründe vorbehandeln?
Es handelt sich um folgende Untergründe: Verputzte Wände (vermutlich ein MEP), nackte Beton Decken, und Rigipsplatten.
Auf allen Flächen war vorher Raufasertapete drauf, also dürfe auch noch ein teil des Kleisters mit dranhängen, die Rigipsplatten habe ich damals mit Tiefengrund vorbehandelt.

Kalkhydrat kann ich ja im Baumarkt kaufen, aber wo bekomme ich einen geeigneten Sand her?

Ist es Ratsam den Untergrund mit Quarzgrund vorzubehandeln?

Da ich noch nie veputz habe, habe ich mir ein Buch darüber zugelegt und werde die ersten Versuche im Keller machen, aber wie gesagt in erster Linie soll es ein "gesunder" Putz sein.

Danke schon mal im vorraus falls jemand ein paar Ratschläge übrig hat.

Gruß

Willi



Kurze Antwort, bevor sich die Experten melden



Hallo Willi,

die Angabe 3:1 bezieht sich auf Raumteile.
Ansonsten schau mal hier nach unter Kalkputzregeln:
http://www.taipa.de/wissenswertes.htm

Gruß,
Kalle.



Ich hab mich



noch nie mit Kernspaltung befasst, aber wenn ich mir ein Buch zu dem Thema kaufe .... ;-))).
Wenn noch nie geputzt wurde, kann ich nur empfehlen, einen Fachmann hinzuzuziehen. Grad bei dünnen Kalkputzen geht das schnell in die Hose. Und wie will ein Laie beurteilen, ob das Buch fachlich korrekt ist oder ob da eine Napfsülze einen Haufen dummes Zeug von sich gibt??
Kalkputz hat einige gute Eigenschaften, die aber nur bei einem vollständigen Putzaufbau zum tragen kommen. Wenn andere Putze drunter sind und auch noch Tiefgrund eingesetzt wurde, sind die positiven Eigenschaften des Kalkputzes hinfällig. Dann verbleibt nur ein dünner Kalkfeinputz für die Oberfläche, die dann mit Kalk- oder Kalkkaseinfarben gestrichen werden kann. Damit ergibt sich dann eine schimmelresistente und absolut lösemittelfreie Oberfläche, aber die feuchteregulierende Wirkung des Kalkputzes ist damit nicht zu erreichen.
MfG
dasMaurer



Eigenartiger Vergleich



Das Verputzen von Wänden mit einer Kernspaltung zu vergleichen erscheint mir doch etwas eigenartig. Das Thema Kernspaltung dürfte doch etwas komplexer sein.

vg

christian



Kalkputz Innen, selber herstellen oder kaufen



Hallo,

schließe mich gerne dem Beitrag von Maurermeister dasMaurer an.
Zur Feuchteregulierung braucht es schon eine gewisse Putzstärke.
Auf Untergründen die nicht saugen, ist noch mehr Erfahrung die Voraussetzung.
Der Untergrund (Rigipsplatten) dürfen nicht zu stark nachgeben.
Um die optimale Bindemittelverteilung zwischen dem Zuschlag zu erkennen braucht es ein geübtes Auge.
Je nach Putzstärke und Art kann auch Bindemittel/Zuschagstoff 1:1 gewählt werden
...

Grüße

Mladen



Der richtige Untergrund



Also, nach Dr. Norbert Höpfner geht es, ich zitiere:
(bezieht sich hier auf Innenputze)

"Möglich sind auch
Kalkoberputze auf bestehende Untergründe, sofern diese mineralisch, saugend,
fest, tragfähig und frei von Trennschichten sind. Nicht tragfähige Untergründe
wie z.B. Tapeten können nicht verputzt werden."


Laut Rotkalk soll man auf alle Untergründe eine Quartzgrund Streichen bevor man bsw. eien Rotkalk Oberputz (ca. 2mm) aufbringt. Empfiehlt sich das auch bei selbstgemischtem, also ohne Zusätze, Kalkputz (nur Wasser Kalk und Sand) oder liegen die Dinge hier wieder grundlegend anderst?



Der richtige Untergrund



Hallo Willi,

das wollen wir auch (Dr. Norbert Höpfner) glauben.
Schließlich verfügt er auch über Jahre-lange Erfahrung mit überputzen von Gipskartonplatten mit reinen Kalkputzen.

Grüße

Mladen



Kalkputz selber herstellen



Hallo Willi,
Sie müssen unterscheiden zwischen industriell hergestellten Werktrockenmörteln und das, was Sie selber mischen.
Genau da liegt der Unterschied.
Werktrockenmörtel sind in Jahrzehnten immer mehr hinsichtlich der Ausgangsmaterialien verfeinert worden.
Sie enthalten außerdem alle eine Reihe von Zusatzstoffen, die solchen Laien wie Ihnen das Verarbeiten leichter machen.
So kriegen auch Sie eine dünne Kalkglätte auf die Wand.
Ob das mit einer von Ihnen selbst gemischten funktioniert, wage ich zu bezweifeln.
Wenn Sie selber Putz herstellen wollen, müssen Sie also auch in der Lage sein, mit den Eigenheiten des Materials umzugehen. Und das kann man nicht so einfach im Internet lernen.
Höchstens selber durch die Versuch-Irrtum- Methode.
Aber das dauert.

Stellen Sie sich vor, Sie wollen bei der nächsten Gartenfete Ihre Freunde mit einer Schlappseilnummer unterhalten und fragen im Internet, wie man das macht.
Dann kriegen Sie als Antwort auch eine einfache Wahrheit:

Halten Sie einfach den Schwerpunkt Ihres Körpers über der Schwerelinie des Seiles.
Ganz einfach, oder?

Viele Grüße



erfahrungen



meine Erfahrungen als Hobbybastler (naja, Hobby??)

Wenn sie im Haus viele geeignete Übungsflächen haben und das Resultat nicht perfekt sein muss, dann ist das machbar und vor allem ungefährlicher als mit Uran rum zu panschen.

Aufpassen muss man auf Augen und Schleimhäute, da auch gelöschter Kalk recht aggresiv ist.

Fertigmischungen sind leichter zu verarbeiten, das stimmt. Aber es geht auch mit Weisskalk und Sand (der kommt vom Baustoffhändler, würd ich mal sagen).

Das wichtigste ist wohl, sich vor der Arbeit bewusst zu werden, was genau man erzielen möchte.

Eine Kalkglätte selber herstellen und verarbeiten würde ich mir aber nicht zutruen.

Und das Decken verputzen ist natürlich auch noch mal ein strafverschärftes Spezialkapitel.





Danke an alle, nun es sieht so aus als käme ich an einem Fertigputz nicht vorbei auch wenn da neben Kalk und Sand irgendwelche Marmormehle und sonstiger unfug drinn sein mag.

Tja, das mit der Decke verputzen wird vermutlich ein extra Kapitel, aber wenn ich bedenke wieviel Fläche mehr der Raum dann zu "atmen" hat. es wird aber hart werden das weiß ich auch.



Wieso



ist Marmormehl Unfug?
Bei einer optimierten Zusammenstellung eines Putzes sind Zuschlagstoffe, bestehend aus Sanden und Fein- und Feinstteilen sowie Bindemittel erforderlich. Und Marmormehl ist mit Sicherheit besser geeignet wie z.B. Quarzmehl, da es ebenfalls reiner Kalkstein ist. Ebenfalls üblich sind Zellulosezusätze zur Verbesserung der Verarbeitung.
Problematisch wirds erst, wenn "Kunstharzvergütet" draufsteht.
MfG
dasMaurer





Ah, Ok, man lernt ja nie aus, Danke

Wenn das Kollege Konrad Fischer wieder lesen würde, wär er am austicken, oder ?