sumpfkalk

23.11.2004



Wir haben unser Haus mit einem zweilagigen Putz putzen lassen. Die erste Lage war Trasskalk, die zweite Sumpfkalk als Reibeputz und dieser wurde abschließend mit einer Sumpfkalkfarbe (Kalk in Wasser gelöst und mit Farbpigmenten vermischt) gestrichen. Leider treten im Putz kleinere Risse auf. Ist dies bei diesem Putz der Normalfall oder sind diese Risse (Haarrisse) zu vernachlässigen. Auch wird der Putz bei Schlagregen nass. Es stellt sich für uns in Anbetracht der nahenden Frostperiode, ob dies zu Schäden führen kann. Wer hat Erfahrungen mit diesem Putz und dieser Konstellation?



Außenputz



Zuerst muß erwähnt werden, daß Traßmörtel sehr durstig ist. Es kommt also auch auf den Putzgrund und dessen Wassergehalt an. Ein ungenügendes Vornässen des Untergrundes zwingt den Traßmörtel, die Feuchtigkeit zum Abbinden allein aus dem Anmachwasser zu beziehen. Dies ist ungenügend und reicht dem Traß nicht zum Abbinden. Er erlangt nur eine ungenügende Festigkeit. Zweitens muß die jeweils unterliegende Putzschicht vor dem Aufbringen der nachfolgenden Putzschicht vollkommen durchgetrocknet sein. Drittens muß die unterliegende Putzschicht eine bestimmte Rauhigkeit aufweisen, um dem Oberputz genügend Haftung zu geben. Hatte der Putzgrund nicht genügend Feuchtigkeit zum Abbinden des Traß´s wird dessen Abbindeprozeß nur unvollkommen. Der nachfolgende Operputz führt erst wieder Feuchtigkeit zu, die aber das Abbinden des Kalkmörtels verzögert. Dieser ist nun selber durstig, und nimmt nun begierig Niederschlagswasser auf. Ein bischen einfach erklärt, vieleicht aber ein wenig verständlich. Feine Putzrisse kann ich mir als Schwindrisse erklären. Grund: der Putz ist zu fett, zuviel Kalk in der Mischung. noch ein Hinweis, Putzregel beachten d.h. man putzt immer weicher. Unten kommt der härteste Putz hin, oben als Sichtlage der weicheste Putz. Nu man to



sumpfkalk



Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ein bisschen sind meine Bedenken bezüglich der richtigen Wahl des Putzes ausgeräumt worden. Noch einmal zur Erklärung.
Der Trassputz wurde auf ein Poroton-Ziegel-Mauerwerk aufgebracht. Der Putz war vollständig trocken und wurde vor dem aufbringen der Sumpfkalklage mit einer Drahtbürste aufgerauht. Unmittelbar nach dem Antrocken der zweiten Lage wurde die Sumpfkalkfarbe in einem Nass in Nass-Verfahren in 4 Schichten und unterschiedlichen Mischungsverhältnissen aufgetragen (jeweils ein Anstrich pro Tag). Zwischendurch wurde der Putz mit einem Sprüher ständig feucht gehalten, so dass er eigentlich langsam abbinden konnte. Ob er zu fett war, weiß ich nicht. Der Putz wurde ´von einer Firma bezogen, die ihn als fertigen Reibeputz angeboten hat und dies seit Jahren tut. Insofern vertrauten wir der Firma.
Nun auch noch eine Frage. Selbst wenn bei der Verarbeitung Fehler aufgetreten sind, die die derzeitige Wasseraufnahme des Putzes erklären würden, wie sieht es in Zukunft aus? Ändert der Putz seine Eigenschaft oder ist nach jedem Trocken und erneutem Regen mit einer entsprechenden Wasseraufnahme zu rechnen oder wird das Aufnahmevolumen nachlassen? Gibt es ggf. eine Möglichkeit Abhilfe zu schaffen?



Systemwechsel



Hallo,

ein Fehler liegt hier im System des Putzaufbaus mit Trass- und normalen Kalk. Je nach Trassanteil braucht der Kalk mehrere Wochen bis Monate zum Abbinden - je nach Dicke. Außerdem hat Trasskalk eine wesentlich höhere Schwindung. D.h. auch bei ausreichendem Vornässen kann es deshalb bei diesem "Systemwechsel" im Zeitablauf zu Rissen im Oberputz kommen. Einfacher wäre es gewesen, auch als Unterputz normalen Kalk ohne Trasszusätze zu nehmen.

Gruß aus BS

Bernd



Traß auf Porenbeton ?



Ergänzung. Genauso Bernd Fröhlich. Aber erschwerend kommt nun noch hinzu, daß der Fachwerkfreund ergänzend mitteilte, daß der Traß-Kalk-Putz direkt auf Porenbeton aufgebracht wurde. Hier möchte ich keine Prognose abgeben und empfehle nur "abwarten". Dar hülpt bloot hopen.



@ Siegfried Kurze



Wir haben zwar unsere berühmten Porenbeton-Reflexe, aber hier handelt es sich (s.o.) um Poroton-Ziegel. Ansonsten würde ich auch die Vermutung gewagt haben, daß die Brocken bald wieder vor dem Haus liegen.

Bei der vorliegenden Konstellation ist es aber trotzdem nicht auszuschließen, daß es hier bei Frost zu Abplatzungen kommt, da anscheinend der ganze Putz relativ spät aufgebracht wurde und die Trasskalk-Schicht wahrscheinlich immer noch nicht vollständig abgebunden ist. Kommt allerdings auch auf den Trassanteil an. Wenn's nur wenig war, kann es mit Hoffen.Bangen und Beten gut gehen.

Gru´ß aus BS

Bernd



Sumpfkalk



Der Putz wurde bereits im Mai aufgebracht und dürfte nach Lage der Dinge genügend durchtrocknet sein. Das hoffen wir. Bisher wurde von der Firma der Trassputz öfters als Außenputz verwandt und bisher ohne Probleme. Insofern hoffen wir, dass die "Brocken" nicht fliegen. Und für den Fall der Fälle gibt es ja noch die Gewährleistung. Dann sollte lieber jetzt was passieren, als später. Wie ich so den Meinungen entnehmen kann, steht Ihr dem Kalk als Aussenputz nicht so positiv gegegenüber?



Sumpfkalk



Was würdet Ihr denn empfehlen? Ich wollte eine diffusionsoffenen Putz verwenden, da der komplette Innenbereich mit einem Lehmputz versehen wurde.



Falscher Eindruck



Hallo,

der Eindruck täuscht doch gewaltig. Ich kann hier zwar nur für mich sprechen, glaube jedoch, daß es hier im Forum viele gibt, die dem Kalkputz sehr positiv gegenüber stehen.

Im vorliegenden Fall ist nur das System aus (hydraulischem) Trasskalk und Weißkalkhydrat bedenklich.

Zu diesem Thema gibt es auch bereits mehrere Beiträge - s.a. im Profil von Fred Heim vom 29. und 30.10.04.

Diffusionsoffenheit: Trasskalk verhält sich wie Zement und wirkt porenverschließend. Die µ-Werte sind wesentlich schlechter als bei Luftkalk.

Gruß aus BS

Bernd



Sumpfkalk



Vielen Dank,

also empfehlt Íhr dann als zweite Lage wieder einen Trasskalk? Mir geht es auch einfach um die Gewährleistung. Da nützt es mir nichts, wenn derselbe Putz wieder drauf käme. Vorausgesetzt natürlich, dass der Putz nicht hält, danach sieht es aber noch nicht aus.
Und wie komme ich in das Profil von Fred...?