Wieso entstanden im mit reinem Kalk frisch verputzten Keller Risse?

28.05.2010



Wir haben ein 1905 erbautes Haus mit einem Kellerraum (teilunterkellert), Mauer aus Bruch- und Sandsteinen und im oberen aus der Erde herausragenden Bereich zum Teil Backsteine. Das Hausteil, das über den Keller ragt, ist aus Backsteinen erbaut, mit einer Mauerstärke von ca. 20-30 cm. Es geht um Risse in der Kellerwand, die ich neu verputzte.
Den alten Putz habe ich abgeklopft, mit Haftzusatz plus von Ceresit mit etwas Kalk-Zement-Putz bestrichen und beworfen, aber sehr wenig Kalk-Zement-Putz, nur so dass etwas angerauhte Fläche entstand. Gestern habe ich den hydraulischen Kalk HL5 nach EN459-1 von Seibel und Söhne Erwitte mit einer kleinen Menge Haftzusatz plus von Ceresit und Wasser vermischt, ohne Zement oder Sand oder sonstiges, und auf die Innenmauer im Keller aufgeworfen, mit der Kelle etwas geglättet (Mauer sehr uneben, da Steine eben nicht gleich) und nach dem Antrocknen mit im Wasser getauchten großen Pinsel etwas angeglättet. Heute Morgen sind im Bereich des oberen Teils der Mauer, also der Bereich der aus der Erde herausragt, viele kleine Risse entstanden. Was habe ich falsch gemacht? Ich möchte den Keller weiter sanieren. Bis jetzt habe ich nur eine Ecke von ca. 4-6 qm angelegt, um zu sehen, ob die Methode richtig ist. Den Hinweis auf den Kalkputz habe ich Ihrem Forum entnommen. Für einen Rat wäre ich Ihnen sehr dankbar.





Hallo,

einfach einen Sackinhalt nass machen, geht nicht. Es sei denn, es wäre eine Fertigputzmischung. Nach Ihrer Beschreibung hätten Sie aber einen hochfesten hydraulischen Kalk ohne Zuschlag verwendet.
Das ist keine Mischung sondern Reinkalk.

Richtig wäre 1 Schüppe Kalk und 3 Schüppen Sand, gut im Mischer durchmischen, kein Wasser nachgeben, weil dann das Sandkorn wieder abgespült wird.
Es reicht ein HL 2-3 (Hydraulic Lime), der 5er wird für einen Putz zu starr.

Dann sind hinterher Risse im Verlauf des Trocknungsprozesses in Ordnung, weil sich darin der Feinputz verkrallen kann.

Grüße vom Niederrhein



Kalkputz



Und lassen Sie diesen Haftzusatz weg.
So was braucht man nicht in normalem Mörtel.

Viele Grüße



Kalkmoertel



im Prinzip stimmt es: 1:3, ich empfehle allerdings den Sand abzustufen mit 0,5 Teile Steinmehl/Futterkalk und 2,5-3 Teile Sand.
Trotzdem so glaube ich werden Sie damit nicht gluecklich, denn der Keller wird kapillar feucht sein. Ein NHL-Moertel wird halten, allerdings die Salzausbluehungen werden kommen.
Ich empfehle hier klimasan-S oder I und auf 1 Sack 2 ltr. Romancement und 2 ltr. Kalksteinmehl zugeben, dann haben Sie einen natuerlichen Sanierputz und das Material steht mehrere cm rissfrei an der Wand.
Gruss N. Hoepfer



Luftkalkmörtel



Oder Sie nehmen einfach den Luftkalkmörtel SP 50 von Solubel, das ist eine Fertigmischung, lasst sich leicht verarbeiten, Versalzungen machen diesem Putz nichts aus.

Wenn Sie noch Fragen haben einfach melden.

Grüsse Thomas



unabhängig



von den richtigen Bermerkungen zum Bindemittel/Sand Verhältnis meine Frage nach Ihrer Beschreibung: Sollte das nur ein Pinselputz werden. Also mehr die Fugen geschlossen ohne dass man die Wand vollständig begradigen will ?