Putz an der Duschwand, welches Material, wie bekomme ich das dicht?




Hallo zusammen,

nachdem ich seit Jahren fleißig mitlese, habe ich mich endlich angemeldet und traue mich, auch selbst mal eine Frage zu stellen. Ich bedanke mit an dieser Stelle auch mal für die zahlreichen hilfreichen Hinweise und Denkanstöße, die ich im Laufe der Zeit durch das Fachwerk-Forum bekommen habe. Aber jetzt zum Problem...

In unserem Stadthaus möchten wir im Erdgeschoss zwei bislang ungenutzte Zimmer zu einer Mini-Wohnung umgestalten und darin ein Mini-Bad einbauen. Dazu wird mit einer Trockenbauwand eine Zimmerecke abgeteilt. Die Dusche soll 120cm breit werden und genau die Badezimmerbreite einnehmen, sie hätte dann an zwei Seiten über Eck Ziegelwände und an einer Seite Trockenbau. Wäre also vollständig in der Nische.

Bis jetzt habe ich in den bereits renovierten Räumen immer Kalkputz durchgesetzt (auch gegen den Widerstand einiger Handwerker). Ich bin auch davon überzeugt, dass Kalk oder Lehm im Bad am besten sind. Aber was mache ich an der Duschwand? Wenn ich nun Kalk oder Lehm aufbringe, wie bekomme ich die Stelle hinter der Dusche dicht?

Der Klempner will ohnehin, dass ich die gesamte Ziegelfläche mit Zementputz zumachen lasse. Im Duschbereich soll dann Dichtschlämme aufgebracht werden, bevor ich Fliese (das mache ich selbst). Aber in mir sträubt es sich. Kann ich auch auf den Kalkputz Dichtschlämme aufbringen? Und was passiert mit den beiden Eckfugen und der Anschlussfuge von Duschtasse zur Wand? Wie bekommt man das alles dicht?

Putz ist gerade keiner auf den Ziegeln. Er war so bröckelig, dass wir ihn vollständig von der Wand genommen haben (der kam uns schon freiwillig entgegen...) Aber Zementputz... Ich möchte nichts auf die Wand bringen, über das ich mich dann irgendwann ärgere. Und ich habe so im Gefühl, dass das bei Zementputz so wäre.

Ach so, und ich habe keine Zeit für eine Lösung, die mehrere Monate durchtrocknen muss oder im 1000-Schicht-Verfahren aufgebracht wird. Anfang August müssen wir fertig sein, da die Wohnung dann bezogen werden soll. Und es darf nicht zu teuer werden (also Tadelakt oder dergleichen geht leider nicht). Die Sanierung der Wohnung kommt für uns plötzlich und fällt deswegen aus unserer eigentlichen Kalkulation für den Gesamtumbau des Hauses. Wegen eines unerwarteten Todesfalles möchten wir ein Familienmitglied bei uns aufnehmen.

Ich hoffe auf hilfreiche Hinweise aus dem Forum,

herzliche Grüße,
Bianca



Dusche



Hallo Bianca,
wenn Sie Kalkputz verwenden, haben Sie lange Abbindezeiten.
Wenn es schneller gehen soll, dann nehmen Sie Kalk- Zementputz.
Wenn es noch schneller gehen soll, verwenden Sie Trockenputz aus imprägnierten Gipskartonplatten oder Wedi- Platten. Die Dichtheit erreichen Sie mit speziellen Fugenbändern.

Viele Grüße



Im Duschbereich



ist die Installation einer wasserdichten Ebene unter der Oberfläche erforderlich. Das lässt sich am einfachsten mit der sogenannten "flüssigen Folie" erreichen, alle Ecken und Dehnfugen mit den Fugenbändern überdecken und die Anschlüsse mit den passenden Manschetten einkleben. Als Untergrund eignet sich in diesem Fall ein Kalkzementputz. Bei der Trockenbauwand darauf achten, dass sie für Fliesenbeläge geeignet ist, verringerte Ständerabstände und doppelte Beplankung. Die restlichen Wände können dann wieder mit Kalkputz versehen werden.
Bei kleinen Bädern ist eine Zwangsbelüftung empfehlenswert, um den hohen Feuchtigkeitsanfall schnell zu beseitigen. Durch das geringe Luftvolumen dauert die Trocknung sonst zu lange und es kann zu Feuchteproblemen kommen.
MfG
dasMaurer



Dank und weitere Fragen...



Hallo zusammen,

schon mal vielen Dank für Ihre Antworten!

Ich werde dann vermutlich nur den Duschbereich in Kalk-Zement-Putz machen und den Rest in Kalk (da wird auch nicht gefliest, da ist die Abbindezeit egal).

Wird dann auf den Kalk-Zement-Putz die Dichtschlämme aufgebracht vor dem Fliesen? Oder nehme ich dafür auch Flüssigfolie?

Ach so, eine Belüftung ist ohnehin eingeplant.

Ich frage mich allerdings, wie man das im Öko-Bereich macht mit dem Duschenwandabdichten. Wahrscheinlich doch nicht mit Kalk-Zement? Wenn einer der Bio-Baustoff-Experten mitliest, würde ich mich über Auskunft freuen (auch wenn es aus Kostengründen diesmal wohl nicht die Bio-Variante wird).

Herzliche Grüße,
Bianca



Natürlich



kann man auf dem Kalkzementputz mit einer Dichtschlämme arbeiten, im Bereich der Trockenbauplatten und an den Fugen und Ecken müsste dann aber mit der flüssigen Folie gearbeitet werden. Von solchem Materialmix möchte ich abraten, da die Dichtschlämme wieder Zeit zum abbinden braucht.
Und auch der Öko"bauer" muss eine geeignete Abdichtung installieren, wenn er denn kein stetig wucherndes Biotop im Untergrund haben möchte.
MfG
dasMaurer
Nicht alles Alte war gut, und nicht alles Neue ist schlecht;-)).



Also Flüssigfolie?



Schließe ich daraus richtig, dass ich dann gleich die Flüssigfolie für alles nehme? Wäre ja eine recht einfache Methode.

Besten Gruß,
Bianca



Noch was...



Die Dichtbänder, müssen die dann auch bei der Flüssigfolie an den Ecken und am Übergang noch rein? Oder reicht das dann so?

Nachtrag: Die Antwort konnte ich mir aufgrund der vorherigen Beiträge selbst geben. War unaufmerksam.



Ich noch mal



Eine Frage hab ich noch: Wenn ich nur den Bereich hinter der Dusche mit Kalkzementputz machen lasse, den Rest aber in Kalk, bekomme ich dann keine Probleme mit dem Ansatz zwischen beiden? Wäre es da sinnvoll, eine Putzschiene dazwischen einzubringen? Oder macht der Materialunterschied nix?

Nochmal Danke für's Mitdenken.
Bianca



wenn



alles an einem Tag geputz wird, macht das rein gar nichts, die erste Mischung erhält statt eines Drittels Kalk ein Drittel Zement (Statt 1Kalk+3Sand nun 1Zement: 2 Kalk: 8 Sand, und die restliche Fläche mit Kalkputz, der Übergang ist dann durch Verreiben und unterschiedlich breites Putzen "fliesend". Zement ist übrigens ein sehr alter un bewährter Baustoff, doch sollte man ihn mit Bedacht einsetzen. Und die Kartusche Silikon zwischen Fliesen und Wanne kann auch ohne Bedenken eingesetzt werden. Das ist im Öko-Haus sicher noch vetretbar und verhindert Nässeschäden in anderen Bereichen.
Als Hilfe schau Dir mal die Merkblätter von PCI an. Die haben da sehr informatives Material zusammengestellt.



Bedankt!



Herzlichen Dank, das hilft mir sehr weiter! Ich mache mir vermutlich oft zu viele Gedanken, aber besser dreimal nachgefragt als einmal schief gegangen...

Besten Gruß,
Bianca



Da



hör mal auf den Olaf ;-)).
Und Spritzkork oder Stopfhanf ist im Duschbereich für dauerelastische Fugen wirklich nicht die beste Wahl ;-)).
MfG
dasMaurer