Rotband Putz erste Etage, im EG Sanierputz ??

15.11.2011 Kiwi



Hallo zusammen,

habe mir vor kurzem ein Teil-Fachwerkhaus gekauft, welche ich ziemlich umgekrempelt habe. Der untere Teil ist gemauert und der obere Teil ist Fachwerk, das wurde anscheinend damals nach oben verschoben und unten ausgemauert.

Vor dem Kauf habe ich mit einem Sachverständigen geprüft und dieser hatte im EG geringe Feuchtigkeit in den Außenwänden gemessen und angeraten dort einen Sanierputz zu verwenden, macht das Sinn ? Die Wände sind verputzt, Material ist ein relativ sandiger Untergrund, wirkt der mineralputz auf diesem Untergrund ? und welchen nehme ich da am besten ? Der Sv meinte aufgrund der Feuchtigkeit die von unten kommt-würde es reichen den Sanierputz in Höhe von 1 Meter ab Boden zu verabeiten. Würde ihn aber lieber komplett über alle Wände verabeiten.

In der ersten Etage meinten 2 altgediente Putzer würde ein Rotbandputz ausreichen, da dort zum Teil Gipswände und zum teil alter Putz (darunter Lehm) verbaut sind-also keine reine Lehmflächen. Haftet Rotband auf Gipswänden ?


Danke schon mal vorab für Ihre Meinungen

vg
Kievernagel



Innenputz



Hallo Thorsten,
das mit dem Sanierputzsystem halte ich für übertrieben. Ein normaler Innenputz auf Kalkbasis sollte es auch tun.
Aber um genaueres zu sagen brauche ich noch ein paar Angaben:
Wie hat denn Ihr Gutachter die Feuchtigkeit festgestellt?
Hat er ein Feuchteprofil des Wandquerschnittes gemessen?
Welche Werte hat er gemessen?
Aus welchem Material besteht das Mauerwerk?
Gibt es einen Keller?
Was den Innenputz im OG betrifft:
Rotband ist ein Gipsputz, der auf allen festen, tragfähigen Untergründen im Innenbereich (außer in Nassräumen) eingesetzt werden kann.

Viele Grüße

p.s. zum Thema nasse Wände können Sie bei mir auf der Homepage einige grundsätzliche Informationen nachlesen. Vielleicht kommt Ihnen dann Einiges bezüglich des Sachverständigen bekannt vor.



Sanierputze und Rotband...



...kommen bei uns bzw. in Fachwerkhäuser in keinster Weise hinein.
Leichte Feuchte bekommt man sehr gut mit einer Wandheizung in den Griff.
Im OG würde ich an ihrer Stelle komplett mit Kalk- bzw. Lehmputzen arbeiten.
Was verstehen sie unter den Gipswänden?
Wieso sind in dem Fachwerkhaus Gipswände vorhanden?



Innenputze



Danke für die Rückmeldungen !

@ Herr Boetcher,

Die Feuchtigkeit wurde mit einem Gerät gemessen welches direkt an die Wand gehalten wurde und die Feuchtigkeit in % angegeben hat.Dieses war i.d Regel nur im unteren Bereich des Fussboden zu finden,ca.1 m hoch-deshalb war die Idee hier einen Sanierputz aufzubringen-damit es dort einen besseren Austausch (Feuchtigkeit) gibt. Der untere Bereich ist gemauert. Das Haus ist eine Mixkonstruktion !

@HerrMühle

Das Haus ist kein reines Fachwerkhaus, im oberen Bereich wurden die Gefache im Außenbereich ausgemauert und dann mit GIpsinnenwänden, welche auf der Außenseite Styropor besitzen, verbaut. Für oben habe ich mich jetzt für Rotband entschieden, da Lehmput oder Kalk in der Kombination nicht zwingend ist. Als Sanierputz wurde mir ein Weber 135 genannt ? Gibt es da Erfahrungen ? Gibt es aus Saniermörtel um ein paar herausgebrochene Stellen wieder herzustellen ?

Ich habe durch die Außenwand mit dem Bohrhammer ein Loch gestossen,allerdings durch den gemauerten Bereich-mit was verschliesse ich dieses am besten ?

Grüsse
Kievernagel



Innenputze



@Herr Boetcher

DAs EG ist teilunterkellert,das Mauerwek mit einem Leichtbauziegel gemauert, ich meine 1,8 und 2, bin mir aber nicht mehr ganz sicher-Er meinte durch die Bodenplatte steigt Feuchte auf.

Vg
Kievernagel



Innenputz



Hallo Thorsten,
so etwas in der Art habe ich mir gedacht.
Im unteren Bereich von Außenwänden findet man immer etwas mehr Feuchte, das hängt mit der etwas schlechteren Wärmedämmung infolge des Übergangs zum Fundament und der Wärmeverteilung in Innenräumen zusammen. Eine gewisse Menge Feuchte (Sorptionsfeuchte) findet sich in jedem porösen Baustoff. Das ist eine normale Erscheinung, auch das es hier gewisse Schwankungsbreiten gibt.
Es bedeutet nicht das Handlungsbedarf mit einem Sanierputzsystem vorliegt.
Sanierputze (die übrigens nicht gerade billig sind)werden nur dann eingesetzt, wenn es zu Schäden durch Salzausblühungen an der Wandoberfläche kommt.
Haben Sie Putzschäden infolge Versalzung?
Wenn ja, wurden die Art und Konzentration der Salze vom "Sachverständigen" geprüft?
Wenn nicht, dann sollte man berechtigte Zweifel am Sachverstand oder der Objektivität Ihres "Sachverständigen" haben.
Die gelieferte Begründung, das durch die Bodenplatte Feuchtigkeit in die Wand steige, bestätigt das nur. Kapillarfeuchte konnte der "Sachverständige" mit seinem Gerät gar nicht messen, nur die Feuchte auf der Oberfläche der Wand und im Putz.
Die Haupteintragsquellen von Feuchte sind in diesem Wandbereich Kondensat und Spritzwasser, das über eine fehlerhafte bzw. defekte Abdichtung des Sockelbereiches eingetragen wird. Bei Versalzung käme noch hygrische Feuchte dazu.
Deshalb mein Vorschlag:
Lassen sie das mit dem Sanierputz. Es ist viel zu teuer, unnütz und kontraproduktiv.
Sanierputze sind hydrophob eingestellt, mit großer Wahrscheinlichkeit ist die Wandoberfläche dann bei Kondensatbildung feuchter als im jetzigen Zustand.

Viele Grüße



Innenputze



Hallo Georg,

was für einen Putz soll ich dann verwenden ?
Sollte doch auf jeden Fall ein gut atmender Putz sein oder?
Versalzung gab es nicht,unter den Tapeten war noch eine Styroporschicht mit Alufolie zum Außenbereich hin-da gab es leichten Schimmel drunter. Für den Bereich im unteren Bereich sollten Calcim Silikat Platten aufgebracht werden-habe dort auch den Putz bis auf das Mauerwerk im unteren bereich aufgestemmt, um diese anzubringen.

Der SV ist Architekt und saniert auch Kirchen, müßt demnach Fachverstand haben.

Wie dichte ich den Sockelbereich ab ?

vg
Kievernagel



Innenputz



Das mit dem Architekten als Beruf passt.
Wehe unseren Kirchen!
Die leichte Schimmelbildung passt auch, typisch für Verkleidungen und Kondensatbildung in Hohlräumen.
Wenn Sie eine Innendämmung aus Calciumsilikat aufbringen wollen wäre das Abschlagen des vorhandenen Putzes nur logisch, wenn der versalzen, uneben und defekt ist. Sonst hätte er dranbleiben können.
Ein Sanierputz ist unter einem Kleber übrigens nun völlig unsinnig da der Kleber einen höheren Diffusionswiderstand hat.
Ich habe die Vermutung das Ihr famoser Sachverständiger Architekt von Innendämmungen noch weniger Ahnung hat als von Bauwerksfeuchte.
Eine Innendämmung auf halber Wandhöhe macht keinen Sinn. Wie die Ausbildung der Anschlüsse zu potentiellen Wärmebrücken wie Fenster, Innenwänden und Decken aussehen würde mag ich mir gar nicht erst ausmalen.
Zu Innendämmung rate ich Ihnen dringendst, sich mit der Funktionsweise selber auseinanderzusetzen ehe sie anfangen mit dem nicht billigen Material herumzuwerkeln. Die Hersteller solcher Systeme bieten sehr gute Informationsmaterialien auf Ihren Internetseiten.
Noch besser ist Sie suchen sich einen guten Fachmann der Sie bei Ihrer Maßnahme betreut.
Es geht hier nicht nur um die fachliche sondern auch um die baurechtliche Seite. Sie bewegen sich bereits im genehmigungspflichtigen Bereich der ENEV!
Zum Sockelbereich kann der sie ebenfalls beraten.
Nur soviel: Das ist der Bereich etwa 30-40 cm unter- und oberhalb der Geländeoberkante. Hier sollte das Mauerwerk vor eindringendem Wasser besonders geschützt sein.

Viele Grüße

p.s. Verlangen sie von Ihrem Architekten das Gutachten in schriftlicher Form, falls noch nicht geschehen. Vorher zahlen sie ihm dafür kein Honorar. Mit dem Gutachten haben sie zwei Optionen:
1. Sie glauben Ihrem Architekten und nicht mir, richten sich nach seinen Vorschlägen. Dann können Sie später von ihm Schadenersatz fordern, wenn die ersten Mängel auftreten.
2. Sie senden mir eine Kopie des Gutachtens, ich erarbeite für Sie eine Stellungnahme mit der Sie den Architekten zur Nachbesserung zwingen können. Macht er das nicht, kriegt er kein Geld.
Ich kriege die Kopie, Sie dafür meine Stellungnahme, also umsonst. Das Gutachten werde ich wenn dann nur in Teilen und anonymisiert für Weiterbildungszwecke u.ä.verwenden.

Viele Grüße





"Der SV ist Architekt und saniert auch Kirchen, müßt demnach Fachverstand haben"

Wenn das mal so einfach wäre.

Für welche Anwendung Sanierputze entwickelt wurden können sie auch hier
nachlesen.

Die Feuchtigkeitsmessung können Sie übrigens auch vergessen, hierbei handelt es sich um ein kapazitives Messverfahren, also um eine elektrische Widerstandsmessung die materialbezogen doch recht unterschiedliche Werte der Wandberfläche ausgibt, durch Versalzung werden diese Ergebnisse zudem weiter verfälscht.

Suchen Sie sich besser einen Fachmann.

Grüße



Innenputze



Das hört sich ja erstmal alles sehr gut an-
bin allerdings in der heißen phase, sprich der Innenausbau läuft auf hochtouren-der nächste gang ist das verputzen,
somit habe ich kaum noch zeit-externe fachleute zu terminieren-wo bekomme zudem jemanden aus dem rehin sieg kreis ?

sind besagte platten den problematisch-kann ja nicht Schaden und wir sprechen über 4 langen raum-die kosten würden sich demnach in manßen halten ?

vg#
kv





Wenn Ihre Vorgehensweise fest steht warum fragen Sie dann hier?



@ BAUST



Gute Antwort!

Vielleicht wollen die Besitzer nur eine Bestätigung für ihre baulichen Gedanken hier bekommen?

@ Thorsten Kievernagel

Gipskartoninnenverkleidungen mit Styroporkern sind immer als kritisch zu betrachten.
Haben sie mal dahinter geschaut?
Ob nun nur noch Teil- oder Ganzfachwerk oder auch nur ein Massivgebäude, solche Materialien werden in vielen Nachsanierungsobjekten wieder entfernt und gegen homogen aufgebrachte Putzsysteme oder Dämmebenen mit Putzauftrag bauphysikalisch verbessert.

Die meisten Massenputzanbieter haben leider viel zu viel Chemie in ihren Materialien, die dann in der Langzeitfunktion erst ihre nachteile hervorbringen bzw, aufzeigen.
Gehen sie mit offenen Augen um Häuser oder durch Gebäude.
Leider kursiert immer mehr die Einstellung, nur unser produkt ist das beste und nur mit unseren Materialein funktioniert es.



Innenputze



Hallo zusammen,

ich weiss das ich eigentlich zu spät bin, was den Ablauf und die Planung angeht, da ich sowas noch nie vollzogen habe (Sanierung eines alten Hauses)bin ich über die Abläufe auch nicht informiert, somit versuche ich jetzt just in Time, Hilfe in diesem Forum zu finden.

Von daher schon mal Danke für alle konstruktiven Beiträge.

Gestern abend wurde im OG eine Wasserleitung verlegt und das Wasser war abgedreht, der Sanitärmann war schon weg und ich bin dannwieder auf die Baustelle gefahren und habe das Wasser aufgedreht. Bei betreten des Hauses hörte ich es schon plätschern, hoch gespurtet Eimer drunter, runter in den Keller, Wasser abgedreht und wieder hoch um Handtücher auszulegen. Problem der Boden ist noch nicht gefliest und besteht aus OSB Platten-das Wasser ist durch die Decke ins EG gelaufen. Unten habe ich dann die frisch montierten gipsdecken demontiert-

Meine Frage lautet, wie lange sollte die Deckenkonstruktion, welche noch aus Lehm und Hölzern besteht trocknen bevor ich sie wieder mit Gipsdecke verschliesse ? Habe einen 9 kw Ofen in den Raum gestellt, direkt unter den Deckenbereich ?

vg
Kievernagel