Ein Horrorthema beim Bau - Der Putz

23.07.2008



Hallo,
ich habe den Fehler begangen und kurz nach meinem Studium ein Altbau (2 Familien-Haus) gekauft. Inzwischen renoviere ich eine Wohnung kern und die andere teil.

Der Putz wurde komplett (bis auf die Decken, was ich inzwischen bereue) abgeschlagen. Leitungen sind verlegt und auch ein Einsatzkamin soll rein. Meine Frage bezieht sich auf den Innenputz, denn dieses Thema findet derzeit aufgrund unterschiedlichster Meinungen (und Preisvorstellungen) kein Ende.

Am liebsten würde ich Lehmputz auftragen. Kosten mit 20,- EUR/qm inkl fachmännischem Anbringen sind meinem inzwischen sehr eng bemessenen Kapital leider zu hoch.
An zweiter Stelle steht reiner Kalkputz. Kosten mit 17,- EUR/qm im Verhältnis zum Lehm zu hoch.

Meine Frage, welcher günstige Putz ist noch empfehlenswert? Gips würde ich gern vermeiden, angeblich soll es für Kleinkinder und Babys nicht gerade von Vorteil sein. Gibt es gute und günstige Kalkzemente mit Zusatz, wie Kalk-Zement oder ähnliches?

Bitte keine tiefergehende Philosophie daraus machen, habe wirklich genügend über Lehmputz gehört, und so langsam fühle ich mich blasphemisch weil ich mich doch dagegen entscheiden mußte.

Außerdem bin ich aus Dortmund und falls jemand jemanden hier in der Gegend kennt (Verputzer, heißen Stuckateure oder?) bitte her mit der Nummer :)

MfG
Iso



Innenputz



Aus was besteht denn die Decke?

Viele Grüße





Ich denke ein sehr alter Kalkputz, inzwischen leicht porös und darüber einige Schichten Deckenfarbe.

Ob eine Grundierung die Deckenfarbe so fest setzen kann, dass ein neuer Putz nicht abfällt wäre natürlich das derzeitig beste. Stehe dieser Möglichkeit sehr skeptisch gegenüber.

Hoffe konnte die Frage beantworten.



Hallo Iso,



viel günstiger wurst Du wenn Du es machen läßt nicht dar kommen. Eine Alternative wäre die Integration von Eigenleistung.

Aus Dortmund kommt der Harald Vidrik, auch hier in Fachwerk aktiv.

Grüße Gerd



Innenputz



Nun weiß ich zwar immer nocht nicht, aus was die Decke besteht (Holzbalken, Beton...)´, aber egal.
Der alte Putz ist ja anscheinend noch in Ordnung, also Farbe abwaschen, ausbessern, eventuell mit Kalkglätte nachspachteln.
Der abgeschlagene Wandputz sollte am besten wieder durch Putz ersetzt werden. Ob Gips-, Kalk- oder Lehmputz ist erst einmal zweitrangig, funktionieren tun sie alle und schädlich für Kleinkinder sind sie auch alle nicht.

Viele Grüße





Zum einen herzlichen Dank für die Antworten.

Als nächstes, die Decke besteht aus langen Stürzen (Rundstahl in Betonguss) mit je ca 20 cm Abstand die von einer Wand zur nächsten reichen und der Zwischenraum wurde mit Schlacke (?) oder so ähnlich ge(ver?)füllt.

Was ist mit Farbe abwaschen gemeint? Mit so ner Spritzpistole (Hochdruck) oder ähnlichem?



Deckenputz



Mit Annetzer, bzw. Malerbürste (einer großen Bürste mit Griff) oder Gartenspritze die Farbe immer wieder anweichen, mit Spachtel o. ä. abkratzen und mit Bürste oder Annetzer abwaschen.

Viele Grüße



eine preiswerte Alternative wäre die Verwendung



von LehmStreichputzen. Richtig vorgrundiert haften diese auch auf Gips-Kalkgips-Kalkputzuntergründen. Außerdem könnte hierbei der "teure Handwerker" eingespart werden.



Noch einmal zum Lehmputz



In der Selbstanwendung ist Lehmputz sicherlich eine sehr interessante und auch preiswerte Geschichte.
Außerdem kommt hinzu, dass bei den ersten Verarbeitungsschritten der Lehm dahingehend interessant ist, eben über längere Zeit nicht zu erhärten und bei Nichtgefallen der Ergebnisse wiederum überarbeitet werden kann.
Bei hydraulisch abbindenden Materialien ist das leider nicht mehr möglich.
Und zementäre Materialien sind auch nicht das Wahre!
Zu dichte und starre Flächen!

Handwerkliche Selbstbauerbegleitung ist da sicherlich in viele Richtungen möglich.

Unterstützende Grüße,

Udo Mühle