Kalkgrundputz - Elektroinstallation - Kalkfeinputz? Meinung zum zeitlichen Ablauf..

21.04.2013 StefanK



Hallo liebe Forumsteilnehmer,
ich brauche mal Eure Meinungen zum zeitlichen Ablauf bzw. Planung von Putz und Elektroinstallation.

In meinem Garten staplen sich gerade 10 t Putz (Hessler HP9, Kalkglätte HP 90, HP14), der auf Wände und Wandheizung verteilt werden möchte.
Seit Auftragen des Vorspritz (3:1:1) nach Anleitung des Putz-Meisters musste dieser auf andere Baustelle und wurd seitdem auch nicht mehr gesehen...
Da das Haus irgendwann fertig werden soll, wollte ich nun selbst ohne Vorort-Anleitung weiterputzen.

Außenwände mit Wandheizung:
- Auftragen Grundputz zum Begradigen
- Aufbringen der Innendämmung (Holzfaserdämmung) (Aufkleben mit HP14
- HP14 aufgekämmt auf Holzfaser zur besseren Haftung des späteren Putzes
- Wandheizung installieren
- Wandheizung einputzen

Innenwände/ Wände ohne Wandheizung:
- Aufbringen des Grundputz zum Begradigen
- Elektroschlitze erstellen, UP-Dosen fräsen,Restschlitze etc. mit Grundputz füllen.
- Kalkglätte auftragen

Der Grund warum ich die Wände ERST begradigen und dann die Elektroinstallation einbringen will:
- Da die Wände teils recht schief sind, ist es schwer, die genaue Einbautiefe der UP-Dosen festzulegen. Außerdem läuft die Schlitzmaschine auf einer begradigten Wand besser. ;)
Variante a)
Wird die Installation vorher erstellt und die Putzdicke ist zu hoch, sind u.U. Ausgleichselemente auf den Dosen nötig -- ein echtes Gefummel, musste ich früher als Elektroinstallatuer öfters machen und muss auch beigeputzt werden.
Variante b)
Putzdicke zu gering --> Doesen stehen hervor, auch Beiarbeiten nötig...

Wie lange darf der Grundputz stehen, bis die Kalkglätte drauf kommt?
Oder sollte noch eine dünne Schicht Grundputz dazwischen um alle Schlitze etc sicher zu überdecken?

Viele Grüße und einen sonnigen Sonntag!
Stefan





Hallo,

ich weiß ja nicht wie krumm die Wände sind. Aber frischen Putz würde ich nicht einfräsen wollen.
Das bessere Bild gibt es allemal, wenn die Mauerschlitze gefräst, die Kabel eingelegt sind. Dann vielleicht noch
mit Grundputz oder LM-Mörtel zuwerfen, je nachdem was übrig ist.
Wenn Sie die Glätte nach 1 Tag Standzeit aufziehen (frescal)
gibt das ein schönes Bild und mit Aufbrennen gibt es keine probleme.

Viel Erfolg



Du



willst doch nicht die 10 t Trockenmasse mit der Hand auftragen?

Als Richtwert kann 1 Tag Trocknungszeit pro mm Schichtdiche angesetzt werden bevor eine neue Lage Putz aufgetragen wird.

Ich würde die Elektrik vor dem Putzen eunbauen. Mit einer Richtlatte lässt sich das Niveau der Unterputzdose festlegen.

"Wie lange darf der Grundputz stehen, bis die Kalkglätte drauf kommt?
Oder sollte noch eine dünne Schicht Grundputz dazwischen um alle Schlitze etc sicher zu überdecken?"

Ich würde den Grundputz im 2-Lagen auftragen. siehe auch ( http://www.wandheizung.de/fileadmin/uploads/media/downloads/Datenblaetter/Kalkputz_Verarbeitungsrichtlinie.pdf)

Grüße Gerd





Wäre es nicht einfacher, die Kabel voher zu verlegen, und nur die Dosen nachzuarbeiten?



ZIegelwand ist recht unregelmäßig...



da wird es eben "schwieriger" mit der Schlitzfräse zu arbeiten. Dosensenker lassen sich auf halbwegs gerader Wand auch einfacher führen.
Die beiden Diamantscheiben der Schlitzfräse verkanten gerne mal, wenn die Maschine nicht Plan aufliegt.
Da dachte ich, begradigen muss ich eh, dann mache ich das eben zuerst und kann dementsprechend flinker schlitzen. Außerdem habe ich dann eine saubere Höhe für die UP-Dosen.
Denn selbst "nur" diese beiarbeiten, je nachdem ob Aufsatzringe nötig sind oder nicht, ist echte Strafarbeit.

Ich habe früher selbst auf dem Bau gearbeitet und die Annehmlichkeiten von Schlitzfräse und Dosensenker gegenüber "Hammer/Meißel" bzw. Stemmhammer durchaus zu schätzen gelernt. Auf "modernen" Baustoffen - sprich neu gemauert mit großformatigeren Steinen - klappt das auch prima, aber im Altbau mit kleinformatigem Ziegelmauerwerk eben nicht so gut.

Na klar, funktionieren tut das alles, wollte eben nur die angenehmste Variante.Werde mal eine lange Richtlatte organisieren und schauen, wie schief die betroffenen Wände wirklich sind ;)

@Gerd, mehrlagiger Aufbau nach Deinem Vorschlag klingt gut.
Es wäre also grundsätzlich - also von Putzverarbeitungsseite - kein Problem, die Wand zu begradigen (1.Lage), dann nach x Tagen die Schlitze zu Fräsen und die zweite Lage aufzuziehen, und dann irgendwann den Feinputz?
Vom zeitlichen / logistischen Ablauf käme ich damit klar, ist genug Arbeit die während den Trocknungsphasen erledigt werden kann.
Hauptsache der Putz bleibt an der Wand, hehe...

Auch im Dachgeschoß fände ich meine Idee angenehm, da ich dann eine saubere Auflage für die Abdichtung habe (Dampfsperre auf 1.Lage Grundputz kleben.) Gegenstimmen?

Eine weitere Frage hätte ich da noch:
Der größte Teil des Hauses ist bis auf die Ziegel vom Putz befreit, Vorspritz wird aufgebracht, dann Putzaufbau wie im pdf von Gerd.
Im Anbau gibt es allerdings einige Wände aus Bims, auf denen der Putz an sich sehr gut hält, aber sehr sandet (Oberfläche wurde schon mit Putzfräse bearbeitet, Gips, Tapete etc ist weg)
Wie sollte ich den denn verfestigen, um dann neuen Kalkputz darauf aufzutragen?

Danke euch allen für Eure kompetente Unterstützung.
Ich wünsche allen eine erfolgreiche Woche!

Stefan