Rezeptur Außenkalkputz

16.05.2013



Hallo in die Runde!

Ich habe aus der Literatur hier ein Rezept für Kalkputz, ich würde gern Eure Meinung wissen.
Verputzt wird ein mit Lehmsteinen ausgemauertes Eichefachwerk, Fugen sind 1-2cm tief nach innen/unten fallend ausgekratzt.
Hier das Rezept:

Spritzputz (also Unterputz, wenn ich es richtig verstehe):

1 Teil Weißkalkhydrat und 4 Teile Sand (Putz- und Flusssand 3:9)


Putzmörtel (Ausgleichs- und Oberputz, wenn ich es richtig verstehe):

1 Teil Kalk (3:1 Weißkalkhydrat und Trasskalk) und 5 Teile Sand (1:1 Putz- und Flusssand)

Die Fassadenteile liegen i.d.R. wetterabgewandt, gelegentliche Feuchtigkeit tritt je nach Windrichtung oberflächlich auf.

Grüße vom Hunsrück,

Olli



Rezeptur



Kuckst du hier ,zwölfter Beitrag.http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/166680$.cfm



Hallo Martin,



mit welchen Steinen wurde ausgefacht und wann wurde die Arbeiten ausgeführt?

Oder stell doch mal ein Bild rein.

Grüße Gerd



Hallo Gerd



Ich habe mir den Beitrag mal gespeichert,weil dort schon sehr auf Putz selber herstellen eingegangen wurde.
Zu den Ergebnissen kann ich ja nix sagen,fand die Rezeptur von Peter für mich interessant und für Noober vielleicht auch.

Grüße Martin





Guten Morgen!

Ausgemauert wurde vor etwa drei Jahren mit 3000 selbst hergestellten (leicht-)Lehmziegeln. Auch die Wetterseite war bis Okt. 2012 noch ungeschützt, jedoch haben die Ziegeln durch die teilweise starke Regenbelastung keinen Schaden genommen. Nunmehr ist die Wetterseite verschiefert.
Der Wandaufbau sieht wie folgt aus:

Kasein-Tempera, dreilagiger Lehmputz, Wandflächenheizung, Schilfrohrmatten als Putzträger und verlorene Schalung auf 60x60er Kanthölzern als Vorsatzschale für 120-150mm Lehm-Blähtondämmung, 150mm Eichefachwerk mit 130mm Lehmziegeln, mit Dreikantleisten und magerem Lehmmörtel befestigt.

Grüße, Olli





So, wer war jetzt gemeint? ;0)



Olli Du warst gemeint!



Sieht doch auf dem Foto gut maus!

Wieviel Platz hast Du zwischen dem Mauerwerk und der Balkenvorderseite?

Grüße



Im Endeffekt...



... gibt es DAS Rezept nicht, Du wirst also um ein paar Experimente mit u.U. "Trial & Error" nicht herumkommen... Das Ganze hängt von der Art des verwendeten Kalkes, der Zusammensetzung des Sandes, ja sogar vom Härtegrad und ph-Wert des Wassers ab, auch die Umgebungsbedingungen beeinflussen das Ergebnis, u.V.m....


MfG,
sh





Danke!

Das Mauerwerk steht i.d.R. 2cm zurück, bedingt durch das Alter des Hauses sind vereinzelte Ständer auch mal ziemlich bauchig, daher können es in wenigen Fällen auch mal 5cm sein, die verputzt werden müssen.



Also



ich persönlich würde auf das Mauerwerk erst mal einen Strohlemputz aufbringen der richtig quer aufgekratzt wird bis das Stroch wieder sichtbar.

Dann kann nach durchtrocknung (ein paar Tage)der Kalkputz drauf.

Gut ist das das Mauerwerk schön ein paar Jahre steht.

Grüße





Hier läuft ALLES über "Versuch und Fehlschlag", weil alles (abgesehen vom Bau der Fenster) in Eigenleistung erbracht wird. Wobei sich die Fehlschläge wirklich in sehr eingeschränkten Grenzen halten. So z.B. Risse im Lehmputz unter den Balkenköpfen, da diese sich nach Einbau des Eichedielen ein bis zwei mm gesetzt haben.... ;o)

Die teils recht tiefen Flächen mit Lehmputz aufzufüllen ist ein sehr guter Vorschlag! Leider stehe ich unter immensem Termindruck und habe dafür eigentlich GAR KEINE Zeit. :0(
Keine Zeit ist solchen Projekten selten zuträglich.
Daher habe ich keine andere Möglichkeit, als zu versuchen, einen stellenweise recht dicken Putz hinzuzaubern. Gundsätzlich wäre es aber doch nicht schädlich, an den wenigen senkrechten Bauteilen, die weit überstehen, nicht bündig zu verputzen, oder sehe ich das falsch? Zu den waagerecht verlaufenden Bauteilen sind es definitiv nur 2cm.



Keine Zeit



ist realtiv!

Wenn der Putz runterkommt ist nix gewonnen!

Das Erstelllen eine Aussenputzes im Fachwerk ist so mit der mangelbehaftete Arbeitsschritt der am Fachwerkhaus anliegt.

Das Auftragen des Lehmputzes hat die Wirkung die Haftung des Kalkputze deutlich zu verbessern.

Grüße





Nach dem Auskratzen der Fugen wurden die Ziegeln mit Druckluft (10-12bar) abgeblasen. Hierdurch wurden nicht nur lose Teile entfernt, sondern auch die Oberfläche aufgerauht, so dass großflächig die in den Ziegeln verabeiteten Strohhäcksel hervorstehen. Diese Arbeiten habe ich diese Woche erledigt. Um keine unnötig große Angriffsfläche für die Witterung zu provozieren, wurden die Fügen nicht, wie es eigentlich einfacherer wäre, direkt während des Mauerns ausgekratzt. Es war ja abzusehen, dass die Fassade einige Jahre ungeschützt bleiben muss.



Außenputz



Es gibt ein paar uralte Putzregeln, die man beherzigen sollte.
Die wichtigste lautet das der Untergrund immer härter als die Putzlage die darauf kommt sein soll. Das gilt sowohl für das Rohbaumauerwerk als auch für die untere Putzlage. Muß dagegen verstoßen werden dann kann man das mit Putzbewehrung kompensieren.
Eine zweite Regel lautet das der Außenputz je nach Bewitterungslage den Regenschutz für das Wandmaterial gewährleisten muß (wasserhemmend oder wasserabweisend).
Eine weitere Regel bezieht sich auf die kapillare Wasseraufnahme, die ein Putz bei bestimmten Untergründen und Wetterexpositionen nicht überschreiten darf.
Um diese Regeln einzuhalten bedarf es bestimmter Zusammensetzungen und einer bestimmten Verarbeitungstechnik.
Lehm im Sichtfachwerk ist ein komplizierter Untergrund, der viel Erfahrung und Wissen voraussetzt. Hier scheitern regelmäßig auch Profis.
Wir hatten mehr als einen Beitrag, wo professionell aufgebrachter Werktrockenputz auf solchen Untergründen versagt hatte und wir alle herumrätselten was denn nun die Ursache sei.


Viele Grüße