Putz, Gipsputz, Kalkputz, Raumklima, Putze

07.05.2006



Hallo Alle mit einander!
Wir sind gerade am bauen. Sind jetzt kurz davor, die Wände zu Verputzen zu lassen. Wissen aber noch nicht welches Material für uns das Beste ist. Wir haben die großen Kalk-Sandsteinblöcke( einer ca. 160kg).Es wurde uns jetzt ein Angebot gemacht für Gipsputz. Und gesagt, Gipsputz ist für das Raumklima und überhaupt "der Mercedis" unter den Putzarten. Stimmt das? Welche vor- und welche nachteile hat Gipsputz?
Vielen dank schonmal im Vorraus für die Atnwort
MfG Familie Scott aus Bramsche



Gipsputz ist kein "Raumklima-Mercedes"



die Handwerker lieben es, Gipsputze zu verarbeiten, das geht sehr schnell,kann meist 1-lagig geschehen,es läßt sich "schnelles Geld" damit verdienen (wenn nicht grad ne billige Polentruppe in der Nähe ist,die alle Preise unterbietet). Gipsputze wirken nicht fungizid und quellen bei hoher Luftfeuchte.
Ein wesentlich besseres Raumklima schaffen reine Kalkputze oder Lehmputze,die Raumfeuchte gut speichern können und zusammen mit einem guten Strahlungswärme-Heizsystem für gleichbleibende Luftfeuchte sorgen.



Putzarten



Kalkputz:
Für den Innenputz ist Kalk am besten geeignet.Kalkputz hat alle Eigenschaften,die für ein gesundes und giftfreies Wohnen nötig sind.Er ist sehr diffusionsdurchlässig und hat dadurch stark feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften.Außerdem tötet Kalk Bakterien und Pilze und absorbiert Schadstoffe.Diese wertvolle antibakterielle und fungizide Wirkung sowie die Fähigkeit Schadstoffe zu absorbieren,machte man sich schon vor hunderten von Jahren zunutze.Zur Desinfektion wurden früher Wohnungen und Ställe mit Kalkmilch gestrichen.Noch in den 50er Jahren wurden Räume mit hoher Feuchtigkeit,wie Bäder oder Waschküchen,in der Regel mit reinem Kalkputz verputzt.In den letzten Jahren ist dieser Putz völlig in den Hintergrund getreten.Das Glätten von reinem Kalkputz ist nämlich aufwendiger als das von Gipsputz.Da das Glätten von Kalkputz mehr handwerkliches Geschick erfordert,hat der Maschinenputz den biologisch viel wertvolleren Kalkputz fast vom Markt verdrängt.
Gipsputz:
Da Gipsputz ein geschmeidiges Material ist,sich sehr leicht bearbeiten läßt und zudem das kostengünstigste Material für Putze ist,wird er für über 90% aller Innenputze verwendet.Gipsputz ist als Fertigputz auf dem Markt.Der fertige Maschinenputz enthält bis zu 5% chemische Zuschläge,die die Raum belasten können.Gipsputz wird für verschiedene Anwendungsbereiche hergestellt,z.B.Stuckgips,Gipsbauelemente,Haftputzgips mit Kunstharzzusätzen.Da Gipsputz gute hygroskopische Eigenschaften besitzt,ist er für die Feuchtigkeitsregulierung der Innenraumluft gut geeignet.In Naßräumen sollte man ihn jedoch nicht verwenden(Schimmel).Im Gegensatz zu Kalkputz hat Gipsputz keine antibakterielle Wirkung und absorbiert auch keine Schadstoffe.Eisenteile,die mit Gipsputz in Berührung kommen,müssen vor Korrosion geschützt werden.
Nun machen sie sich mal ein paar Gedanken,eine logische Schlußfolgerung,und ich glaube sie wissen wer der wirkliche Mercedes ist!



Gipsputz



Das Gipsputz die gleichen Eigenschaften hat wie Lehm ist mir ganz neu. Gips nimmt zwar Feuchtigkeit auf, gibt sie aber sehr schlecht wieder ab. Besonders an Kältebrücken ist hier die Gefahr der Schimmelbildung groß. Würde lieber etwas tiefer in die Tasche greifen und mir einen mineralischen Putz, am besten Kalkputz, gönnen.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik