Was für einen Putz brauche ich, um Tapete aus dem Weg zu gehen?

04.05.2010



Hallo,
ich möchte in meiner gesamten Wohnung keine Tapete auf Gipskartonplatten anbringen. Die Verspachtelung erfolgte durch eine Firma (Malerverspachtelt), also die ideale Grundlage für Putz. Ich möchte keinen Putz der Strukturen hat, er sollte glatt sein und ich möchte danach darüber malen. Zur Info, es ist ein 120 Jahre altes Bauernhaus.
Danke für die hoffentlich vielen Tips!
lg Christiane



Putz



Hallo Christiane,
etwas seltsam, Dein Ansinnen.
Malerfertig gespachtelter Gipskarton ist oberflächenfertig.
Er kann nicht nur tapeziert, er kann auch gestrichen werden.
Das genau macht einen Putz aus und deshalb nennt man Gipskarton auch "Trockenputz".

Viele Grüße

p.s. Ich hoffe, den Außenwänden bekommt die Gipskartonbekleidung.



Eine glatte Wand,



gegen das Licht betrachtet verrät sämtliche Macken.....will also sehr akkurat ausgeführt sein.....

Ein fein strukturierter Putz (1mm Körnung) z.B macht eine lebendige Oberfläche (Licht- und Schattenspiel) und kleinere Dellen fallen nicht so ins Auge.

Es gibt feinen Streichputz (z.B. von Auro), vielleicht ist das ja was du suchst.

Gruss, Boris





Hallo Christiane,

ich sehe die Sache ähnlich wie meine Vorredner und würde, sofern ich keine strukturierten Oberflächen mag, wohl auch auf einen Streichputz zurückgreifen. Ein Anstrich wäre natürlich etwas günstiger.
Vielleicht gefällt Ihnen ja auch ein Putz mit feiner Körnung. Wir haben farbige Feinputze (ohne Pigmente!), die Sie anschließend auch nicht erneut Streichen müssten.

Schauen Sie mal in unserem neuen Onlineshop! Wir haben von sämtlichen Putzen und Anstrichen Oberflächen-Photos, vielleicht finden Sie das für Sie passende Material:

www.gfm-naturbaustoffe.de

Wir laden Sie auch gerne in unsere Ausstellung ein. Hier können Sie genannte Oberflächen "in echt" erleben.

Viele Grüße

Marc K.



Alternative



ist ein 10mm Gipsputz der flächig auf den Platten aufgebracht wird, ist im angelsächsischen Raum sehr üblich. Damit vermeidet man das hier übliche Problem, daß die Plattenfugen erhaben gespachtelt sind und bei seitlichem Licht jede einzelne Platte hervorheben. Dann würde ich einfach überstreichen (aber bitte nicht mit Baumarkt-Super-Hyper-Weiß!).



Trockenputz



Ein Problem sehe ich bei dieser Variante:
Kellergassenkatze geht davon aus, das der Maler nicht richtig spachteln konnte und zu Faul war, die Fugen nachzubessern.
Was passiert, wenn der Putzer/Stukkateur auch keine Ahnung hat, Dellen und Buckel auf den Gipskarton putzt und sich weigert, nachzubessern?
Vorschlag von mir:
Dann kann man ja Trockenputz (Gipskartonplatten) aufkleben und verspachteln.
Und wenn das nicht schön aussieht, draufputzen....
und so weiter.
Bis das Zimmer voll ist.

Viele Grüße



Oberflächen



Hallo,

gehen wir mal davon aus, dass Maler und Putzer Künstler sind, die Fugen im Gipskarton anständig bewehrt und gespachtelt und dann schön geschliffen haben. Anschließend haben sie im Schein einer 500 W-Leuchte nach kleinen Macken gefahndet und keine gefunden.
Jetzt haben Sie eigentlich einen fertigen Untergrund, den Sie beliebig gestalten können: Mit Stukko Veneziano oder St.lustro, in Wischtechnik oder einfach mit Farbe.
Oder Sie nehmen das Angebot von Gerold Sparwasser an und sehen sich dort einmal um.
Schöne links sind auch diese hier:
http://www.stuccolustro.com/
http://www.stucco-palladiano.de/

Grüße



Putz



Hallo Christiane, muß mich hier mal einklicken.
Eine ganz andere Variante und schön rustikal aussehend
(passend für ein altes Bauernhaus) wäre Lehmputz.
Richtig ! Gips und Lehm vertragen sich nicht - höre ich
jetzt von allen Seiten !
Habs aber selber schon gemacht : Erst Fliesenspachtel
aufziehen, dann Lehmfeinputz.......
Herzliche Grüße aus der Oberlausitz
Kerstin Klotke
Lehmkunst & Illusionsmalerei



120 Jahre!



dann Gipskarton,drauf Fliesenspachtel, dann Lehm, dann eine Farbe...ich glaube ich muss mich übergeben.Ist das Baukultur von Morgen? Die alten Meister würden sich im Grabe umdrehen!

Gruß
Mladen





Ich habe auch das Gefühl, ich bin im Panoptikum und erlebe das alles spiegelverkehrt !!



Naja



ich sehe schon den Moment kommen, wo außer Restauratoren keiner mehr Verputzen kann, weil im Neubau nur mehr Gipskartonplatten auf die Massivwände geklebt werden oder gar Ständerwerk vorgesetzt (den Zustand gibt es in den USA wo Gipskarton schon in den 1920ern nennenswerte Verbreoitung hatte schon seit etwa 50 Jahren).

Ich habe vor Jahren mal (als Praktikant beim Elektriker9 so eine Renovierung miterlebt - da wurde im Altbau völlig grundlos der gesamte Verputz abgeschlagen und dann alles mit Gipskarton verkleidet. Mir ist fast schlecht geworden bei den Mengen Ansetzbinder die da zum Ausgleich der unebenen Wand reingegangen sind - ungefähr zwei Säcke pro Wand! Wäre der alte Verputz geblieben hätte man massig Arbeit gespart, gerade einmal Leimfarbe abwaschen, die E-Schlitze verputzen, spachteln und neu ausmalen.



Was habe ich angerichtet



Asche auf mein Haupt - besser gesagt, Lehm !
Tut mir leid, wenn ich einigen körperliche Beschwerden
bereitet habe, aber wer mich kennt, weiß: Ich kann keiner
Fliege was zuleide tun.
Es ist aber tatsächlich so vorgekommen, daß ein Bauherr
unbedingt Lehmputz in sein Gipskartonstübchen haben wollte.
Also haben wirs gemacht......
Die alten Meister wurden auch nicht gefragt, als ihre
Deckenmalereien reihenweise unter Latex verschwanden.
Und vielleicht ist es für unsere Nachfahren, die nur
noch in Holz-und Lehmhäusern mit Gründächern wohnen,
ein archäologisches Wunder, wenn sie plötzlich Gipskarton
unterm Lehm freilegen....
Würde aber jetzt vorschlagen, man konzentriert sich
wieder auf Christianes Problem.
Freundliche Grüße an alle und an Christiane
Kerstin Klotke



Was habe ich angerichtet



wer mich kennt, weiß:dass auch ich kein böser Bube bin, auch Naturverbunden bin.Ja ich habe auch schon G-Platten verputzt, bestimmt schon 150 m², weil schon vorhanden, und verbaut habe ich 0 m², weil ich sage: das mache ich nicht.
Jedes hat seinen freien Willen...
Wenn ich so in Gedanken in die Zukunft abwandere, dann sehe ich hohe Gebäude, platzsparend, ein Generationenhaus mit Umschwung längst Vergangenheit.

-"ein archäologisches Wunder, wenn sie plötzlich Gipskarton
unterm Lehm freilegen...."
Die werden die sagen: "da wussten sie nicht mehr wohin mit dem Müll..."

Grüße
Mladen



Kein böser Bube ?



Also rauhe Schale, weicher Kern ?


Stimmt, irgendwann habe ich mal was von einer Wegwerf-
gesellschaft gehört. Wenn unsre Mutter Erde das überlebt,
wird sich noch so manches anfinden.

Einen schönen Frühlingssamstag
Kerstin



Also rauhe Schale, weicher Kern ?



Hallo Kerstin,
ja ich bin total sensibel,feinfühlig und ziehe die Liebe vor, habe aber auch gelernt zu verteidigen, zu töten, wie jeder andere Mann auch.

Viele Grüße

Mladen





Mit Spannung erwarte ich die nächste Offenbarung und die philosophische Ergüsse der letzten Weisen dieses Planeten , die verzweifelt versuchen zu dessen Errettung beizutragen .
Ich befürchte nur , daß dies noch in einer griechischen Tragödie zum Muttertag endet, wenn die Welt nicht vorher schon deswegen untergeht oder in der Apokalypse endet .



Wieso eigentlich griechisch...........?



Ich denk mal auch, man sollte sich eher doch an die Frage von Christiane erinnern.
Also der Lehmputz is ja woll gestorben ( höre ich da noch
irgendwo Gelächter ?!!!!!).
Da gibts eben nur Farbe, Tapete oder einen feinkörnigen
Putz.
In eigener Sache könnte ich noch eine Wandmalerei anbieten............?
Grüße an alle Mütter zum Muttertag-der Vatertag is ja
nich mehr weit.



Es gibt bald nix.....



...ohne Gips!

;-) Boris



Glatter als GK ??



Also nochmal kurz zur Frage :
Du willst auf GK-Platten keine Tapete, sondern einen Putz, aber glatt und ohne Struktur zum Streichen .
Sind Dir die GK-Platten zu wenig glatt ? Du kannst doch fertige Gk-Bekleidung Q3-Spachtelung auch Grundieren und streichen . Wenns immer noch zu wenig "glatt" ist, dann laß nach Q4 spachteln. Glatter geht kaum noch .



au weia:-(



auf ein extremes Beispiel, folgt eine extreme Reaktion, (was vorauszusehen war)Man folgt der Mehrheit ohne sich über die Auswirkung bewusst zu sein, oder es wird einfach verdrängt.

Ich wünsche mir: auf manchen verbauten Baustoff, gerade im Fachwerk, würde man viel aggressiver reagieren, ich mag Fachwerkbauweise ganz gern,diese sind auch! erhaltenswert.

Friedliche Grüße

Mladen



Ach ich halte mich bloß in der Öffentlichkeit zurück ;-)



Für unser Haus habe ich mir geschworen, daß kein Quadratzentimeter Gipskarton über die Türschwelle kommt, es sei denn über meine Leiche ;-)

3 Sachen die ich an Gipskarton absolut nicht leiden kann:
1) ich habe in meinem ganzen Leben noch keine brauchbar gespachtelte GK-Fläche gesehen. In seitlichem Licht sieht man jede einzelne Platte perfekt. Zählen der Gipskartonplatten an der Decke (scheußliche Altbaurenovierung) hat mir in der Schule manche lange Stunde unterhaltsamer gemacht wenn die Sonne am Vormittag tief stand *ggg*
2) zu eben. Abgesehen von den erwähnten, chronisch erhabenen Fugen sind GK-Platten für einen Altbau viel zu gleichmäßig.
3) mangelnde mechanische Stabilität. Ein Fußtritt oder umfallender Gegenstand und schon ist ein riesiges Loch in der Wand. Das soll mir bei einer Massivwand mal einer vormachen! (und ja, ich habe schon fußgroße Löcher in doppelt beplankten Wänden gesehen). Ja, man soll nicht randalieren, aber wer garantiert mir, daß das in meinem Haus nie wer tut?

GK-Platten wurden nur deshalb so populär, weil sie schnell und billig zu Verarbeiten sind und man nicht viel Feuchtigkeit einbringt, also schnell weitermurksen kann.

PS: ich bin generell kein Freund von Platten... bei Heraklithplatten schafft es hierzulande z.B. offensichtlich niemand, ein Gewebe einzuarbeiten -> die Oberfläche reißt natürlich.



Sympathie



Hallo,
die Haltung, Einstellung und meine Argumentation bringt mir sicher nicht nur Sympathie, dessen bin ich mir durchaus bewusst und nehme es in Kauf.Wenn ich aber nur eine-n einzelnen dazu bewegt habe zu überdenken im handeln, dann war es das schon was wert.
Das Handwerk ist Handwerk und darf, soll, es auch bleiben.
Wenn man sich an irgendwelchen Vorbildern orientiert, macht man oft genau das Gegenteil was man eigentlich will.
Nichts für Ungut.

Mit freundlichen Grüßen

Mladen