Lehmputz auf Poroton - Fragen zur Ausführung

22.01.2013 joerjen



Hallo...

der Zeitpunkt des Innenputzes rückt näher und ich mache mir verschiedene Gedanken dazu. Ich habe im Haus etliche Wände mit selbstgemischtem Kalkputz verputzt - ich bin sicherlich nicht der schnellste, aber es wird langsam und alle bisher ausgeführten Putzflächen sind schadenfrei.

In der oberen Etage möchte ich gern mit Lehmputz von Conluto arbeiten. Alle Wände bestehen aus Poroton - selbst Stürze und Unterzüge sind mit Poroton beplankt (U-Schalen und Ziegelstürzen sei dank).

1.) Brauche ich auf diesem Untergrund einen Vorspritz? Der eine sagt ja, der andere nein...?!?

2.) Brauche ich hier eine Armierung im Lehmputz? siehe 1.

3.) Ich arbeite gern mit Putzbrettern (ca. 13mm dick) zwischen denen ich ausputze und auf denen ich dann den Putz abziehe. Ich nehme dann die Bretter raus und werfe den Zwischenraum aus und ziehe dann nochmal über die Fläche ab. Wie mache ich das denn dann (falls notwendig) mit dem Gewebe?

4.) Da das ja erstmal der Grundputz ist - reibe ich diese Oberfläche ab oder lasse ich die so wie abgezogen? Beim Kalkputz habe ich abgerieben wenn einlagig / wenn zweilagig mit dem Gitterrabott aufgerauht und später eine dünne Schicht Filzputz aufgezogen und gefilzt.

5.) Hat jemand schon mal den Unterputz von Conluto "gestreckt" oder ist er mager genug?

6.) Ich lese immer, dass der Erdfeuchte Unterputz spät. 3 Monate nach Herstellung verarbeitet sein sollte - die Zeit ist doch längst abgelaufen, wenn ich solche Ware beim Zwischenhändler aus dem Lager kaufe - ist das problematisch?

Ich danke Euch schonmal für Eure Infos und hoffe, meine Fragen sind einigermaßen verständlich und vor allem leserlich gegliedert.



Zu 1)nein



2)nur bei Materialwechseln, Fenster und Türstürzen

3) Genau wie beim Kalkputz auch. Das Gewebe wird in den plastischen Putz eingespachtelt.

4) Abreiben füllt die Löcher ist aber nicht notwendig

5) Der Unterputz ist natürlich "fetter" als der Oberputz, abmagern reduziert die Haftung

6) Kommt drauf an

Grüße



als



Laienlehmputzer in der eigenen Dauerbaustelle hab ich Porotonwände zweilagig mit den Claytecprodukten verputzt.
Erste Putzlage mit dem Unterputz grob mit Stroh und für den deckputz sowohl mit Stroh als auch als mineralischen Lehmputz aus dem Bigbag verwendet. Meiner Erfahrung nach sind die Putze in ihrer Konsistenz fertig ohne abmagern o.ä.
Armierungsgewebe wurde im Deckputz flächig eingebracht - hat mir auch ein bisschen geholfen eine gewisse "Grundgradlinigkeit" einzuhalten.
Die Wände sind bis auf Anfängerfehler am Schornstein Rissfrei - selbst bei wechselnden Untergrundmaterial...

Erdfeuchten,strohhaltigen Putz habe ich auch verarbeitet - war aber aus anderen Gründen elende Arbeit:
der Putz war ein gefrorener Block in halber Bigbag Dimension - das hieß zerkleinern, ins Haus schaffen und dort erstmal auftauen bevor es ans Verputzen ging...zum Glück ist das rum
Probleme hinsichtlich der Mikrobiologie des Putzes hab ich bei rascher Trocknung nicht gehabt und die Verarbeitung war auch nicht anders als bei einem neuem BB. Der Putz lagerte im BB ca 2 Jahre "trocken und allseits luftumspült" in der Scheune.

viel Spaß

ole



Erfahrungen



Wie sind denn die Erfahrungen mit Conluto?

zu 3.) Ich habe beim Kalkputz nirgends ein Gewebe eingebettet.



Ich würde



das Gewebe bei einem Materialwechsel einlegen.

" Wie sind denn die Erfahrungen mit Conluto?"

Gut.

Grüße



Lehmputz



Geht der Lehmputz mit den Fasern auch problemlos durch eine D6-Schnecke?

Die Türstürze etc. haben ja alle eine "Ziegelschale" um den Betonkern - würdest Du diese als Materialwechsel ansehen?

Du hast doch sicherlich schon Porotonwände verputzt - mal so aus dem Bauch heraus - wie viel Zeit vergeht, bis man den Putz verreiben könnte - bzw. anders gefragt, wieviel Zeit habe ich, um das Gewebe einzubetten?

An der Decke:
Dort habe ich in manchen Räumen Sauerkrautplatten und in anderen Räumen Schilfrohr - wenn ich dort die erste Lage in den Putzträger "eindrücke" mit der Glättkelle, dann ist die Oberfläche ja relativ glatt. Kann ich dann, wenn diese Schicht trocken ist, mit einem Gitterrabott drüber oder sollte ich vorher den feuchten Putz aufrauhen? Wenn ja wie?



Halla,



"Die Türstürze etc. haben ja alle eine "Ziegelschale" um den Betonkern - würdest Du diese als Materialwechsel ansehen?"

Das Gewebe kostet wenig, ich würde es einlegen, da in diesem Bereich Schwingungen auftreten.

Ich würde ein Lage mit Unterputz dünn vorspritzen und in Teilbereichen das Gewebe einlegen und die ganze Fläche mit der Latte abziehen.

" wie viel Zeit vergeht, bis man den Putz verreiben könnte - bzw. anders gefragt, wieviel Zeit habe ich, um das Gewebe einzubetten?"

Wenn Du so arbeitest wie ich beschreiben habe, lässt sich das Gewebe sofort nach dem Putzauftrag einlegen.

Die Zeit zum Vereicben hängt von der Raumteperatur, der Luftfeutigkeit und weiteren Faktoren ab.

Der Putz kann abgerieben werden wenn er lederhart ist. Bei 10 mm Auftragsstärke schätze ich nach 2-4 Stunden.

Grüße