Feuchte, nackte Kellerinnenwand wie behandeln, sanieren?

21.05.2013 Bruchstein1911



Hallo liebe Fachwerk-Community und -Experten!

Unsere vor 2 Jahren erworbene Stadtvilla ist aus dem Jahre 1911 und hat einen Bruchsteinkeller, ohne äußere Abdichtung.

Wir haben in einem Abstell-Raum Feuchte Wände und Putz-Abplatzungen (laut Vorbesitzer schon immer so gewesen). Der Raum hat 2 Außenwände. Das Erdreich reicht bis ca. 1,20m Höhe.

Welcher Putz sich bisher auf dem Mauerwerk befand, kann ich nicht beurteilen. Unter der dicken Farbschicht fühlte er sich extrem sanding und staubig an. (siehe Fotos)

Nun haben wir den Putz der beiden Wände bis zur Kellerdecke entfernt und die Fugen 4-10cm tief ausgekrazt. Teilweise sind nun Löcher zwischen den Bruchstein, die bestimmt bis zu 15cm tief sind. Der Putz und vorallem die Fugenmasse ist so extrem sandig und bröselig, dass man ohne Kraftaufwand mit einem Teelöffel das Zeug rausholen kann. (siehe Fotos)

Ich möchte nun einen Kalkputz in Eigenregie aufbringen. Den Kalkputz würde ich gerne selbst anmischen (Kalk+Sand+Wasser).

Nun habe ich ein paar Fragen:

1. Womit muss ich die nackte Wand vorbehandeln, zwecks Haftung bzw. Kontaktbrücke zum Putz?
...ich habe etwas von "4% essig saurer Tonerdelösung" gelesen. Oder einfach gründlich mit Tiefengrund einstreichen?

2. Wie bekomme ich die tiefen Fugen komplett mit Kalkputz gefüllt? Wurftechnik oder doch besser mit einer Putzmaschine? Hohlräume behindern ja den Feuchtigkeitstransport.

3. Muss ich den Kalkputz in mehreren Schichten auftragen? Wenn ja, wieviel Zeit vergeht zwischen den Putzschichten?

Unser Keller ist und bleibt reine Nutzfläche und Abstellfläche. Kein Wohnraum. Bitte dies beachten.

Viele Grüße
Klaus



Aktuelles Foto



Putz entfernt...

Weitere Bilder mit Nahaufnahmen auf meiner Profilseite.



Warum nicht so lassen



Sieht doch gut aus.
Oder mit Sumpfkalk streichen



Erstmal so lassen



finde auch ich eine gute Idee. Wie hoch ist denn die aktuelle rel. Luftfeuchtigkeit? Ich würde eine Zeitlang den Trocknungsprozess beobachten, im Sommer aber Fenster zu und im Winter regelmäßige (tägl.) Stoßlüftungen zum kompletten Luftausstausch.Die allzu großen Löcher können ja mit einem Kalkmörtel erstmal ausgeworfen werden, wenns sehr stört.

Grüße



Verputz



Hallo Klaus,

bei mir im Stall sah`s genauso aus,
ich habe die Wand ausgefugt und die Bruchsteine sichtbar gelassen.
Sieht gut aus und läßt sich jederzeit wieder verputzen.
Als Mörtel habe ich Sand und Kalkhydrat 3:1 gemischt.
Am Besten ging es mit Estrichkies 0-8 ,da kann man auch tiefere Stellen
in einem Stück ausfugen, ohne das was rausrutscht. Vorbehandelt habe ich mit Druckluft, da fliegt alles raus was lose ist.Achtung, Schutzbrille erforderlich!
Danach den auszufugenden Abschnitt gründlich vornässen evtl. mehrmals. Tiefengrund etc. ist nicht nötig.
Den Mörtel kann man auf unterschiedliche Art und Weise einbringen: Traufel und Fugeisen, Anwerfen,
oder mit den Fingern stopfen (Wasserfeste Handschuhe tragen).
Wenn der Mörtel angezogen hat, Steine mit Bürste und Schwamm reinigen, Fugen evtl mit Pinsel nachziehen.
Probier doch einfach mal ein Stück aus, der Materialeinsatz ist sehr preiswert. Danach kannst du immer noch entscheiden, alles glatt zu verputzen.

Grüße,
Rich



Erst hatte ich...



... den Eindruck ich sei im falschen Film. 15cm ausgekratzte sandende Fugen eines Kellermauerwerks offen liegen lassen, bzw. mit Sumpfkalk (wer hat den denn in der Tasche) streichen?
Manmanman...

Zum Glück kam doch noch eine vernünftige Antwort von @Rich.

Ausfugen und Verputzen sind zwei gänzlich verschiedene Arbeitsschritte mit unterschiedlichen Materialien.

MfG,
sh



Wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist



kann ich nicht sagen. Aber seitdem der Putz runter ist (seit heute) riecht es sehr moderich im Keller und im Treppenhaus. Wahrscheinlich hat der alte Putz inkl. Farbe schön als Sperrschicht fungiert und den Mief in der Wand gelassen.

Die Fugen wollte ich auf jeden Fall wieder zu schmieren. Danke für die Tips @rich

Hat noch jemand Erfahrung mit der Fugenbehandlung?

@Sebastian Hausleithner, welche fachlichen Ratschläge hättest du denn? Welche Fugen-Masse wäre deiner Meinung nach sinnvoll?



Das...



... hängt von dem Steinmaterial, dem vorhandenen Mörtelmaterial und der Feuchtebelastung ab.

Es ist ja auf den Bildern deutlich zu erkennen, dass die Fugen im Erdreich deutlich mehr "gelitten" haben.

MfG,
sh





Noch was zum Thema Mauerwerk. Es versteht sich ganz von selbst aus der Sache heraus, das ausgehölte Fugen neu gefugt werden müssen. Das setzt man dann voraus. Wenn sie sich daran hochziehen wollen,da die Fugenthematik explizit nicht erwähnt ist, Herr Hausleithner, bitteschön. Ich bin keine Informationszentrale bei der ich an jeden Fragenden die genaue Antwort zu liefern habe um mich dafür von dritten anmachen zu lassen.
Der Umgang mit Forums Teilnehmern sollte auf Augenhöhe erfolgen.



Es ist schön...



... dass das mit dem Ausfugen jetzt grundsätzlich geklärt ist...

@steiner: Deinen Beitrag oben kann man wirklich missverstehen, auch das "Streichen mit Sumpfkalk" ist eher exotisch...
Fühle Dich bitte nicht "angemacht", das war weder Intention noch Absicht noch gewollt oder gemeint oder auch gedacht...

Bei der Augenhöhe müsstest Du selber mal das Maß vorgeben...
Das Selbstverständnis von baulichen Notwendigkeiten kann halt nicht immer vorrausgesetzt werden...

Nunja...

MfG,
sh





Habe das Maß gerade gemessen: 195cm
Gruß zurück





Ich vermute, dass die Glasbausteine nicht original sind. Möglicherweise waren dort nur Gitter, sodass ein ausreichender Luftaustausch gewährleistet war und die eindringende oder sich absetzende Feuchtigkeit nicht ins Mauerwerk drang, sondern wieder abtrocknen konnte.

Gruß Dietemann



Fertig



Wollte mal eben das Endergebnis mitteilen...
Es war eine Mordsarbeit die Fugen zu stopfen. Alles per Hand gemacht. So wie @Rich empfohlen hat, mit 0-8er Estrich-Sand.
Täglich die Wand naß gehalten, damit die Fugen nicht rissig werden. Später alle Steine mit der Drahtbürste abgebürstet.
Hier nun das Ergebnis:





Noch ein Foto...





Noch ein Foto...