Putz für zu tapezierende Innenwand




Hallo zusammen,

Über das Thema Putz ist hier im Forum ja schon einiges geschrieben worden. Auch das im Fachwerkhaus Kalkputz die absolute Empfehlung ist (abgesehen von Lehm) ist mir mittlerweile klar. Aber bei einer Entscheidungsfindung bin ich auch mit der Suchfunktion und einlesen in das Thema noch nicht weitergekommen.

Ich muss in meinem Flur 2 Innenwände (Fachwerk mit Bims ausgemauert) neu verputzten da der alte Kalkputz nicht mehr gehalten hat. Diese Wände sollen dann wieder tapeziert werden. Dies wurde so von höherer Ebene angeordnet. Welchen Putz nehme ich für diese beiden Wände am besten? Einen Kalkputz müsste ich ja dann erst mehrlagig auftragen um eine glatte tapezierfähige Fläche zu bekommen. Habe schon überlegt für diese beiden Innenwände einen Gipsputz zu nehmen, bin mir aber noch nicht so sicher ob das so sinnvoll ist. Es wurden zwar im Laufe der letzten Jahrzehnte schon einige Wände mit Gips überputzt, aber halt nur über den Kalkputz drüber. In meinem Flur liegt das Fachwerk jetzt komplett "nackt".

Um es gleich vorweg zu nehmen: in dem ganzen Haus gibt es bisher keinen Schimmel und ich habe hier auch keine Angst vor und auch den Einfluß von Putz auf das Raumklima sehe ich nicht so kritisch. Im Flur sowieso nicht. Schaden am Fachwerk will ich natürlich schon vermeiden.

Wäre Kalk-Gipsputz hier vielleicht eine Alternative?

Vielen Dank für Empfehlungen schonmal vorneweg. Ich hoffe ich habe jetzt nicht einen neuen Glaubenskrieg ausgelöst.



Innenputz



Kalkputz und Kalkgipsputz sind dafür passend. Bei zweilagigem Putz als Unterputz Kalkzementputz dann Kalkputz.



Holzständer vorhanden?



Wenn Holzständer vorhanden sind, müssen diese einen guten Putzträger erst erhalten.
Dünne magnesithgebundene Heraklithstreifen auftackern oder schrauben.
Dann einen Kalk-Grobputzauftag vollflächig aufbringen incl. einer Glasfasergewebeeinlage und abschließend einen Kalkfeinputz aufziehen und abschwammen.
fertig.
Haben sie vielleicht ein Foto vom Ort des Geschehens?

Empfehelen kann ich da Hessler Kalk oder auch Gräfix



Dann werde ich wohl



Kalkputz nehmen und noch mit Feinputz glätten. Kalkputz habe ich ohnehin gerade in anderen Räumen welche nur verputzt werden in Verwendung. Über Platten (allerdings Holzfaserlaibungsplatten) habe ich auch schon nachgedacht, um das Wasser vom Balken fernzuhalten und Risse durch den arbeitenden Balken während des trocknens zu vermindern. Die Platten sind jedoch alle relativ dick, und da die Balken ohnehin schon die dickste Stellen sind, müsste ich stellenweise dann schon sehr dick aufputzen (30-50mm). Sollte man nicht ohnehin den Putzträger links und rechts des Balkens befestigen und nicht auf dem Balken? In anderen Räumen habe ich hierfür Streckmetall genommen.
Putz verwende ich übrigens rotkalk von Knauf. Nicht aus Überzeugung, sondern weil ich diesen nach Bedarf von meinem Baustoffhändler holen kann. Notfalls Auch Samstag nachmittag wenn doch noch ein Sack fehlt.
Bild habe ich leider gerade nicht, werde ich aber bei Gelegenheit machen. Ist ein Fichtefacherk, ausgemauert mit Bims.



Innenputz



Solche Putzschwarten sind im bewohnten Innenbereich ungünstig in der Ausführung. Die Trocknungs- bzw. Carbonatisierungszeiten dauern ewig, es wird eine Menge Prozess- und Planschwasser eingetragen. Beim Putzen wird nun mal viel mit Wasser gesaut.
Alternativvorschlag 1:
Nur die Gefache verputzen, Hölzer abschleifen. Sie können erhaben bleiben, das spart Putz.
Alternativvorschlag 2 (Jetzt springt Udo im Quadrat):
Trockenbau- Bekleidung mit Vorsatzschale. Im Innenbereich feuchtetechnisch kein Problem, der Auftrag entspricht in etwa dem von Putz. Material: Hutprofile auf dem Holz befestigen und mit Gummiunterlage ausrichten, 9 bzw. 12,5 mm Platten schrauben und verspachteln. Der Zeitaufwand und der Schmutzeintrag sind gering, praktisch kein Wassereintrag. Der Flur bleibt auch beim Bau nutzbar.



Vielen Dank



schon mal für die Antworten. Die dicken Putzschwarten hätte ich nur wenn ich wie von Udo vorgeschlagen erst Platten auf die Holzständer schrauben würde. Diese sind ja schon mindestens 20mm stark, hinzu kommen dann mindestens noch 5mm Putz. Eine Alternative die ich mir ein Putzer vorgeschlagen hat sind Gipskartonplatten in 9,5mm stärke. Damit kämme ich schon dünner.
Die Idee mit dem freiliegenden Fachwerk wird in anderen Räumen teilweise verwirklicht, würde an dieser Wand aber nicht gut aussehen. Erwähnen sollte ich noch das es sich um ein momentan nicht genutztes Erdgeschoss handelt. Der Putz hat dann mindestens noch 6 Monate Zeit zu trocknen bis es an die Endbeschichtung geht.
Vermutlich werde ich Rotkalk mit Streckmetall verwenden. Die Überlegung ist derzeit noch den Balken mit diffusionsoffener Winddichtungsbahn (habe ich noch von der Dachsanierung) zu übertackern, um ihn etwas vor dem Putzwasser zu schützen.
Die Idee mit der Vorsatzwand hatte mein Vater auch schon, ist aber nicht mein Ding. Bautechnisch hätte ich da aber auch keine Angst. Das war hier sogar in einem Bad zur von außen ungedämmten Aussenwand gemacht. In den 30 Jahren wo das so war, ist nicht mal die Glaswolle mit der das ganze ausgestopft war schwarz geworden.



Innenwand verkleiden



Wenn das Fachwerk eh nicht sichtbar ist und anschließend tapeziert werden muß würde ich auch nur Trockenbau anwenden.
Die Balken vorher soweit notwendig mit dünnen Holzleisten ausgleichen
oder die Platten nur mit Ansetzbinder direkt auf die Wand setzen

Spart Zeit, Schmutz und Feuchtigkeitseintrag.

Alternativ Fachwerk sichtbar lassen und mit Kalk- oder Lehmputz verputzen- dann natürlich ohne Tapete.

Andreas Teich



Putzträgerstreifen



Ich schrieb nichts von Holzweichfaserplatten bzw. Leibungsplatten.
Sondern schrieb von magnesithgebundenen Heraklithplatten, die es in 8 mm-Stärke gibt.



Stimmt



Die Idee mit den Laibungsplatten hatte ich mal. Heraklitplatte hatte ich bisher auch nur ab 25mm gesehen, daher hatte das für mich keinen Sinn gemacht. Nach deinem letzten Kommentar habe ich mich aber noch mal schlauer gemacht. Das wäre wirklich eine alternative. Damit hätte ich keinen großen Feuchteeintrag in die Balken und könnte auch mit dem Putz relativ dünn bleiben.
Danke für den Hinweis das es die auch mit 8mm gibt.



Putzträgerplatte



Wenn eine Putzflächge gewünscht wird machen diese Platten sicher Sinn.
wenns nur darum geht, einen glatten Untergrund zum Tapezieren zu bekommen ists mMn ein viel zu großer, unnötiger Aufwand.