Putz für Feldbrandsteine und Lehmmörtel

28.01.2018 Rudelos



Hallo zusammen,

nachdem ich fleißig seit 3 Jahren mitlese, kann mir dieses mal die Suche und google nicht wirklich weiterhelfen.

Ich bewohne seit Jahren ein altes Bauernhaus (ca. 70 Jahre). Innen zum Teil Eichenständerwerk, Außenwände gemauert und Außenhaut mit Sandsteineinfassung (Gravenhorster) verputzt.

Derzeit renoviere ich die letzte "alte" Wohnung (insgesamt 5) und habe den alten Lehmputz (war hohl) von der Gibelseite (=Wetterseite) entfernt.

Die Feldbrandsteine sind relativ weich und die Fugen ausgewaschen, die Wand ist relativ dick.

Meine Frage: Zementputz und Kalkzementputz traue ich nicht so richtig mit Lehmmörtel bzw. bei einer Lehmaußenwand. Denke jetzt an Kalkputz naturweiß. Hält das 20-25 Jahre?

Hintergrund meiner Frage: im EG darunter ist vermutlich "normaler Putz" angebracht, war bombenfest bei der Renovierung unten, ist mit Gipsflächenspachtel glatt gespachtelt worden. im DG darüber keine Ahnung, was der Voreigentümer gemacht hat (teilweise waren Wände von innen mit Stropor verklebt. Habe somit vermutlich in jeder Etage einen anderen Innenputz....

Vielen Dank fürs Lesen und noch einen schönen Sonntag
Carsten



Putz für Feldbrandsteine und Lehmmörtel



Hallo Carsten!

Einem Zementputz auf einem Lehmputz würde ich auch nicht trauen :-)
Warum genau hast Du Bedenken gegenüber Kalk?

Viele Grüße

Lehmbauer Marc



Innenputz



Ich kann auf dem Bild keinen Lehmmörtel als Mauermörtel erkennen.
Was meinen Sie mit "Lehmaußenwand"?





Guten Morgen,

- Bzgl. Kalk frage ich mich, ob sich das mit den alten Steinen grundsätzlich verträgt, ob die Fugen damit "stabilisiert" werden oder ob sich das weiter auswäscht und wie sich Kalk mit den Fensterstürzen aus Holz verträgt. Sollte nachher 20-25 Jahre halten, das wäre zumindest schön.

- Ich habe es zwar nicht analysieren lassen, aber bei Lehmputz und Feldbrandsteinen sieht für mich der Mörtel auch nach Lehmmörtel aus. Kleine Ergänzung: habe mich oben verschrieben: wohne dort seit 3 Jahren und das Haus ist 170 Jahre alt und nicht "nur" 70. Was wäre denn eine theoretische Alternative, die vor 170 Jahren als Mörtel eingesetzt wurde?

Vielen Dank und viele Grüße



Innenputz



1. Machen Sie es nicht zu kompliziert.
2. Holz verträgt sich sehr gut mit Gips, mit Zement, mit Kalk, mit Lehm, vorausgesetzt es wird nicht (dauernd) nass.
3. Beim Putzen gilt die alte Regel: Der Putz darf nicht härter sein als der Untergrund.
4. Ziegel bzw. Backsteine haben eine höhere Festigkeit als Kalk- oder Lehmputz, also normaler Innenputz.





Halten sollte es länger.

Das Mischmauerwerk ist in Kalkmörtel gesetzt. Das kannst du getrost auch mit Kalkputz verputzen.


Über das Holz wird ein Putzträger befestigt.

Gibt es da an der Wand Probleme mit Feuchtigkeit? Wie sieht es den von außen aus?

Das ist für die Haltbarkeit entscheidend, neben Material und Verarbeitung.



Lehmputz neu...



...ist auf fast alle Untergründe mittlerweile machbar.
In deinem Fall des Fotos, sehe ich in keinster Weise erst einmal ein Problem, einen guten Strohlehmgrundputz mit Gewebeeinlage und abschließendem Lehmfeinputz nicht verwenden zu können.
Würde eine gute Wohnklimasituation schaffen und vielleicht gänge da sogar noch eine Wandheizung mit zu intergrieren.
Dann wäre es eine gelungene Sache.

Reine Klakputze sind natürlich auch möglich.
Hessler Kalkprodukte da mal recherchieren.





Wegen dem (Kalk) Material in der Nähe kannst du mal hier gucken, die wissen (auch) wie es geht.

http://schroeer-moertelwerk.de/



Zur Frage wurde ja schon einiges



an geschrieben....

Wie sieht es denn mit eine leichten Wärmedämmung aus den Tauwasserausfall zu vermeiden und die Konstrution haltbar zu machen?



Vielen Dank



Vielen Dank für die zahlreichen Antworten und Ratschläge!

- Wandheizung habe ich jetzt schon ein paar Mal gesehen und finde das Prinzip grundsätzlich interessant. Bin aber eher kein Fan von Wand- und Fußbodenheizungen und habe Vor- und Rücklauf für die Heizkörper schon gelegt und habe eher das Problem, dass meine Heizkörper viel Wärme abnehmen müssen (überdimensionierte Gasheizung und 20KW wasserführenden Ofen) Wenn ich die Heizung mal ersetzen muss, wird es vermutlich aufgrund der Mietwohnungen und damit Stromabnehmer ein BHKW werden, da wäre mir ein einheitliches System ohne Systemtrennung für die Wandheizung lieber.

- mit Wärmedämmung habe ich es aus den gleichen Gründen eher nicht so, aus Substanzerhaltung ggf. schon.

- Ob die Wand ein Feuchtigkeitsproblem hat, kann ich gar nicht sicher sagen. Lt. Voreigentümerin hat sie vor ca. 7 Jahren mal eine Maurerfirma den Außenputz an der Seite komplett erneuern lassen und neu Streichen lassen. Abgesehen von Algenbefall über einem Fenster (Küchenfenster) kann man nichts erkennen, außer dass die Sandsteineinfassungen an dieser Seite stark verwittert sind (lässt sich aber gut mit Kernseife und Javelwasser reinigen, aber das ist ein anschließendes Projekt).

Ich werde mich dann mal jetzt mit den beiden empfohlenen Herstellern in Verbindung setzen. Wenn das Projekt fertig ist, stell ich Bilder ein und berichte von meinen Erfahrungen.

Abermals vielen Dank und viele Grüße aus Bad Rothenfelde
Carsten



Hallo Carsten,



gerade aus Substanzerhaltung und Schimmelvermeidung würde ich die Oberflächentemperatur innen z. B. durch einen Dämmputz anheben.

Grüße Gerd



Mittels Heizsystem...



...oder Dämmputz ist es denkbar und möglich.
Hessler hat auch einen Kalkdämmputz im System.
Verarbeitet sich sehr gut.



Wandsanierung



Gerade zur Substanzerhaltung und wenn ohnehin kein Putz vorhanden ist lohnt es sich jetzt am ehesten die Wand zu dämmen.
Zumindest wird dadurch Taupunktunterschreitung und mögliche Schimmelbildung vermieden, von Heizkostenersparnis abgesehen.

Die Dämmung könnte auch mit vollflächig angesetzten Mineralschaumplatten hergestellt werden- Innenputz beliebig.

Große Plattenheizkörper Typ 10 oder 11 liefern mehr Strahlungswärme.

Nur um reichlich Wärmeabnahme einer überdimensionierten Heizanlage zu ermöglichen wird doch sicher niemand auf Dämmung verzichten?

Sonst müßte diese bei einer irgendwann einmal angemessenen Heizleistung später viel aufwendiger hergestellt werden.

Andreas Teich





Guten Abend zusammen,

da die Frage nach Ansicht von außen kam: Bilder sind in meinem Profil hochgeladen. Man kann erkennen, dass über den Fenstern zT (insb. Küchenfenster) Algenbefall vorhanden ist.

Bzgl. Wärmedämmung: Die überdimensionierte Heizung und das damit verbundene "Problem" wohin mit der Wärme ist das eine. Zum anderen stelle ich es mir sehr kostspielig vor, wenn ich dieses riesige Haus versuchen würde komplett zu dämmen bzw. noch schlimmer dämmen zu lassen. Insgesamt zahlen wir ca. 5.000 € jährlich für Gas, wovon einen Großteil die Mieter übernehmen. Bis ich eine mögliche Einsparung wieder drin hätte, bin ich alt und grau.
Nichtsdestotrotz kann ich wenn ich eh die Wand verputze auch gleich einen Dämmputz verarbeiten, da würde es mir dann nicht um die Dämmwirkung gehen sondern um Substanzerhalt.

Viele Grüße aus Bad Rothenfelde
C. Schaefer

P.S.: Kann man hier eigentlich irgendwie zitieren?



Der Effekt



"Nichtsdestotrotz kann ich wenn ich eh die Wand verputze auch gleich einen Dämmputz verarbeiten, da würde es mir dann nicht um die Dämmwirkung gehen sondern um Substanzerhalt." ist nicht zu unterschätzen!

Rechnerich läßt sich das auch über eine U-Wert Betrachtung nicht nachweisen, aber..

Der Behaglichkeitssteigerung und auch die Energieeinsparung ist gewaltig nur durch das Anheben der Oberflächentemperatur.

Grüße aus Koblenz



kurzer Zwischenstand



Hallo zusammen,

habe mich für Kalkputz entschieden und den von der hier empfohlenen Firma bezogen. Den Grundputz habe ich auch mittlerweile verarbeitet. Lässt sich sehr gut verarbeiten, auch bei größerem Auftrag (in meinem Fall 1200 KG für gut 50m2 Wandfläche). Fotos folgen.

Frage zu den Fensterlaibungen: würde ich auch gerne "ganz normal" mit dem Kalkputz verputzen. Kann man das machen oder muss ich bei den Fensterlaibungen irgendwas besonderes beachten? (Sonst wird das ja häufig mit Styrodur gemacht.)

Schönen Abend
Carsten



Fensterlaibungen dämmen



Zur Reduzierung von Wärmebrücken ist es sinnvoll, Laibungen zu dämmen.
Je nach Dämmmöglichkeit XPS-, PUR-Platten oder Holzfaserdämmplatten verwenden und vollflächig ansetzen.

Anschließend Gewebe in Klebemörtel einlegen und dann Feinputz auftragen.
Eckschoner verwenden oder Ecken brechen oder runden

Andreas Teich