Innenputz jetzt, neue Fenster später, wie ausführen?

10.01.2009 Boris



Moin moin,

ich bin jetzt endlich stolzer Mitbesitzer meiner eigenen Baustelle und nach Beseitigung der gröbsten Sünden (Rigips mit Styro) blicke ich auf die nackten Tatsachen:

Die DHH wurde 1945 durch eine Brandbombe getroffen und 1947 zurückversetzt neu aufgebaut, lediglich die Halbkellermauern sind noch ca. 1870.
Die ersten 1,20m der Grundmauern sind aus Magerbeton (Mit Zement angefeuchtete Kieselsteine ;-), darüber Vollziegel, ab 1.OG 12cm Fachwerk.

Wir ziehen Ende März ein und wollen erstmal das 1. Stockwerk (ca. 60qm) herrichten) und haben dort 2 Außenwände zu machen. Neue Fenster sollen später in die Dämmebene nach außen gesetzt werden.

Könnt ihr mir ein paar Tipps geben, wie ich innen einen geschickten Abschluss herstelle und später ohne große Sauerei die Fenster tauschen kann?

Gruß aus Tübingen,

Boris



Wenn ich das richtig



verstehe, soll eine Aussendämmung gemacht werden. Dann brauchts von innen nur einen Putz.
Die Wandflächen mit einem 2lagigen Putz mit Gewebeeinlage in der ersten Lage(wegen Fachwerk) bis zu den Eckschienen der Fenster fertigstellen und die Fensterlaibungen provisorisch verkleiden.
Dann kann man die Fenster problemlos austauschen und die Laibungen und die neue Fensterbank herstellen.
MfG
dasMaurer



Moin Ulrich,



das mit der Aussendämmung verstehst du richtig, aber was sind Eckschienen?
Und was könnstest du einem recht ahnungslosen Trockenbauer noch als diffusionsoffenen Putz empfehlen (Trocknungszeit ist ein Thema...) ?

Gruß, Boris



Eckschienen



sind Metallprofile, die in den Putz eingebettet sind und als Kantenschutz fungieren, und gleichzeitig als Putzlehren dienen. Damit lässt sich in deinem Fall die Putzfläche sauber herstellen und lediglich die Fensterlaibungen müssen dann noch beigeputzt werden.
Da es sich im ersten OG um Fachwerk handelt, kann ich von einem Trockenputz nur abraten. Für alle anderen Putze müssen Trockenzeiten von ca 4 Wochen eingeplant werden. Ich würde einen Kalkputz empfehlen und auf Tapeten verzichten.
MfG
dasMaurer



Ach diiiee meinst du......



....ich hatte die Schienen im morgendlichen Seiher den Fenstern zugeordnet und dachte ich hätte mal wieder den technischen Anschluss verpasst.....;-)

Tapeten wollnwanich, ich weiss nur jetzt noch nicht, ob ich rechtzeitig alle Installationen (Strom/Heizung) fertig kriege. Apropos, reichen mir die dünnen "Filzstrümpfe" für das Heizungsrohr? Oder gibt das evtl. Risse wegen zu warm?

Dann habe ich verschiedene Untergründe: Fichtenfachwerk, Vollziegel, alter Gips, Bimsbeton (an einer Innenwand die mitgeputzt wird). Reicht das den alten Gips "anzupickeln", oder sollte der runter? (Ist eigentlich sehr fest und bestens mit Streckmetall an den Balken armiert).

Gruß, Boris



Gips



sollte besser runter, wenn neuer Putz aufgebracht wird, leidet er extrem unter der Feuchtigkeit, selbst bei neuem Gipsputz.
Und die Heizungsrohre vielleicht nicht verstecken, sondern offen Verlegen oder die Sockelleiste etwas grösser ausbilden und die Rohre dort verlegen. Das erspart einem eine Menge Sauerei bei Rohrschäden und Umbauten.
MfG
dasMaurer



Ich finde



die Sockelleistenlösung ja nicht so schick, auch wenn die Vorteile auf der Hand liegen - mal schauen.

Nochmal zur Trockenzeit: Wenn ich einen weissen deckputz nehme (also nicht mehr Streichen muss), kann ich den zur Not "trockenwohnen"?
Ich sehe da grad hauptsächlich ein Problem hinter den Küchenschränken... es kommen sonst kaum Möbel an die Wände und die kann man auch ein paar Wochen lang weiter abrücken.

Gruß, Boris



Im Prinzip



sollte das mit dem "trockenwohnen" gehen. Man kann die Austrocknung nach 14 Tagen auch mit einem Kondenstrockner beschleunigen.
Bei einem Kalkputz lässt sich mit einem Kalkbasierten Anstrich alles fertigstellen.
MfG
dasMaurer



Danke erstmal,



also werde ich nächste Woche den Container noch etwas füttern... und dann mal abwarten was meine Energieberater sagt, ob ich nicht doch noch von innen dämmen soll.

Gruß, Boris



Andere Gedanken!



@ Ulrich

Entschuldige bitte jetzt, dass ich einige Herangehensweisen von Dir über den Haufen werfe.

Also Herr Webler, Eckschutzschienen und der gleichen würde ich komplett außen vor lassen.
Gipsputze auch komplett entfernen und wenn möglich durch vernünftige Materialien ersetzen.
Aus Ihren Beschreibungen geht aber nicht konkret hervor, was im Obergeschoß (soll ja als erstes bezogen und grob fertiggestellt werden!) nun wirklich alles zu machen ist.
Sind die Wände oben alle massiv oder sind da auch Wände mit Fachwerk dabei?
Desweiteren sollten Sie trotzdem sensibel die gesamten Arbeiten definieren und in sich geschlossenen und homogene gesamtlösungen treffen und vor allem finden.
Schnellschüsse und wir müssen in kürzester Zeit hinein, bringt immer Gefahren und sinnlose Investitionsausgaben. Auch wird dann leider mit viel Hui Hui umgesetzt.
Eine vernünftige vor-Ortbegleitung bzw. -beratung würde hier Sinn machen und sicherlich vieles vereinfachen.

Eine Unterstützungssuche für Machbarkeiten findest Du rechts unter: Regionalinformationen.
Habe schon mal probiert und nachfolgendes gefunden.

Lehmbau / Trockenbau
Bernd Hepperle
Gottlieb-Stoll-Str.48
73272 Neidlingen
Tel.: 07023/72669
Fax : 07023/957647
eMail: info@lehmbau-hepperle.de

Eine problemlose Zwischenlösung würde mit dem Baustoff Lehm gut möglich und könnte dazu noch viele Dinge offenlassen, was weitere Entscheidungen angeht.
Also Heizungsführung, Elektriklösungen, Bauteilanbindungen, Reparaturfreundlichkeit usw.
Wie soll das Gebäude energetisch genutzt werden?
Wandheizungen, Fußleistenheizungen, Heizanlage generell usw.?
Wir stehen Ihnen gern zu weiteren Informationen mit bereit, um sichere und auch interessante machbare Lösungen zu finden.

Grüße ins Wochenende,
Udo



Andere gedanken!



Doppelt!
Sorry, aber der Server vielleicht wieder schuld.

Udo



Noch ein paar "Details"



Im Prinzip habe ich laut Zeichnung und den paar Ecken, die ich schon freigeschlagen habe im 1.OG 12cm Fichtenfachwerk mit Massivziegeln ausgefacht. An die Nordwand grenzt die Scheune, an die Westwand die andere DHH = bleibt erstmal so (Gips & Tapete). Da die Bude bei Kriegsende wieder aufgebaut wurde, rechne ich mit allem, nur keinem homogenen Aufbau...;-)
Angedacht ist eine Aussendämmung aus sekrecht mit Winkeln montierten Baudielen (40 x 200 x ???mm) ausgefüllt mit Hanf-Dämmwolle, abgeschlossen mit Weichfaser-Kombiplatte, darüber entweder Deckelschalung bzw. Putz (falls die Feuer-Versicherung sonst zu teuer wird).
Wenn ich Glück habe ist unter der Tapete sogar Kalkputz, da die Decken unten in Gips sind, mache ich mir da aber keine so großen Hoffnungen. Heizkörper kommen an jede Außenwand einer, sollte mit Kaminofen zusammen dicke reichen.

@Udo: Danke schonmal fürs raussuchen - Lehm wäre natürlich eine dankbare Alternative, wenn du mir eine abriebfeste Variante vorschlagen könntest - das hat mich bei den mir bekannten Häusern immer gestört, vor allem die Brösel, die den Holzboden peu a peu wegschmirgeln.
Und wie siehts da aus mit Trockenzeit? Ich möchte Heizungsrohre und Strom aus optischen Gründen lieber unter Putz legen.

Gruß, Boris



hallo



wenn ich das von ihnen geschrieben richtig interpretiere, dann sollen die fenster wohl aus kostengründen erst später ausgetauscht werden und das noch ohne viel dreck und aufwand

wenn ich ihnen mal einen tip geben kann, der ihnen wirklich weite hilft, dann empfehle ich ihnen dringend die fenster vorher zu wechseln und anschließend die restlichen von ihnen angeführten arbeiten auszuführen
alles andere ist irrsinn und kostet sie in der entkonsequenz mehr geld als sie jetzt glauben zu sparen

mfG c.heise



Material und Verarbeitung



Bei unseren Erfahrungen und Beratungen und BV's gibt es keine Abrieselungen udgl.
Die Flächen sind fest, abriebstabil und werden abschließend z.B. mit Lehmfarben gestrichen (Oberflächen sogar dann abwischfest!).

Wie willst Du diese frei gewordenen Fachwerkständer aussetzen?
Elt und Heizung geht problemlos unter dem Lehmputz zu integrieren.
Wandheizung nur eines von vielen Möglichkeiten.

Grüße Udo



Fenster später wg. Dämmung!



@ Chris:
Klar spielt Geld dabei eine Rolle, meine Situation ist folgende:

- Wir ziehen am 24.3. ein, um die Miete von der Backe zu haben.
- Bis dahin möchte ich natürlich möglichst alle "Dreckarbeiten" erledigt haben, soweit möglich. (Das DG mit den Schlafzimmern kommt erst später dran und ist quasi beziehbar)
- Überall kann ich lesen, dass es sinnvoller ist die Fenster möglichst weit IN die Dämmebene zu setzen, was mir auch einleuchtet.
- Diese Dämmebene gibt es aber noch nicht, von daher sehe ich keinen Sinn drin, die Fenster jetzt schon zu tauschen und später nach draussen zu versetzen - das Problem mit dem Innenputz bleibt dasselbe. Dann schon eher improvisierte Holzkästen, die provisorisch beigeputzt werden - hab ich halt noch nie gemacht und suche nach einer geschickten Lösung.

@ Udo: Nachdem ich meine Liebste für dem Lehmputz begeistern konnte, fragt die natürlich was kost. Kannst du eine ungefähre Hausnummer €/m2 angeben (Wände nackich und beputzbar)?. Ginge das auch mit farbigem Feinputz in einem hellen Farbton, statt streichen?

Mit den Ständern im Raum muss ich erstmal mit Zimmermann und Statiker sprechen, da das ganze Haus Minimalfachwerk hat und allein 12 to aufs Dach kommen mit Dämmung und Solar. Wenns geht Leimbinder drunter und Ständer möglichst an den Rand bzw. um den Kamin rum - der wird eh so ne Art "Insel" im Raum. Die Leimbinder fänd ich auch nicht schlecht als "Muffbremse" um die Küche rum, falls mal was anbrennt.

Wandheizung find ich zwar nicht übel, wird mir aber fürchte ich die Zeit zu knapp. Da ich noch nicht weiss, ob ich dieses Jahr die Aussendämmung schaff, sollte die Hzg. nächsten Winter noch im Hochtemperaturbetrieb laufen können - macht ne Wandheizung das mit?

Wären Lehmbauplatten eine Möglichkeit, falls es mit den Trockenzeiten zu eng wird? (Holzboden mach ja nicht so gern in Feuchtbiotopen verlegt werden...;-)

Gruß, Boris



Erarbeitung mit "rotem Faden"



Lehmbauplatten sind denkbar, heller Lehm-Colorfeinputz ist möglich, Alternativen zum Putz sind machbar usw.
Hier sollte aber lieber darauf jetzt geachtet werden, dass alles nicht im Chaos endet, sondern wie ein roter Faden sich gut zusammenreiht.
Einen Fixpunkt haben Sie ja bereits benannt! Der anvisierte Einzugstermin im März!!

Nur dazu sollte wirklich eine vernünftige Bauablaufplanung erarbeitet und keine Harakiri-Aktionen gestartet werden.

Ein chaosloser Handwerklichergruß,

Udo Mühle