Fehlstellen und Kabelschlitze im Wandputz schließen. Kalk od. Lehm?

23.07.2013 frank35



Hallo, ich saniere einen Altbau von 1959 und habe leider noch einige Fragen die offen sind. Ich hoffe hier im Forum einige Antworten zu finden oder jemand der mir seine Hilfe anbietet.

IST-Zustand:

Kalk-Sand Putz von 1959 auf Bims- und Kalksandsteinmauerwerk. Die Steigestränke für die Heizung sind freigelegt und eine neue Elektroverkabelung ist installiert.

Nun müssen die Fehlstellen und Kabelschlitze verputzt werden. Die Fensterlaibungen weisen ebenfalls größere Fehlstellen auf und müssen neu verputzt werden.

Als fertige Wandfläche hätte ich sehr gerne Lehmdekorputze.
Die Frage die sich nun stellt ist wie wir die Fehlstellen ausbessern.

Die Handwerker bei uns im Umkreis bieten uns alle einen Gipsputz an. Wir haben nun folgende beide Lösungswege ins Auge gefasst:

1)
- Fehlstellen mit einem Kalkgrundputz füllen
- Egalisierung der Wandfläche mit einer Kalkglätte
- Lehmdekorputz

2)
- Fehlstellen mit einem Lehmunterputz auffüllen
- Lehmfeinputz
- Lehmdekorputz

Da ich handwerklich nicht ganz ungeschickt bin, würde ich gerne einiges selber machen. Zum Thema Lehmputz habe ich bereits zwei Seminare (Lehmputz und Lehmdekorputz) besucht. Zum Thema Kalk habe ich nur gelesen.

Bezüglich der Kalkputzlösung habe ich gestern ein paar Schlitze verputzt um einfach mal zu sehen wie sich mit dem Material arbeiten lässt, da man viel liest, es sei als Laie sehr schwer ordentliche Ergebnisse zu bekommen.

Beim Kalkputz bin ich wie folgt vorgegangen:
- Nässen des Untergrundes
- Kalkputz angeworfen
- Putz anziehen gelassen
- Kabelschlitze mit einem feuchtem Schwammbrett mit dem Altputz bündig verieben
- Befeuchten des Kalkputzes mit einer Gartenspritze

Kann ich davon ausgehen, dass wenn der Kalkputz nach 2 Wochen nicht hohl ist und fest zu sein scheint, auch die nächsten Jahre hält? Ich würde ungern einen teueren Lehmdekorputz aufbringen und nach einem Jahr feststellen, dass ich beim Verputzen der Fehlstellen Murks gemacht habe.

Okay, viele Fragen zu Beginn. Ich freue mich auf neue Informationen und würde mich freuen wenn sich jemand zu den oben genannten Optionen äußern könnte. Oder evtl. hat jemand noch andere Lösungsvorschläge.

Gruß,
Frank



Also



meiner Meinung nach spricht nichts gegen Variante 1.

ich persönlich hätte bei einem Haus dieses Aufbaus wohl ohne jegliche Skrupel Gipsputz und gipsbasierte Spachtelmasse verwendet. War zeitgenössisch durchaus schon üblich, vor allem die Elektroinstallation wurde damals immer mit Gips gemacht. Lehm war zu der Zeit aber sowas von komplett aus der Mode.

Gips ist nur dort problematisch, wo Wände nicht zuverlässig dauerhaft trocken sind, also z.B. im unbeheizten, ungedämmten Keller. Alles andere verbuche ich unter Voodoo.





Der Gips macht, da wo damit geflickt war, auch optisch Probleme. Kabelschlitze kann man mit Kalkgrundputz schließen.
Wenn es große Schlitze sind, also Mauerwerksaussparungen, mache ich gerne eine Isoliermischung aus Perlit und Kalkmörtel, das gibt einen wunderbaren Kalk-Leichtmörtel.

Grüße



Kommt



immer auf die Struktur des umgebenden Putzes an. Hierzulande wurde gern glatt gespachtelt, da passt Gips oder Gipsputz perfekt.



Danke



für eure Antworten. Ehrlich gesagt bin ich etwas erstaunt. Zwei Überlegungen führten mich eigentlich vom Gipsputz in Richtung Kalk oder Lehm.

Gips ist ein industrielles Abfallprodukt und evtl. belastet und es zieht gerne Wasser. Da wir neue Fenster bekommen haben und keine Außendämmung für die nächsten Jahre geplant ist haben wir etwas Angst an dem Fensterlaibungen mit Schimmel.

Ich habe nun Testweise einige Kabelschlitze und Fehlstellen mit einem Kalkgrundputz geschlossen. Bis jetzt sieht es recht gut aus, der Putz ist aber erst 2 Tage ab trocknen und noch nicht komplett durchgetrocknet.

Nun aber noch mal eine Frage:

Ich habe ca. 140m^2 Wandfläche welche ich nach dem Verputzen der Fehlstellen spachteln muss. Hier habe ich teilweise Unebenheiten von bis zu 5mm zu egalisieren. Für diesem Zweck habe ich einen Kalk Universalspachtel gefunden, der aber recht teuer ist (20 Kg ca. 55€). Da wir sowieso alle Wände mit einem Lehmdekorputz oder Lehmfarben gestalten wollen, stellt sich die Frage ob die Ausgleichsspachtelung nicht besser mit einem Lehmfeinputz gemacht wird? Die Kosten würden die Hälfte betragen und zusätzlich zur Lehmfarbe oder Dekorputz wären dahinter noch einmal 5mm "atmungsaktiver" Lehm?