Fachwerkkonstruktionen

02.03.2006



Hier eine Frage zum Außenwandaufbau

In der Fachliteratur wird die Wärmedämmung immer auf der Innenseite des Fachwerkes angeordnet.

Warum soll nicht auch folgender Wandaufbau funktionieren.

Aufbringen einer neuen auf Sockel aufgeständerten Holzkonstruktion in gleicher Art und Anordnung des Bestandes. Die Wandausfachung des Neubauteiles mittels Wärmedämmsteinen erstellen, wobei keine Verbleibende Fuge zwischen Bestandswand und Neubauwand ausgebildet wird.

Au die Innenseite wird ein Wärmedämmputz in ca. 2 cm Dicke aufgebracht.
Unseres Erachtens ist so auch der Feuchtetransport und somit die Dauerhafitigkeit gewährleistet.

Über eine detailierte Beantwortung würden wir uns freuen.

Mit bestem Dank im Voraus verbeibe ich

Dipl.-Ing. U.Beck



Da bleiben noch Fragen offen



An welche Dämmsteine denken sie? Welche Dämmwerte müssen sie erreichen? Und warum wird dann doch ein Dämmputz von innen aufgebracht.
Die 2 cm Dämmputz + Aus fachung mit Dämmstein dürfte Vom Dämmwert vermutlich sowie so nicht ausreichen.

Aber die Frage aller Fragen ist: Was soll damit erreicht weden? Was sie von außen zeigen ist eine vorgehängte Fassade und nichts weiter. Warum soll man sich bei einer vorgehängten Fassade die Probleme eines Fachwerks einhandeln? Warum bringen sie nicht eine gute Wärmedämmung von außen auf und verschalen oder verschiefern das Haus, oder sie behängen es mit Dachziegeln, wie es in einigen Regionen durchaus üblich war, oder eine Kombination aus Dachziegel und Verschalung. Oder als eine weitere Variante einen Putz aufbringen, wenn sie die alte Fassade sowieso verstecken wollen.



Ja, wie jetzt ,



steht die Holzkonstruktion drinnen oder draussen ?
Gruss Jürgen Kube





Also wenn Sie so rangehen, werden Sie die entstehenden Schäden noch zu Ihren Lebzeiten sanieren dürfen. Ihrem Architekten/Bauingenieur würde ich eins auf die Finger hauen, denn der scheint keine große Ahnung zu haben – von Bauphysik schon gar nicht. Beschäftigen Sie sich selbst genauer mit der Fuge, mit dem Wassereintritt und der Wasseraustrittsmöglichkeit. Versuchen Sie möglichst viele Baustoffeigenschaften für sich selbst zu ergründen und überlegen Sie welche Wege das Wasser in all seinen Formen geht. Teilweise kann man viele Fragen mit einfachem Schulwissen klären. Vergessen Sie Wärmedämmsteine – nur Lehm passt zu Holz. Und schon gar keine Innendämmung. Mit diesen Fehlern wurden in den letzten 40 Jahren im westliche Teil von Deutschland 10.-tausende Fachwerkhäuser kaputt saniert. Und das Dank leichtgläubiger Bauherren und schlecht ausgebildeter Architekten/Bauingenieure. Da hat so manches Haus im Osten trotz Mangelwahre länger überlebt. So und jetzt muss sich der Suchende fragen – warum. Und wenn Sie immer tiefer bohren kommen sie auf den richtigen Pfad.