Putzfassade aufhübschen und instandsetzen?

20.05.2013 Reddish78



Hallo,
auf dem beigefügten Fotos sieht man den aktuellen Zustand der Fassade meines Hauses (erst 2012 erworben, Bj. ca 1850).
Der Putz ist wohl ein sogenannter Rauhputz. Am Sockel finden sich Fliesen, welche laut Unterlagen aus ca. 1982 stammen.

Da die Fassade durch neue Fenster in anderen Formaten als bisher umgestaltet wird, ist hier und da der Putz zu erneuern bzw. auszubessern. Weiterhin haben Feuchteschäden den Putz kurz über dem Sockel reißen und hohl werden lassen.

Da ich nicht weiß, wie ich den Putz in der bisherigen Optik wiederherstellen kann, überlege ich, den schadhaften Putz auszubessern und den intakten Putz glatt überzuputzen.
Das glatt Überputzen habe ich vor ca. einem Jahr testweise durchgeführt, es hält bis heute.

Mein Baustofflieferant sagte jedoch, dass auf dem Anstrich kein Putz halten würde.

Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, diese Fassade glatt zu putzen, ohne den alten Putz zu entfernen?
Der Anstrich stammt aus ca. 1997 und ist von unbekannter Qualität.

Alternativ: wie schaffe ich es, ausgebesserte Putzstellen derart auszuführen, wie sie auf dem Foto abgebildet sind?



Randnotiz: der Fliesensockel soll entfernt und neu verputzt werden.



eigentlich



ist es möglich, den Putz mit fast gleicher Struktur zu ergänzen. Dazu sind Putzproben anzufertigen, um die richtige Sandzusammensetzung/Sieblinie herauszufinden. Alte DDR-Handwerker können das zum Teil noch sehr gut, da sie so Jahrzehnte geputzt haben. Manchmal hat auch ein nachbar noch passenden Sand als Reserve daliegen.
Die Übergangsstellen/Ränder werden sich aber immer abzeichnen.
Zum Thema Farbe kann ich dir nichts raten.



Wandisolierung?



Müsste die Wand nicht auch isoliert werden? Dann stellt sich die Frage nach einem Ausbessern doch gar nicht.
Gruß Dietemann



Außenputz



Gegen was soll isoliert werden? Gleichstrom oder Wechselstrom?
Ich vermute mal der Einwand bezieht sich auf eine Außendämmung und ist in diesem Fall berechtigt. Wenn ich eine Fassade neu Verputzen will dann steht die EnEv mit ihren Forderungen im Raum.

Viele Grüße

p.s. Manche bezeichnen mit Isolieren eine Abdichtung, manche eine Dämmung. Im Bauwesen gibt es eine eindeutige Sprachregelung:
Gegen Wärmeverluste wird gedämmt, gegen flüssige Feuchte abgedichtet und gegen gasförmige Feuchte gesperrt. Isolieren ist Sache des Elektrikers.



Keine Dämmung!



Von der Sache her habe ich keine Priorität, in welcher Variante das Endergebnis gestaltet werden soll. Nur vernünftig soll es aussehen und haltbar soll es sein.

Den Putz mit fast gleicher Struktur zu ergänzen wäre einfach, wenn ich wüßte, wie diese Struktur herzustellen ist. Nur würde es mich schon wurmen, wenn man die Übergänge von alt zu neu sehen würde.

Am liebsten wäre es mir, wenn ich die Fassade glatt überputzen könnte. Ob nun als Reibeputz oder Filzputz oder ähnliches, spielt da für mich keine große Rolle. Ziel ist eine möglichst homogene, glatte Oberfläche, die am Ende einen weißen Anstrich bekommen soll.

Gibt es denn überhaupt eine Möglichkeit, die bestehende Fassade mit Alt-Anstrich so vorzubereiten, dass ein dünner Überputz dauerhaft halten würde? Etwa mit irgendwelchen Primern? Oder müßte ich da tatsächlich den Anstrich weitgehend mechanisch entfernen?


Zum Thema Dämmung:

Die Giebelwände sind zwischen 50 und 70 cm dick, meiner Meinung nach wäre eine Dämmung da unsinnig.
Die anderen Außenwände sind zweischalig insgesamt 30-36 cm dick. Auch hier sehe ich kaum sinnvolles Potenzial für eine Dämmung.
In keinem Fall würde sich das finanziell rentieren, zumal ich allgemein vom Dämmwahn mit Kunststoff nicht so viel halte. Und das nicht erst, seit öffentlich darüber diskutiert wird.
Im Dachgeschossausbau ist das natürlich was anderes.



Fassade



Das eine ist was Sie denken.
Das andere ist was der Gesetzgeber fordert.
Damit sollten Sie sich wenigstens erst einmal auseinandersetzen.

Viele Grüße



Gegen was soll isoliert werden? Gleichstrom oder Wechselstrom?



Ja ich lerne noch :-) Bei uns zuhause wurde alles isoliert, auch das Dach und die Wände. Aber es stimmt, mein Vater war Elektroingenieur (FH).

Mit dem Wandaufbau zweischaliges Mauerwerk habe ich keine Erfahrung, das ist eine norddeutsche Spezialität, und mir bei Fachwerkhäusern völlig unbekannt. Ich habe in meinem Haus 36 cm Hohlblocksteine und da könnte man mit einer Dämmung noch einiges erreichen. Es muss ja nicht Kunststoff oder Glas sein, Weichfaserplatten gehen auch. Als Wetterschutz ergibt sich dann eine Holzlattung.

Wenn die Wand überputzt werden soll, dann würde ich das von der Art der Farbe abhängig machen. Mein Kratzputz ist in den achtziger Jahren gestrichen worden, das ist höchstwahrscheinlich eine Kunststofffarbe. Die sollte angebeilt werden, damit der neue Putz hält.

Gruß Dietemann



Die reine "Aufhübschung"...



... bzw. "Ausbesserung" einer Putzfassade bedingt noch keine zwingende Dämm-Maßnahme nach EnEV.
Allerdings wäre es sinnvoll, wenn ohnehin eingerüstet wird... Das sind dann halt die berühmten "Sowieso-Kosten".

Wärmedämmung an der Fassade muss nicht automatisch auf "Kunststoff" basieren...

... und dann hätte sich auch die Frage nach dem Putz erledigt...

MfG,
sh



Sowas wie Dämmung kommt später, nur anders. ;)



Die Sache mit der Fassadendämmung in herkömmlicher Weise kommt mir so auf keinen Fall in die Tüte. Ohnehin ist eine Fassadendämmung im aktuellen Umbaustatus sinnlos, da hier und dort noch Fenster- und Türöffnungen verändert werden. Das Wann und Wo ergibts sich allerdings erst während der Arbeit und könnte sich noch zwei bis fünf Jahre hinziehen.

Später einmal stelle ich mir eine holzverkleidete Fassade im skandinavischen Stil vor. Hier könnte man dann über eine integrierte Dämmung reden.


JETZT geht es mir wirklich nur darum, den Fassadenputz für die nächsten (_mindestens_) fünf Jahre ansehnlich zu erhalten und ggf. aufzuhübschen.

Also zurück zum Thema bitte:
- weiß jemand, wie man den alten Putz nachbilden kann?
- wie bekomme ich heraus, welcher Art der Alt-Anstrich ist?
- was bedeutet "anbeilen" (siehe Beitrag von Karsten Heuckeroth)
- wäre eine 2-5 mm dünne Kalk-Zementputz Schicht auf dem Altanstrich vertretbar und haltbar?



zum



Thema Putz nachbilden hast Du bereits die Antwort, wenn der Putzer es handwerklich nicht bringt, dann nützen auch die besten Ratschläge nichts - man spricht auch von eine "Handschrift" des Putzers. So ist z.B. der Zeitpunkt des Kratzens auch entscheidend !
Die Farbe kann nur vor Ort bestimmt werden ! Und einen dünnen Oberputz ist Zeit, bis alle Fenster drin sind. Bis dahin tut es Weißkalk auf den frischen Putz. Abgesehen bei Deinen Plänen für eine Dämmung - da wäre der ganze Aufwnad fürs "Aufhübschen" mir zu groß - oder habt ihr in den nächsten Jahren ein Stadtfest oder große Famlienfeier ?
Schade ums Geld und die Zeit.



Anbeilen



bedeutet, dass Du etwa im Abstand von 10 cm kleine oberflächliche Kerben mit einem Beil in die Fassade schlägst (mühsam). Zweck ist, die Oberfläche der Farbe zu unterbrechen, damit der neue Putz genügend Fläche zum Anhaften auf dem alten hat. Bei Fachwerkhäusern, die einmal verputzt waren, sieht man diese Spuren an den Balken des öfteren.