Welchen Putz für die Fassade ???

05.06.2010


So meine lieben, nun habt ihr mir schon weitergeholfen, dass ich Fassade nicht unbedingt dämmen sollte, schongarnicht mit Styropor (witzig finde ich nur, das die, die die Fassade bei uns machen wollen, immernoch auf Styropor bestehen). Jetzt meine Frage dazu noch:

Wenn ich die Fassade ohne Dämmung machen lasse und die Wand komplett Verputzen lasse (also so das die Balken verschwinden), welche Putze außer Lehmputz würden sich noch dafür eignen ???



Balken verschwinden lassen



Wieso denn die Balken verschwinden lassen????Der Gedanke daran ist schon mehr als grauslich.Fachwerk sollte man erhalten..Und wenn schon Putz dann tendiere ich zu Luftkalkmörtel

LG.P.Schneider





Hi,
versteh ich nich ganz, Fachwerk bleibt auch hinter Putz Fachwerk - das Sichtfachwerk ist doch nur eine Variante unter vielen, oder?
Ich hab mir auch grad ein Häuschen angeschaut, wo sich die Frage Stellt, das ist verputzt, muss aber teilweise erneuert werden.

Lehmputz aussen: geht das überhaupt, wenn das Dach nur einen kleinen Überstand hat? Den kan man ja nich wirklich dauerhaft Wasserfest machen, oder?

Roland





Hallo Sandy,

Fachwerk war nicht immer auch als Sichtfachwerk ausgeführt.
Es wurde oft auch überputzt, teilweise auch nur die Vorderseiten, um Massivität vorzutäuschen.
Was heute oft als Sichtfachwerk hergerichtet wird war früher bekleidet, sei es mit Putzen, mit Verbretterungen oder vorgehängten Schiefer, Dachziegeln oder Zinkblechen.
Es ist also durchaus möglich, oft auch Sinnvoll, Fachwerk wieder zu verkleiden.
Besser kann man Wasser nicht Fern halten.
Als Verputz empfiehlt sich ein Reinkalkmörtel, der bleibt relativ elastisch, kann also Bewegungen des Holzes mit machen, und ist hoch diffusionsoffen und kapillaraktiv.
Mehr braucht eine Fassade nicht. Weniger kann aber zu Schäden führen.
Lehm ist im Außenbereich ungeeignet da er nicht regenfest ist.
Wenn Sie über eine Dämmung nachdenken dann sollten Sie Dämmputze verwenden.
Diese haben ähnliche Eigenschaften wie Reinkalkmörtel und sind zusätzlich Wärmedämmend.


Grüße aus Schönebeck

P.S.
Bleiben Sie doch bei weiteren Fragen zu diesem Thema in Ihrem ersten Thread.
Das macht es für alle überschaubarer.



Ein Kalkputz



würde sich hier ebenfalls anbieten. Allerdings stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, die Balken überzuputzen. Offensichtlich handelt es sich um Sichtfachwerk, also wäre es sinnvoll, nur die Gefache zu putzen, wenn die Steine durch den "Zahn der Zeit" stark beschädigt sind. Ansonsten wäre es besser, das Mauerwerk neu auszufugen und eine vernünftige Innendämmung einzubauen.
MfG
dasMaurer



Balken verputzen ja oder nein?



Hier sollte erstmal klargestellt werden, was für eine Art Fachwerk Sie haben. Nicht alle Fachwerkhäuser sind als Sichtfachwerk ausgelegt.

Bei beiden Varianten würde ich Luftkalkmörtel vorschlagen, z.B. SP 50 von Solubel.

Sollte die Wand jedoch voll verputzt werden, sollte das Holz mit einem Putzträger überspannt werden, hier eignet sich am Besten das altbewährte Stauss Fassadengewebe ( auch bekannt als Ziegelrabitz).

Sollten noch Fragen bestehen, sind wir gerne behilflich.

Grüsse Thomas



EY,



schreibt mir da wer in die Parade ;-))
@Oliver:
Hast du nix besseres zu tun am Samstag abend??
Als dich hier rumzutreiben ;-)).
MfG
dasMaurer





@Martin

Wie hier rumtreiben?
Ich sitze doch gerade ganz entspannt auf meiner Terrasse.


Grüße aus Schönebeck



Öhhm,



ich bin nicht "der Martin"
MfG
das Maurer





Das macht das Bier(chen)


[pubimg 22179]



Kein Wunder,



bei dem Zeugs ;-D.
MfG
dasMaurer



Luftkalkmörtel



Ich würde auf einen Luftkalkmörtel zurückgreifen,dieser wird in 3 lagen ausgeführt und zu guter letzt bei Bedarf mit einer Kalkfarbe für den Außenbereich (3Anstriche) ausgeführt.Wir arbeiten mit 2 Herstellern die sich auf Ökologisches und Denkmal gerechtes sanieren spezialisiert haben.Für den kleinen Geldbeutel besteht die Möglichkeit mit Baustellenmischungen zu arbeiten wobei der Putzmörtel Vorort hergestellt wird.Dazu benötigen Sie wie auch bei der ersten Variante Fachliche Bekleidung am Objekt.Auf diesem Bild sehen Sie wenn die Balken sichtbar bleiben.

Grüße aus Sachsen
Torsten



Besten Dank



Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

Dieser Dämmputz wäre natürlich die beste alternative, weil über Dämmung nachgedacht wurde.

Ich möchte das Fachwerk gern komplett zu haben, weil es eben keine Sichtseite ist. Die Sichtseite zur Straße hin ist eben schon immer zu also zumindest laut Aussage vom Schwiegervater seid mindestens 46 Jahren.

Wie heißt denn dieser Putz, der gleichzeitig als Dämmung dienst ???

Über dieses Ziegelrabitz als sozusagen Gage bin ich schon informiert, das wir dies druntermachen müssen, dass es überhaupt hält.

Jetzt ist nur die Frage, was ist günstiger, mit diesem Putz oder doch verschiefern lassen ???

Die Alternative mit dem Schiefer wurde uns auch schon angeboten ich finde es nur ziemlich teuer.



Welchen Putz ?



Und wenn Sie schon Ziegelrabitz verwenden, können Sie auch gleich eine mineralische Außendämmung machen lassen !

Grüße vom Niederrhein



Außenputz



Die Fragen die ich mir immer stelle sind? Was bringt ein ein "Dämmputz" auf dauer an Einsparungen .Welche Erfahrungen gibt es min 5-10Jahre an Fachwerkhäusern? Es geht mir um die Vermeidung von Bauschäden!!!Ich wäre skeptisch beim Einsatz von Dämm-putzen an Fachwerkhäusern,Sie sollten da über alternativen nachdenken.Was kostet der ganze Aufwand mit einem "Dämmputz".Ich hoffe Sie finde Antworten!!!

Grüße aus Sachsen
Torsten Selle





Hallo,

wenn ich übr Außendämmung von Fachwrkhäusern nachdenke, komme ich zuerst auf Holz-Weichfaserplatten, weil man Holz auf Holz montiert. Als nächstes fällt mir Perlit in Ziegelgewebe ein, weil es vollmineralisch ist. Persönlich neige ich wegen der leichten verarbeitbarkeit zu Holzweichfaserplatten.

Grüße





Und genau aus Perliten bestehen auch gute Wärmedämmputze.


Grüße aus Schönebeck





Ok dann gebe ich das so an das ausführende Organ :-) weiter und dann rechne man sich nochmal alles durch und dann entscheide ich



Wärmedämmputz



Was ist ein guter Warmedämmputz???Wie wollen Sie das durchrechnen,mit dem "Dämmputz" ???Um die richtige Entscheidung zu treffen. Ich denke das ist gar nicht so einfach.Alternativen wären nach meiner Meinung von Vorteil,es geht hier um ein Fachwerkhaus zu sanieren.

Grüße aus Sachsen
Torsten Selle



@ Herrn Selle



Ich werde die verschiedenen Alternativen mit meinem Maler/Maurer, welcher den Auftrag für die Fassadensanierung bekommen soll, durchsprechen.

Dieser müsste ja dann auch in der Lage sein, mir zu sagen, bei welcher Alternative ich mit welchen Kosten zu rechnen habe oder sehe ich das falsch.

Oder habe ich die Frage jetzt falsch verstanden ???





Letztendlich gibt es nicht viele Alternativen.

Es gibt nur entweder verkleiden mit Schiefer o.ä., nur verputzen mit entsprechenden Materialien oder eben Putze mit Dämmwirkung. Oder dann noch mineralische Dämmung. Mehr Möglichkeiten gibt es nicht.

Und ich denke, die Person, die das geschrieben hat mit dem Perlitputz wird sich wohl damit auskennen oder ???

Oder wie soll ich Ihre Bedenken interpretieren ???



Außendämmung



Welche Erfahrungen hat Ihr Maler/Maurer an solchen Objekten?Mit welchen Dämmstoffen arbeitet dieser sonst?
Lassen Sie auch mal einen Zimmermann kommen ,Thema Holzverkeidung!Ich möchte nur erreichen das Sie keinen Fehler machen!!!

Grüße aus Sachsen Torsten Selle



@ T. Selle



falls Dich Erfahrungen interessieren: 2003 habe ich ein WDVS aus Rockwool-Dämmplatten auf ein FWH aufgebaut. Bin gern bereit, Messungen zu inneren Feuchte mal vornehmen zu lassen.





Was auch machbar wäre:
Die gesamte Wand mit Ziegelgewebe überspannen, mit Luftkalkmörtel verputzen und mit Themo-Fill S dämmen.
(der Aufbau wäre ähnlich wie auf dem Bild)

wenn's noch fragen gibt einfach melden

Grüsse Thomas



Welchen Putz für die Fassade ???



Hallo Sandy,

die, die bei Dir die Fassade machen wollen und auf Styropor bestehen, sind: entschuldigung ,- Hampelmänner. Hampelmänner, die die momentane Situation ausnutzen; Dämmen um jeden Preis und mit jedem Müll wo verfügbar ist.Was absurd ist, dieser Müll wird, - wird dieser Müll nicht auch von der Regierung gefördert?

Viele Grüße

Mladen



@Mladen,



Styropor ist doch kein Müll!!
Das ist Sondermüll ;-)).
Alle WDVS-Systeme auf Schaumstoff- oder Mineralwollbasis sind nicht Fachwerkkompatibel. Wichtig für Fachwerk sind hohlraumfrei, diffusionsfähig und kapillar leitfähig. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, wirds funktionieren.
Und wenn der ausführende Handwerker das nicht versteht, soll er von Altbauten die Finger lassen. Bei moderner "Schuhschachtelarchitektur" mags ja noch funktionieren.
MfG
dasMaurer



@dasMaurer



Hallo Ulrich,
hier zur Stelle danke ich Hartmut: Sag was Du denkst

Viele Grüße

Mladen



Welchen Putz für die Fassade ???



Hallo Zusammen,

es fällt mir immer schwer zu sagen das manch ein Baustoff nicht akzeptabel ist im Altbau, z.B. Perlite.(Andere müssen davon leben - und ich will das alte Handwerk bewahren)
Was hat Perlite gemeinsam mit einem Altbau? Nichts - gar nichts!Mein Meister hat mich dermaßen zusammen-geschissen als ich einige Versuche, Putzmischungen startete mit Perlite - ich habe es erst später verstanden.

herzliche Grüße

Mladen



Naja,



da stellt sich immer die Frage, was ich mit dem Altbau bezwecken will. Solls im ursprünglichen Zustand erhalten werden, dann ist ein Museumsstück und den modernen Anforderungen nicht gewachsen, hübsch, interessant und "wertlos". Oder will ich einen Altbau für die zukünftige Nutzung ertüchtigen und damit für den sinnvollen und nutzbaren Weiterbestand sorgen. Ein paar herausragende und besondere Bauten sollten durchaus im Originalzustand erhalten werden, das ist lehrreich. Aber für die meisten Altbauten gilt das nicht. Wenn diese Gebäude nicht mehr sinnvoll nutzbar sind, werden sie der Abrissbirne zum Opfer fallen.
Wenn wir das nicht wollen, müssen wir uns den Anforderungen stellen und kreativ tätig werden. Das heisst auch, neue Erkenntnisse und Entwicklungen zu prüfen und bei Eignung einzusetzen.
Und damit sind wir absolut in der Tradition des Bauhandwerks, das sich schon immer durch den Mut zur Innovation ausgezeichnet hat. Egal, um welche technische Entwicklung der Menschheit es sich gehandelt hat, zuerst mussten die entsprechenden Gebäude dafür errichtet werden.
Am Anfang stand eine Idee, dann wurde der theoretisch Teil entwickelt, und dann musste der blöde Bauhandwerker die passenden Gebäude dafür basteln. Ob nun Schmelzöfen, Backhäuser oder Staudämme.
Und heute basteln wir eben am sinnvollen Erhalt von Fachwerkhäusern ;-)).
MfG
dasMaurer



Tja



wieviel Kompromisse geht man nun ein?Und warum übernimmt man ein altes Gebäude oder Hof mit viel Umschwung?

Viele Grüße

Mladen





@Mladen

Ich sehe Innovationen nicht als Kompromiss.

Wichtig ist was wir daraus machen.

[pubimg 21730]




Grüße aus Schönebeck



Kompromisse



Hallo Oliver,

auch wenn mich mein Rasennäher überzeugt so greife ich auch gerne zur Sense, denn der Rasenmäher würde es nicht packen.
Inovation:
Du sagst:"Wichtig ist was wir daraus machen."
was kommt dabei heraus wenn alle so denken würden?

Viele Grüße

Mladen





@Mladen

Das der eine mit Rasenmäher die Nachbarschaft nervt, ein anderer mit Sense mäht und wieder ein anderer Ziegen oder Schafe drauf stellt.

Der Innovation schlecht hin, dem Internet bedienst Du Dich doch auch Mladen.

Wie erzeugst du den Strom dafür?
Wo verrichtest du deine Notdurft?
Wo kommt Dein Wasser her?

Ich hab nichts dagegen wenn Leute aussteigen, in Bauwagen ziehen, auswandern und sich komplett selbst versorgen, im Gegenteil.
Wenn sie das konsequent tun ziehe ich davor sogar den Hut, ich kenn ganz ehrlich nur sehr wenige die das so machen.

Grüße aus Schönebeck





Trotz der interessanten Rasenmäherbeispiele möchte ich noch mal an den Dämmputz und die Perlite anknüpfen, das sehe ich wie Mladen Klepac - mit einem Bauchschmerzgefühl.

Ein Wärmedämmputz stellt immer einen Mittelweg dar. Es soll versucht werden die Grundansprüche an einen Putz (Winddichte, Schutz vor Niederschlagswasser, Spritzwasser, Diffusionsausgleich) mit einem verbesserten Wärmeschutz zu verbinden.
Wärmedämmputze basieren meist auf einem Kalk- bzw Kalk-Zement-Putz. Dieser Grundlage werden Zuschlagsstoffe deren Dämmwert höher ist als jener des Putzes beigemischt, auch gibt es Zuschlagsstoffe (z. B. organische), die das Porenvolumen verändern (Porenbildner).Als Zusätze werden Polystyrole, Perlite, oder andere mineralische Zuschlagsstoffe verwendet. Für Innenräume gibt es auch andere Varianten, wie z. B. Lehmputz, bei dem Kork oder Sägemehl als Zuschlagsstoff verwendet wird.

Ohne jetzt Zahlenwerte genauer zu bemühen kann als Faustregel genannt werden, dass die Wärmeleitfähigkeit eines Wärmedämmputzes (0,06-0,1 W/mK) im Vergleich zu einem Wärmedämmverbundsystem (0,032-0,04 W/mK) viel größer ist als jene des WDVS. Also um vergleichbare Werte zu erzielen müsste die Schichtdicke des Putzes etwa doppelt so dick sein wie die des WDVS. Schichtdicken eines Wärmedämmputzes liegen bei max. 5-6 cm je Arbeitsgang, Endschichtdicken liegen gewöhnlicherweise zwischen 3 und 10 cm. Der Einsatz eines Wärmedämmputzes sollte wohl eher auf stark niveauunterschiedlichen Untergründen oder im denkmalpflegerischen Bereich liegen, wobei gerade bei letztem eine Objektgenaue Untersuchung stattfinden sollte, da nicht jedes historische Material so einfach einen Kalk-Zement-Putz verträgt. Gerade im Bereich des Fachwerkbaues kann es zu vermehrten Problemen führen.

Wärmedämmputze trocknen nach einem Feuchteeintrag (Regen, Schnee, etc) erheblich langsamer aus als herkömmliche Kalkputze. Wasser kann so länger in den Poren verbleiben und statt der eigentlich angezielten Verbesserung kann eine Verschlechterung der Wärmedämmung stattfinden.
Aus ebendiesem Grunde neigen Wärmedämmputze gelegentlich zu Rissbildungen, ausgelöst durch hohe Temperaturwechsel in den Sommermonaten bzw. Frost-/Tauwechseln im Winter.
Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist hinsichtlich der zu erwartenden Einsparung vergleichsweise schlecht. Wenn es denn sein muss, dann würde ich einem rein mineralischen Putz immer den Vorzug geben.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Hallo Oliver,

also in`s Mittelalter will ich bestimmt nicht zurück.Ganz im Gegenteil.
Jeder tut sein möglichstes; sortiert Müll, stellt das Klo auf wenig Wasserverbrauch um, schaltet das Licht immer aus, kauft das Essen nur aus der Region...
Jeder Zusatzstoff im Putz hat mindestens einen Herstellungsprozess durchlaufen und gäbe es kein Erdöl, wären viele Baustoffe erst gar nicht entstanden.

Viele Grüße
Mladen



Soviele Antworten während meiner Abwesenheit



Hallo ihr lieben,

sorry hatte die Woche viel zu tun, deshalb konnte ich mich zwischenzeitlich nicht einbringen, aber Danke auf jeden Fall für die zahlreichen Antworten. Also ich werde wahrscheinlich erstmal mit dem Kalkputz und Ziegeldraht machen lassen, wenn das geht, weil ich ziemlich große Lücken drin habe. Wegen Dämmung lass ich mir ein anderes Mal nochmal in Ruhe durch den Kopf gehen. Mir ist eigentlich nur am wichtigsten, dass das Mauerwerk wieder geschützt ist und etwas schöner aussieht. Bis jetzt haben wir auch ohne Dämmung gelebt.