Falsches Fachwerk herstellen

23.05.2013



Ein altes Ziegelsteinhaus - kein Fachwerk - muss nach Vorgabe des Bauamtes gem. EnEv gedämmt werden; die alte Optik geht leider dabei verloren. Klinker gefallen uns nicht (und die, die uns halbwegs gefallen, sprengen unser Budget), der schlichte Verputz sähe (so mitten im Wald) einfach nur furchtbar aus - nun hatte der zuständige Revierförster die Idee: "Macht doch ein gefaktes Fachwerkhaus" Grundidee ist also: Wärmeverbundsystem (Styropor) nach Vorgabe aufbringen, da drauf entsprechende "Holzbretter", dazwischen dann verputzen. So würde das Häuschen wieder in die Landschaft passen. Leider kann uns niemand sagen, wie die technische Umsetzung insbesondere Befestigung des Holzes auf dem Wärmeverbundsystem sein soll, so dass das Verbundsystem nicht beschädigt wird, keine Wärmebrücken entstehen etc. Wer hat eine Idee oder - noch besser - Erfahrungen damit. Freue mich auf eine Antwort.
LG
Mara



Schon gemacht,



auch für die Optik. :Zeichnung vom Fachwerk erstellen, um die Öffnungen an den Kreuzungspunkten Holzstücke ( halbe Dämmstoffdicke )montieren, VwdS anbauen,Armieren, Fake mit Montagekleber anbringen, an den X - Punkten anbohren und Holznägel einbauen, "Fache" putzen; jeweils am Holz mit Fugeisen glatt ziehen. Dann läßt sich die Beschichtung von Holz und Putz besser beschneiden. Viel Erfolg !



Oder



das System vom Olaf aus Sachsen, erspart die Fugen zwischen Brettern und WDVS...
http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/community/a/showMitglied/6519$.cfm

Grüße Micha



Fachwerkfake



Die Bretter beginnen mit der Zeit zu schüsseln und sich zu verziehen, das Ergebnis wird jammervoll aussehen- eben wie eine billige Kopie.

Viele Grüße



Fachwerk dämmen … Oder?



Hallo

Mir sagte einer einmal: "Müssen tut man nur sterben oder aufs Klo!"

Würde mehrgleisig überprüfen ob man wirklich dämmen MUSS …

Denn die ENEV schreibt einiges vor … aber spricht auch von der "Wirtschaftlichkeit", die laut diesem Gesetz auch eigehalten werden MUSS und auch von Maßnahmen, die alternativ angewendet werden können um das Einsparungsziel auch zu erreichen …

Solche Gesetze stehen nur im Gesamten dem Anwender zur Verfügung und nicht nur die ersten zwei Seiten …

Gerade bei Häusern in deren "Innenleben" und Konstruktion Holz verbaut wurde sollte man alles Risiken sehr gut abwägen, wenn man so einen Eingriff in ein solches System macht … Schäden sind schneller da als man denkt … vor allem bei derartigen Konstruktionen sieht man die Schäden an der innen oder Aussenoberfläche dann erst, wenn es innen schon sehr im Argen liegt!

Also VORSICHT bei unüberprüften Aussagen zum "Dämmen MÜSSEN"

Floian Kurz



FK



" und Konstruktion Holz verbaut wurde ....vor allem bei derartigen FW-Konstruktionen sieht man die Schäden ... " dumm nur - er schreibt ausdrücklich, daß es kein FW-Haus ist!
... wieder nur eine Phrase !



@ olaf



das sind eben Architekten, Sachverständige etc. Ideen von Praktikern sind grundsätzlich nicht akzeptierbar. Vergleiche:# 204956



Fachwerk richtig und falsch



Mit einem Wärmedämmverbundsystem ist es so, dass Sie daran keine Veränderungen vornehmen sollten, weil dann die Zulassung und Gewährleistung des Herstellers nicht mehr gelten. Die Bedenken von Herrn Böttcher teile ich auch.
"Falsches" Fachwerk haben wir aber auch schon richtig geplant. Es steht schon teilweise mehr als 10 Jahre ohne Mängel einschließlich Dämmung. Wenn Sie daran Interesse haben schreiben Sie mir einfach: architektur@24h.de



Zum Einen...



...würde ich prüfen lassen, ob das Bauamt wirklich die Dämmung fordern darf. Stichwort: Unwirtschaftlichkeit.

Zum anderen ist auch eine Innendämmung, auch in Verbindung mit einer Wandheizung möglich und beschert Euch in diesem Falle ein ganz neues Wohngefühl und deutlich geringere Heizkosten.

Von einer Fassade in "System Potemkin" rate ich ab, aus den selben Gründen wie Georg.

Grüße

Thomas



@thomas Prüfung der Dämmung



Hallo, nun, um die Dämmung kommen wir nicht herum - es war schwierig und teuer genug, das Häuschen zu erhalten (ich sage nur: Stundensatz der Anwältin für Bau- und Verwaltungsrecht 400 €, und fast zwei Jahre Angst, dass die Hütte abgerissen werden muss und auf dem Grundstück nie wieder gebaut werden darf - NACHDEM schon ein sechsstelliger Betrag investiert wurde!). Und wir haben etliche Auflagen; dazu auch Dämmung (was bei einem 24er Mauerwerk sicherlich auch Sinn macht). Innendämmung ist auf Grund der Gebäudemaße unsinnig - das Haus ist klein und schmal; nicht ganz 4m breit; Innendämmung mit Wandheizung + Lehmputz war mal ein Thema, wurde aber schon vor einiger Zeit (auch aus anderen Gründen) verworfen.
Das Haus liegt im Wald inmitten eines Naturschutzgebietes; normaler Verputz, der in einer klassischen Siedlung sicherlich passend ist, wäre bei uns eine optische Katastrophe (auch wenn DAS vom Bauamt genehmigt ist) und das möchten wir vermeiden. Es muss aber auch finanzierbar sein.
LG
Mara



das EIne und das Andere



Hallo

gibt es einen Bescheid vom Amt, der sie diese Aussage machen lässt:
Hallo, nun, um die Dämmung kommen wir nicht herum

Der würde mich im Original interessieren!

Es muss NIE gemäss ENEV "gedämmt" werden, sondern immer das Gesetz eingehalten werden - das ist ein WESENTLICHER Unterschied.

Und ob Putz oder FW-Fake … es gibt sicher hunderte von alten Försterhäusern, die verputzt sind …

Florian Kurz



Ein Putz...



kann sich zum einen an historischen Putzoberflächen orientieren, ein schöner Farbton drauf, farblich abgesetzte Fensterumrahmungen, die vielleicht auch mit etwas Vorstand geputzt werden... Katastrophen sehen anders aus.

Außerdem wäre eine Brettverschalung in heimischer Lärche ebenfalls eine Option. Auch dahinter passt die Dämmung, wenn's denn sein muß.

Grüße

Thomas



@das EIne und das Andere



Nun, ich MÖCHTE dämmen und mir mit einem 24er Mauerwerk im Winter nicht den Allerwertesten abfrieren. Eine Konfrontation mit dem Bauamt oder Anderen Institutionen ist meinerseits nicht gewünscht, da ich eine Dämmung für grundsätzlich sinnvoll erachte. Ich habe mir hier eher Lösungsvorschläge oder andere Ideen erhofft - momentan kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, mich erklären und rechtfertigen zu müssen. Ich bin zum Ersten Mal in einem Forum - und irritiert, weil(bis auf M.Wilms und Micha) nur Antworten kommen, die nichts mit meiner Frage zu tun haben. Das macht mich ratlos. Habe ich sooo falsch formuliert? - Also: neuer Versuch: 1. Ich möchte gem. Vorgabe dämmen 2. Ich möchte nicht mit dem Bauamt diskutieren, die Baugenehmigung boykottieren oder ändern lassen 3. Ich möchte mitten im Landschaftsschutzgebiet nicht "einfach nur weiß verputzen". Das Haus soll (wieder) ins Landschaftsbild passen. 4. Klinker / Riemchen sind deutlich zu teuer. 5. Vorhangfassade steht aus diversen Gründen nicht zur Debatte.
6. Die Idee mit dem falschen Fachwerk könnte optisch und preislich eine echte Alternative zum "einfach weiß verputzen" sein - und dafür suche ich Tipps und Ideen. Freue mich auf Antworten, die zur Frage passen.
LG
Mara



@ ein Putz / Thomas



Hallo, haben Sie dazu vielleicht einen Link mit Bildern (historischer Putz, Fensterumrahmungen (mit) Vorputz)? LG Mara



Ich



wollte mich aufgrund der oben immer laufenden Diskussion nicht aufdrängen - aber da auf CRREUZBURGERS Vorschlag Deinerseits keine Reaktion kam und Du noch immer Ideen suchst - hier nochmals ein Bild einer geputzten Fassade ohne Holz und aller der damit verbundenen Probleme. Farbwahl ist natürlich frei wählbar! Bei Interesse bitte eine PN schicken.



Dämmung



heißt nicht zwingend Styropor, da gibt es genug bessere Möglichkeiten, es muß auch nicht unbedingt nach ENEV- Vorschrift passieren....die ersten cm bringen den meisten Nutzen, ich z.B. müsste mir hier knapp 16 cm aufs Haus pappen um eine ENEV zu erfüllen nenene
Eine Vorhangfassade aus Lärche ist natürlich Geschmackssache, würde aber zum Häuschen im Wald net schlecht passen..und da geht auch viel in Eigenleistung, das spart auch wieder einiges...

Grüße Micha



@ Mara



Da hat der Olaf ja schon ein schönes Bild eingestellt. Bitte das Erdgeschoß beachten. So könnte das auch aussehen.

Grüße

Thomas



Find ich unmöchlich,



hier das deutsche Behördentum so zu verleumden, nur weil man einen Schuldigen für den eigenen Dämmwahn sucht. Eine Behörde, die gegen einen berechtigten Befreiungsantrag eine unwirtschaftliche Dämmung fordert und durchsetzt, ist mir jedenfalls noch nicht vorgekommen. Dämmsüchtige Reklameopfer jedoch schon.

Konrad Fischer
Behördenfreund

PS. Und dafür lasse ich mich notfalls wieder steinigen. Bitte nur nicht dämmen ;-)



aus Fachwerk wird Putz.....



erst Fachwerk und am Ende Putz bei "Fachwerk.de"



@ Böttcher



Dem kann Frau entgegenkommen mit verleimten ,abgelagertem Holz.
@ mara , wenn Sie dann noch die Kanten der Hölzer 'brechen',den Farbton der 'Fache' ALTweiß wählen,haben Sie ein wunderschönes Häuschen im Grünen.



Fachwerkfake



Was nützt das schönste abgelagerte Holz wenn bei jedem Regen Wasser in die Kapillarfuge des Putzanschlusses läuft und das Holz auch auf der Rückseite auffeuchtet, wo es viel langsamer wegtrocknet wie auf der Vorderseite.
Wie sich der Dünnschichtputz mit seinen thermischen Spannungen verhält wenn er durch das nachgemachte Fachwerk in viele kleine Felder zerteilt ist ist für mich ebenfalls als potentielle Schadensquelle einzustufen, abgesehen von der Gefahr das durch viele lfd. m Fugen zwischen Holz und Putz Wasser auch hinter die Dämmung laufen kann. Wenn das eine durch einen großen Dachüberstand geschützte, windabgewandte Südseite ist mag das ja noch angehen.
Was wenn nicht?



@ Georg



Die Bedenken mit möglicher Rissbildung hatte der Systemberater von Montenova bei meiner Ausführung damals auch: Es wurde deshalb der Putz auf 2-3 cm ausgeführt (wegen der Struktur) und es haben sich nach 10 Jahren an den Feldübergängen kein einziger Riss gezeigt. Nur die feinen Risse am Alu-Socklprofil und an den Fensterecken. Aber aufgrund der Putzstärke wohl kein Problem. Ich nehme an, daß beim nächsten Anstrich diese feinen Risse geschlossen sind.

Deine Bedenken mit Holz hatte ich ebenso - deshalb kam ich auf meine Ausführung. Nach 10 Jahren kann ich schon etwas zur Haltbarkeit sagen.



Außenputz



Olaf, bei Deinem System ist auch kein Holz dabei, da hätte ich auch keine Bedenken.
Außerdem ist die Basis ein geschlossener mineralischer Dickschichtputz und nicht ein von Brettern zerhackstückelter kunststoffmodifizierter Dünnschichtputz. Der muss dünn sein um Bewegungen mitzumachen und waaserabweisend genug um bei ein paar mm Dicke den Untergrund zu schützen. So ein Putz ist in sich schon ein Problem, denn er verstößt gegen die alte Putzerregel: "vom härteren zum weicheren Material". PS ist weicher als Putz, deshalb die Bewehrung (Prinzip der Entkopplung beider Schichten). Durch die Bretter ist diese Bewehrung in viele kleine Stücke zerteilt. Er funktioniert nur als Ganzes und nicht in vielen Einzelstücken, da er Regenwasser zwar ganz gut abweist aber eindringendes Wasser nur schwer wieder abgibt. Das findet sich dann an der Rückseite vom Holz wieder- oder glaubt im Ernst jemand das die Fugen Bretter- Putz dauerhaft dicht zu kriegen sind?

Viele Grüße



@ M.Wilms



Abgelagertes und verleimtes Holz (falls Sie mit letzterem nicht Sperrholz meinen) arbeitet ganz genau so wie unabgelagertes und unverleimtes Holz - besonders im bewitterten Außenbereich.

Verbreiten Sie 'mal besser keine Legenden.

Grüße

Thomas



@Olaf, Thomas u.a.



Vielen Dank, die Bilder und auch die Variante von Olaf (nicht nur gefaktes Fachwerk sondern gleich gefaktes Holz ;) ) gefällt mir sehr gut, besonders da mir die Problematik mit dem sich verziehenden Holz durchaus einleuchtet. Auch mit dem Verlust der Gewährleistung beim WVS habe ich diesbezüglich schon gehadert. Jetzt weiß ich auch, was "mit Vorstand geputzt" ist - auch das könnte zum Einsatz kommen; sieht gut aus! Vielen Dank für die Info's, werde das mit meiner Bauleiterin durchsprechen und dann wird's hoffentlich sinnvoll und schön umgesetzt. LG Mara



Fachwerkfake



Noch besser Sie holen sich den Olaf mit ran. Ich glaube kaum das es in Düsseldorf jemand gibt der so was macht.

Viele Grüße