'Trockenlegung' Sandsteinhaus durch Schacht mit Tauchpumpe

25.08.2005


hallo, noch immer raufe ich mit meinem haus, hauptproblem bleibt die feuchtigkeit. es ist ein sandsteinhaus, bj. 1813, nicht unterkellert, hoher grundwasserspiegel (aischgrund - d.h. von karpfenweihern umgeben), ich liege leicht unterhalb der strasse, Regenwasser rinnt also auf uns zu. nun kamen nachbarn mit einer abenteuerlichen idee: einen Schacht graben, tauchpumpe rein, sobald Grundwasser steigt, wird gepumpt (in kanalisation oder bach). was sagt man dazu? schlimmstenfalls ist das jetzt ein lacherfolg, aber ganz abwegig klingt es eigentlich auch nicht. falls möglich, wo das ganze platzieren? eher im eck, wo besonders viel wasser den leichten Hang hinunterkommt? oder ein stück weg vom haus, um das wasser dort 'wegzuziehen'? bzw. könnte man doch auch im alten Stall in etwa in hausmitte eine art pumpensumpf graben und von dort wasser 'entziehen' und ableiten? ist vermutlich aber wieder gefährlich wg. der statik? wobei der nasse und weiche grund auch nicht optimal für das haus ist, da dieses sich über die jahre schon über 30 cm in richtung 'bergab' gesenkt hat. 'experten' hatte ich schon genug im haus und unterschiedlichste, teilweise konträre meinungen auch schon gehört. was sagt ihr?





Hallo Gabi,

ich bin gerade zufällig bei der Suche nach etwas ganz anderem auf deinen Forumseintrag gestoßen. Der Vorschlag, einen Pumpensumpf anzulegen ist keinesfalls lachhaft und bringt bestimmt eine Verbesserung. In Norddeutschland wird dies durchaus häufiger praktiziert. Hier ist der Pumpensumpf oft im Keller unterhalb des Hauses. Der Pumpensumpf sollte an der tiefsten Stelle angelegt werden, wenn sich dein Haus also schon zu einer Seite etwas gesenkt hat, wäre es wahrscheinlich sinnvoll, ihn hier anzulegen. Das ist aber aus der Ferne nicht zu beurteilen. Die Bodenverhältnisse spielen da sicherlich eine wichtige Rolle. Wasser sucht sich bekanntlich immer den Weg des geringsten Wiederstandes und so ist der Wasserverlauf im Erdreich kaum vorauszusagen. Eine Drainage zum Pumpensumpf hin rund herum um das Haus wäre sicherlich von Vorteil, aber Vorsicht! Bitte nicht ein so altes Haus frei graben, ohne einen Statiker kurz her zu bitten, dass er es sich vor Ort anschaut! Das Haus wird wahrscheinlich keine Fundamente haben und das Mauerwerk ist einfach so in den Dreck gesetzt. Es soll ja nicht weiter abrutschen, weil gewachsener Boden gelockert wurde!
Ein richtig trockenes Haus wirst du so aber sicherlich nicht bekommen, bei solch alten Häusern kann man davon ausgehen, dass die waggerechten Dichtungen im Mauerwerk fehlen. Da das Haus nicht unterkellert ist, ist es ja nun nicht möglich, „untendrunter“ etwas zu machen. Man kann versuchen, im Außenmauerwerk unterhalb der Geländeoberfläche eine sogenannte Bohrlochsuspension zu machen. Wenn es sorgfältig gemacht wird und die Herstellerangaben des Produkte-Lieferanten konsequent eingehalten werden, erzielt man hiermit sehr gute Ergebnisse. Hierbei erreicht man aber nicht das innere Mauerwerk unter dem Haus. Bei der Bohrlochsuspension werden Löcher in einem bestimmten Abstand in das abzudichtende Mauerwerk gebohrt. Mittels dieser Löcher wird das Mauerwerk mit einer Flüssigkeit durchtränkt, die das Mauerwerk abdichtet, so dass von unten aufsteigende Feuchtigkeit nicht mehr in das aufsteigende Mauerwerk eindringen kann. Ich empfehle dir die Produkte der Firma Remmers Bauchemie, falls du es machen solltest. (Stichwort Aida-Bohrlochsuspensiom). Es gibt bestimmt noch andere gute Firmen, ich habe aber persönlich gute Erfahrungen mit diesen Produkten gemacht. Ein Berater der Firma wird sich sicherlich unverbindlich dein Haus ansehen und Vorschläge unterbreiten. Also eine Zweigstelle in deiner Nähe auskundschaften. Falls es zur Ausführung kommt, empfehle ich dir dringend, einen Architekten zur Angeboterstellung, Auftragsvergabe und baulichen Überwachung hinzuzuziehen. Es gibt bei der Bauausführung große Preisdifferenzen und das Honorar des Architekten rechnet sich hier. Außerdem hast du dann die Gewährleistung, dass die Arbeiten auch fachgerecht ausgeführt werden.
Falls so eine Maßnahme aber deinen Geldbeutel zur Zeit übersteigt, versuche es ruhig mit dem Pumpensumpf, das ist nicht so dumm, wie es ich vielleicht anhört und es kostet ja nicht viel. Ein Drainagerohr rund um das Haus herum hin zum Pumpensumpf kann man ja auch so nach und nach anlegen. Wichtig ist, dass im Bereich des Drainrohres mit wasserdurchlässigem Kies aufgefüllt wird.





Moin,
wir wohnen an einen Hang und haben ähnliche Probleme. Unser Fazit bislang:
nicht an den Mauern (Trockenlegen, aufschneiden,aufbohren und Dreck einfüllen=teuer Unsinn) rumspielen, sondern das Wasserproblem lösen. Du mußt schauen welches Wasser (Grundwasser, Hochwasser,Regenwasser etc) Probleme macht und dann die PASSENDE Maßnahme treffen. Das Alheilmittel "Mauern Freilegen und Drainage rein" kann schief gehn und bei Dir ohne Fundamente - oh oh oh
Wir ziehne an unseren Fundamentmauern die Erde 50 cm ab, säubern die Wand und Füllen Kies auf, gegen Regenwasser von oben und Oberflächen wasser vom Hang OHNE Drainage. Die Drainage weg, da sie das Wasser förmlich "zieht" und ich noch mehr Wasser somit ans Haus bekomme !
In 2 m Abstand wird dann am Hang eine richtige Drainage gezogen und zusätzlich auf der Oberfläche Entwässerungslinien (Graben,Mauer o.ä.)
Bei dir würde ich eine innere Sicherung für eindringendes Wasser anlegen - also vernünftiger Fußbodenaufbau neu anlegen und außen den Pumpensumpf. Den Pumpensumpf deshalb: Einfach zu erstellen (günstig) also keine Firma, die hier was verkehrt machen kann denn ihr macht das lieber selber!
Bloss nicht am Mauerwerk fummeln mit Bohren oder einschneiden und schwarzkleben etc.
Viel Erfolg und Mut
Andre



mörci!



hallo ihr zwei, danke erstmal für die antworten. mir war nämlich nicht ganz wohl bei dem gedanken an eine drainage, ich meine natürlich drainUNG, da ich das das haus im geiste schon vollends umkippen sah :-) ausserdem steht das haus, wie ihr schon richtig gefolgert habt, einfach im dreck. die grundfläche ist recht gross, ca. 18 x 11 meter, d.h. ich könnte mir schon vorstellen, dass die aussenwände durch drainung trockener werden, habe aber mehr probleme mit den innenwänden, da glaube ich nicht, dass ich mit der drainung soo viel erreiche. richtige wassserflecken sehe ich aber nur bei solchen sturzregen wie in den letzten wochen. habe gestern abend auch noch mit nachbarn geredet, die haben auch einen pumpensumpf und trockene wände, obwohl teilweise unter dem grundwasserspiegel gelegen. hätten die mir ruhig schon früher sagen können ;-) jetzt ist noch die frage, wohin. ich denke in den stall an die wand zur wohneinheit. habe links den alten stall und rechts wohnbereich. stall ist sehr nass, dann kommt Flur - relativ nass, dann wohnbereich, relativ trocken. oder kann man auch zwei ps anlegen, den einen innen, den anderen aussen auf der herabgesenkten seite? vielleicht schnalzt die dann gar wieder hoch? (scherz). grüsse und frohes schaffen!



Drainage oder Abpumpen ...



Hallo
Die Abpumperei kann allerdings auch bewirken, dass sich die Bodenbeschaffenheiten ändern - d.h. trockner werden.
Gut so!
Nicht immer!
Wenn der Untergrund zum Beispiel lehmig ist kann es passieren, dass der zu trocken wird und der Baugrund sich in Berichen absenkt - das kann dann zu Setzungen und Schäden am Gemäuer führen.

mfG

FK



ps



weitere massnahmen sind übrigens kaminsanierung (dort auch nach regen flecken), Regenrinne säubern und abflüsse kontrollieren (äh, war ziemlich voll), Efeu doch runter, zumindest teilweise (hab ein stück abgezogen und darunter war die wand doch patschnass!), den geschickt angelegten 'blumenkübel', in den der efeu einst gepflanzt wurde, weg (das ist ein gemauerter, ca. 2m langer und 50 cm tiefer vorsprung mit erde und den efeuwurzeln DIREKT an der wand, d.h. die ganze nasse patsche liegt an der wand an), dann bekommen wir demnächst kanalanschluss, d.h. es werden schächte an zwei seiten entstehen - hilft auch oft - sowie eine regenrinne von der strasse gemeindeseits angelegt (bisher war dort nichts). ich denke und hoffe, all dies wird einige erleichterung bringen. dann würde ich am liebsten noch den aussen(-zement-)putz entfernen und den Sandstein freilegen, weiss aber nicht, in welchem zustand der ist. hat jemand Erfahrung mit der restauration von sandstein? aufwändig? teuer? nun aber: schönes wochenende





Hallo, ich bin zum ersten Mal auf diese Seite gestossen. Hatte auch ein Wasserproblem, altes Klinkerhaus von 1811, schwerer Lehmboden, nicht unterkellertetwas Hanglage. Habe teilweise Drainage gelegt, in Pumpenschacht, Wasser wird so in den Teich gepumt, zur Gartenbewässerung benutzt, und wenn es wirklich mal zu viel wird - ab in den Kanal. Allerdings reichte dieses nur Teilweise zur Trockenlegung meines Hauses aus. Bin auf ein tolles, und auf Dauer auch preiswertes System gestossen, das hervorragende Ergebnisse bringt. Weitere Info? Fragt an.



neues Phänomen beobachtet



hallo nochmal, ich hatte jetzt eine woche urlaub und konnte meine wände gut beobachten.. mir ist aufgefallen, dass sie oberflächlich wohl recht schnell getrocknet sind bei dem schönen wetter (hoch gabriele übrigens :-)), dann gab's an einem tag nur ca. 10 min regen, aber hohe luftfeuchtigkeit, und sofort waren alle flecken wieder da (innenwände). wie kann das so schnell passieren, bei dem bischen regen? kann es sein, dass die Luftfeuchtigkeit einfach in die wände zieht und die feuchtigkeit gar nicht von unten kommt? obwohl.. die flecken beginnen eigentlich schon unten. oder war nur oberflächlich die wand getrocknet und das grundwasser gestiegen, obwohl direkt bei uns nicht viel regen? auf jeden fall muss etwas getan werden, da nun wohl bei jedem kleinen regen die flecken immer grösserflächig auftauchen. an der einen wand ist's wohl die kondensation im kamin, bei der anderen bin ich ratlos und hoffe auf den pumpensumpf. hat noch jemand eine idee? lg, gabi





Hallo Gabi,

ich bin es noch mal ... also ich empfehle Dir wirklich, einen Fachmann für Bauphysik zu beauftragen, dass er sich das Haus einmal ansieht! Eine vernünftige Ferndiagnose ist doch hier reine Spekulation! Wenn du schreibst, dass dein Haus nach so kurzer Zeit schon abtrocknet, so kann das verschiedene Ursachen haben. Es ist durchaus möglich, dass es sich um Kondenswasser handelt. An kaltem Mauerwerk gerade in Bodennähe kann sich schnell Kondenswasser bilden, gerade in Verbindung mit Hohlräumen an Kaminen. Die Wärmeleitfähigkeit der verwendeten Steine und deren Wasseraufnahmefähigkeit spielen hier auch eine große Rolle. Es kann aber auch durchaus sein, dass nur die Oberfläche des Mauerwerks schneller abgetrocknet ist, als es vorübergehend Feuchtigkeit aus dem Erdreich nachsaugen kann. Und das tut es, wenn keine waagerechten Dichtungen da sind! Und es kann durchaus sein, dass es sich aus einer Kombination von beiden Ursachen handelt. Mauerwerk, was ständig mit kaltem Grundwasser ausgekühlt wird, neigt zusätzlich zur Kondenswasserbildung. Mit einem Feuchtemessgerät lässt sich aufgrund mehrerer, kontinuierlich durchgeführter Messungen zuverlässig feststellen, ob die Feuchtigkeit aus dem inneren Mauerwerk kommt, oder ob sie durch Kondenswasser an der Oberfläche entsteht. Ehe also wild unmittelbar am Haus drauflos geheimwerkert wird, sollte zuverlässig die Ursache ermittelt werden.

Wie bereits vor mir auch jemand zutreffend bemerkt hat, kann eine vollständige Trockenlegung des Baugrundes durchaus unerwünschte Nebeneffekte haben. Wenn es sich also um Feuchtigkeit handelt, die aus dem Bodengrund kommt, ist die Bohrlochsuspension gängige Praxis und erfolgversprechend. Hier wird keinesfalls irgendein Dreck eingefüllt sondern Flüssigkeiten, die erprobt und zugelassen sind und den DIN Vorschriften entsprechen. Auch wird bei dieser Methode nicht am Mauerwerk gesägt. Und es wird hier auch nichts „schwarz geklebt“. Ich kenne diesen Ausdruck nicht. Ich rate dringend davon ab, eine Fußbodensanierung durchzuführen, bevor die Ursache festgestellt wurde. Ob der Fußboden erneuert werden sollte, oder welcher Fußbodenaufbau erforderlich ist, kann erst nach der Ursachenforschung ermittelt werden.

Vermute ich richtig, dass Susanne Löwenich die Entfeuchtung mittels Anlegen eines dauerhaften elektrischen Feldes empfiehlt? Hat es funktioniert und wenn ja, wie lange funktioniert es schon? Gibt es da langjährige Erfahrungen? War das Haus richtig nass oder nur etwas feucht? War es also nach DIN 18195 drückendes Wasser oder Bodenfeuchtigkeit? Handelte es sich um bindigen oder nichbindigen Boden? Mich würde interessieren, ob und wie lange die ausführende Firma Garantie darauf gibt. Zwei Jahre nach der VOB oder fünf Jahre nach BGB? Wie lange dauert die vollständige Austrocknung? Reicht die Gewährleistung bis zum Ende der Austrocknungsphase? Und wie viel Wasser hält diese Methode zurück? Kann man das zuverlässig ermitteln? Wie viel Strom verbraucht diese Methode monatlich? Gibt die Firma zuverlässige Zahlen an oder nur ca. Werte? Sind irgendwelche dieser Zahlen und Werte Bestandteil des Vertrages geworden und somit in der Gewährleistung enthalten? Manch einer wird jetzt sagen, das gehört eigentlich alles nicht hierher. Ich möchte an dieser Stelle lediglich anmerken, dass auch hier ein Fachmann gefragt ist, der beurteilen kann, ob diese Methode hier erfolgversprechend ist und ob sie dauerhaft wirklich die preisgünstigste ist. Also kritisch sein, wenn eine eierlegende Wollmilchsau angeboten wird, die bis dato angeblich noch niemand kannte.

Wenn ich hier etwas verunsichert haben sollte, so habe ich mein Ziel erreicht, denke ich. Denn wenn du Blinddarmreizung hast, würdest du dich dann auf ein Urteil eines unbekannten Internet-Users verlassen, von dem du nicht einmal weißt, ob er denn Arzt ist? Also, bevor am offenen Haus operiert wird, sollte ein Fachmann hinzugezogen werden, sonst kann es sehr teuer werden! Das ist mein letzter Rat an dieser Stelle, auch wenn er nicht gefallen sollte.

Mit freundlichen Grüßen, K. Kiessler



?



Hallo kunibert,
ich bin nicht verunsichert - und erwarte auch nicht, dass mir alle antworten in diesem forum gefallen. ich gebe dir völlig recht, wenn du sagst, dass ihr aus der ferne keine diagnose stellen könnt und würde auch nicht rein aufgrund eines rates aus dem forum handeln. was ich eigentlich wollte, war die grundinformation bzgl. des kondenswassers - ist es möglich, dass die luftfeuchtigkeit dermassen in die wände 'zieht'. was den pumpensumpf anbelangt, habe ich nicht vor, das grundwasser zu senken. ich möchte den pegel zunächst beobachten und lediglich wasser, wenn der pegel bei dauerregen stark steigt, teilweise abpumpen. mauerinjektionen und Elektroosmose sind für mich absolut kein thema. ich werde nicht weiter an dem haus herumdichten, sondern lieber nach und nach dieses wieder 'befreien', habe selbst auch schon ein paar fehler gemacht, die ich wieder gutmachen möchte/muss (putz etc). was die elektroosmose betrifft.. für mich ist das geldmacherei mit der angst der menschen vor schäden an ihrem haus. in der theorie funktioniert ja das elektrophysikalische prinzip, was eben diese 'wissenschaftlich erwiesene' glaubwürdigkeit schafft. soweit ich weiss wären aber unmengen von strom nötig, um wirklich eine solche 'umleitung' der wasserströme zu bewirken. warum endet denn die diskussion um sinn und unsinn der elektroosmose nicht, indem eindeutig erwiesen wird, dass sie (und nicht die begleitenden massnahmen) das feuchteproblem löst? was ist eigentlich mit elektrosmog? ;-))



geologie und wasser



der ansatz mit dem pump-schacht ist vielleicht richtig, haben wir schon gebaut, doch bei derart schwierigen standorten findet man besser einen fachmann für bodenuntersuchung, Beurteilung und lösungsvorschlag, die zuvor ausgehandelten planungskosten sind eine kluge investition.
oder sinnlos 20 Jahre pumpen, möglicherweise den Untergrund so verändern und dann mit der schadensfeststellung beginnen.



statiker war da



hallo, ich habe mich nun doch mit einem statiker hier aus dem forum kurzgeschlossen. fazit ist, dass der pumpensumpf erst mal nicht gebaut, stattdessen der kanal abgewartet, dann die situation bewertet und dann doch - falls noch nötig - die drainage (aber nicht bis unters fundament) gegraben wird.. danke nochmal für alle tips! gabi