Prüfen, wie man das Haus kühler halten kann

01.07.2019 Herr Daniel M.



Hallo zusammen,

aus gegebenen Anlass mal die Frage, ob man jetzt mit einfachen Mitteln feststellen kann, wie man es immer Sommer kühler halten kann. Im Winter kenne ich es ja so, dass man sich von draußen mit einer Wärmebildkamera, wenn man eine hätte, anschaut, wo die Wärme herausgeht.

Gibt es für den Sommer eine Variante, um dass kostengünstiger bzw. ohne Wärmebildkamera hinbekommt?
(Mit Infrarottemperaturmesser die Wände ablaufen oder so ähnlich)

Hintergrund ist, dass wir schon einige Maßnahmen gemacht haben (Dachbodendämmung, im Obergeschoss Fenster erneuert, etc.) Dennoch haben wir wieder sommerliche 30 Grad im Schlafzimmer gehabt und ich bin Eingegangen. Nun theoretisch noch Optionen, wie unten die alten Isolierfenster zu ersetzten oder z.B. eine Hausdämmung. Ich frag mich halt nur, ob die Maßnahmen dann auch greifen und wie es dann ca. besser wird.
Alternativ kann ich ja auch "günstig" eine Splitklimaanlage kaufen und mir dann fröhlich mit Atomenergie das Schlafzimmer kühlen.

Also nochmal konkret die beiden Fragen:
* Wie kann ich mit einfachen Mitteln feststellen, wo noch Verbesserungsbedarf bei der Isolierung besteht
* Kann man bewerten, wie stark vorgenommene Maßnahmen das Innenklima verbessern.

Unser Haus ist ein Siedlungshaus um die 1900.

Danke und Gruß



Prüfen?



ich habe gerade den Vergleich mit zwei verschiedenen Objekten. Mein Fachwerkhaus mit gut 400 Jahren und neu saniert. Unsere Wohnung ist fast komplett im Dachgeschoss. Dach ist neu mit 35 mm Holzweichfaser auf dem Dach und Zwischensparren mit 140 mm und Untersparren 30 mm. Das gibt einen U-Wert von knapp 0,20 W/qmK. Dazu mit einigen massiven Trennwänden im Innenbereich. Innentemperatur in den letzten warmen Tagen von bis zu 26°, bei Außentemperatur von um die 35°. Die großen Dachfenster haben keine Beschattung, da das Denkmalamt das nicht gut findet. Als Vergleich habe ich eine Dachwohnung ca. 20 Jahre alt, wo schon um die Mittagszeit die Temperaturen innen höher sind als außen. Laut Energieausweis Klasse C. Also Dach gut Isolieren und darauf schauen, dass die Masse im Innenraum die Wärme abpuffern kann. Ich vermute auch einen positiven Einfluss der nicht sehr starken Holzfaserplatten auf den Sparren.



Beschattung



Ich weiß die Antwort nicht, aber ich denke, das wichtigste ist Beschattung, am besten außenliegend, Rolladen, Raffstore, Laubbaum pflanzen z.B.



Überhitzung verhindern



Du könntest Näheres zum Gebäude und zur Lage des Schlafzimmers mitteilen inkl Himmelsrichtung.
Grundsätzlich sind schwere Dämmmaterilien wie im Naßverfahren hergestellte Holzfaserplatten positiv als Hitzeschutz.

Tagsüber, auch wenns nicht schön aussieht zB Fenster mit Alufolien/Rettungsdecke außen abdecken- ähnliches gibts als Rollo, die eigentlich nur für innen vorgesehen sind.

Transparente Sonnenschutzfolien, die aufs Glas geklebt werden oder Sonnenschutz-Isoscheiben verwenden verhindern/verzögern die Überhitzung.

Schwere Baustoffe nehmen die Wärme auf und geben sie dann bei kühleren Außentemperaturen wieder ab.

Nasse Tücher vor die Fenster gehängt erzeugen Verdunstungskälte, ebenso wie viele Grünpflanzen.

Gute Dämmung ist auch gegen Hitze wirksam.

Hausbegrünung verhindert die Erwärmung der Hauswände und erzeugt ebenfalls Verdunstungskühle.
Helle Wandfarben absorbieren nicht so viel Wärme wie dunkle.

Tagsüber alle Fenster schließen und erst bei kühlen Außentemperaturen solange lüften, bis alle schweren Innenbaustoffe die niedrigeren Temperaturen angenommen haben und diese dann tagsüber abgeben können.
Lüftungsanlagen mit Temperaturvergleich Innen-Außen verwenden.

Mit Infrarotthermometer bei einsetzender Hitze feststellen, welche Innenbauteile sich am schnellsten erwärmen (später sind alle Oberflächen gleich warm)