Bienenkästen anstreichen

09.01.2009



Da ihr euch glaube ich viel mit ökologisch bauen beschäftigt, wüsste ich gerne, womit ihr Bienenkästen, die ganzjährig im Freien stehen behandeln würdet. Das Material ist Weymoutskiefer und ich würde gerne einen ökologisch und gesundheitlich unbedenklichen Holzschutz verwenden. Haltet ihr Leinöl mit Farbpigmenten für eine gute Idee?
Vielen Dank schon mal
Christopher



Nimm doch Propolis in Spiritus gelöst.....



und laß die Pigmente weg,dass ist für dich bestimmt am günstigsten.

Gruß Ronny



Weymouthskiefer...



...ist ja nun gerade ein sehr schnell verderbliches Holz. Bevorzugt wurden (oder werden?) Särge daraus gebaut. Lärche oder Douglasie splintfrei wäre die bessere Idee gewesen.

Wichtig ist zuerst der konstruktive Holzschutz (z.B. ausreichende Dachüberstände, Schutz des Hirnholzes, Abtropfkanten...).

Erst danach wird der Anstrich interessant. Mehrfach in Abständen dünn aufgetragenes Leinöl (gereinigt, eiweißfrei in Farbenqualität) mit einigen Pigmenten des UV-Schutzes wegen bietet einen Grundschutz, aber nicht gegen Bläuepilze. Eine Grundierung mit Bläueschutz wäre im Außenbereich schon sinnvoll, danach z.B. eine (Lein)öllasur.

@ Ronny

Hat Propolis fungizide Wirkungen?

Grüße

Thomas



@ Thomas!



Ja, Propolis wirkt fungizid! Wirkt sogar bei so nem Keim wie mir, wenn ich kränkel.:o}
es ist ein natürliches Antibiotika, welches als Stockschutz der Bienen gegen Keime und Pilze produziert wird.
Ich fand oder finde noch, dass es mit Propolis ne gute Idee ist, da die Bienen ja auch sensibel sind und dies ein Bieneneigener Stoff ist. Man kann es auch Ölen beimischen.
Natürlich hast du Recht mit der Wahl des Holzes!

Gruß Ronny



Dann...



...werde ich den Bienen 'mal ein Schlückchen wegtrinken.

Summ, summ...

Grüße

Thomas



Anstrich mit Propolis



Hallo und Danke für die Antworten. Der Gedanke Propolis zu nutzen hat einen sehr großen Charme!Brauche ich tatsächlich nichts als Alkohol hinzufügen? Oder muss das Holz zusätzlich z.B. vor Feuchtigkeit geschützt werden? Propolis ist wahrscheinlich wasserundurchlässig. Sehr charmant!

Noch eine kurze Verteidigung der Weymouthskiefer: Früher hatte sie schon eine ziemlich große Bedeutung, z.B. im Schiffs-und Hausbau allerdings ist ihre Wetterbeständigkeit auch ganz schön umstritten. Wir Imker nutzen sie halt gerne wegen ihrer Leichtigkeit, der Formbeständigkeit und dem guten Dämmwert. Und halten tut sie auch allemal länger als Fichte (ich denk mal das liegt am Harzgehalt)



Rezeptur Propolisanstrich



Verbinden sich Öle problemlos mit Alkohol und Propolis? Welche Öle nehme ich? Leinöl?
nochmal ein Dankeschön!
Christopher



Wenn´s in Öl gelöst wird,.....



dann kann man das direkt ohne Alkohol machen, in Leinöl.
Sonst mit Spiritus als Eigenkonzentrat.



Bienenkästen streichen



Hallo Christian,

Weymouthskiefer ist tatsächlich die beste Wahl für Bienenkästen, ich bin Bioland-Imker und habe mir 1983 50 Kästen gebaut. Die habe ich derzeit 2 mal grundiert und 3 mal mit Biofa Holzlasur gestrichen. Seither stehen die im Freien und sind nur im Winter mit Platten abgedeckt. Die Kästen sehen heute noch aus wie neu. Die Mühe hat sich gelohnt. Ab und zu wasche ich "dreckige" Kästen ab bevor ich die Völker im Früjahr erweitere.
Wenn du nur "ölst" setzen sich halt die Rußtaupilze ab, man sieht "Fingerabdrücke" ect und ggfs. entsteht Bläue, das wirkt bald "unansehlich", hat aber nur optische Nachteile.
(Propolis habe ich früher als "Innenanstrich" mit den Resten aus der Herstellung von Tinkturen gemacht. Die Bienen machen das aber sehr schnell selbst und "umsonst").

Das wichtigste ist wie du mit den Bienen "umgehst"!

emsige Grüße, Peter



@ Christopher



Das Problem bei der Kiefer (und besonders bei der W.) ist der Splint. Da ist nicht nur kaum Harz drin, er bläut auch nachweislich schneller als Fichte.

Wenn den die Kisten aus Kernholz bestehen, ist das sicher besser. Vorausgesetzt, der konstruktive Holzschutz stimmt, schützen die Summselchen ihr Heim sicher auch etwas selbst - durch die entstehende Wärme fördern sie schnelles Abtrocknen nach Regen.

Viel Spaß mit den heißen Bienen wünscht

Thomas



Bienenkästen streichen



wir haben hier schon manchen Imker mit den Lasuren von Natural gedient - allerdings bewußt ohne Bläueschutz.

Was die Dämmung angeht haben die Imker auch sehr gerne die Unterdachplatten aus Holzweichfaser mitgenommen.

Grüße aus Frangn

Frank



Hält ohne Farbe genauso lange



Hallo Christopher,
wir haben in unserer Imkerei nur naturbelassene Kästen.
Und davon ein paar Hundert.
Die Kästen halten mit Farbe 25 Jahre und ohne Farbe auch 25 Jahre.
Nur Kopf und Fuß müssen Trocken bleiben.
Wir tauschen die Kästen aber nach 15 Betriebsjahren aus hygienischen Gründen
aus, denn irgendwann sollte man mal die Unterwäsche wechseln.
Grüße Kelly



Hallo Christofer



Hallo zusammen seit 18 Jahren sind wir auch Bio-Imker. Wir haben unsere Bienenkästen mit Imrprägnier mittel für holz gegen bläue und Pilzbefall aufgetragen anschließend mit Holzschutzlasur versiegelt. Alles was wir genommen haben basieren auf wasser kein chemie.
Liebe grüße

Deniz



Der Eintrag hier ist zwar schon etwas älter, aber vielleicht liest ja doch noch mal jemand nach.



Wie in allen Bereichen gibt es hier auch verschiedene Fraktionen.

Die Behandlung von Beuten insbesondere mit Bläueschutz halte ich für absolut überflüssig und zudem für nicht ganz ungefährlich. Denkt daran, daß erstens die Bienen sehr sensibel sind und nicht minder wichtig: Das mit Honig ein Lebensmittel produziert wird! Rückstände im Honig sind absolut inakzeptabel! Auch sonstige Holzschutzmittel, die das Bienenvolk nicht selbst herstellt sind meiner Meinung nach unangebracht.

Maximal käme von außen eine Behandlung mit rohem Leinöl in Betracht, aber warum soweit abschweifen? Wenn man unbedingt behandeln möchte, wird eine Bienenwachslasur genau so ihren Zweck erfüllen und ja zudem auch noch "frei Stock" geliefert.

Der langjährige Betrieb von unbehandelten Holzbeuten in zahlreichen Imkereien unseres Vereines spricht für sich. Witterungsbedingt ergrauen die Kisten natürlich mit der Zeit (Patina), aber bei den alten Hasen sind sie oft unbehandelt seit mehreren Jahrzehnten im Einsatz, ohne dabei sonderlich gelitten zu haben. Will sagen, sie sind nach wie vor einsatzbereit und das Holz kommt gut ohne Pinsel zurecht. Vorausgesetzt natürlich der konstruktive Holzschutz ist gegeben, also vor allem großer Hut und trockene Füße (im Prinzip wie bei Lehm ;-) ) Ferner sollten vor allem neue Kisten unbehandelt bleiben oder, wenn eine Behandlung vom Imker erwünscht ist, von außen und innen vorgenommen werden. Behandelt man nur von außen, wird es an der Kiste Spannungen geben, weil sich der Innenraum auffeuchtet, während die Außenseite trocken bleibt. Eine Folge ist das häufige Reißen der Magazine. Ein weiterer Grund sich die Behandlung zu sparen: Die Bienen erledigen auch das, zumindest im Innenraum, mit der Zeit selber. Sie kleiden diesen nämlich mit einem feinen Propolisfilm aus. Dies allerdings nicht aus Gründen des Holzschutzes, sondern um sich selbst zu schützen. Der Holzschutz ist dabei quasi Begleiterscheinung des Propolisfilmes.

Das Dämmen von Bienenkisten sowie einen vermeintlichen Dämmwert irgendwelcher Hölzer, halte ich in diesem Bereich für uninteressant. Bruder Adam sowie Raymond Zimmer und Andere haben in Versuchen nachgewiesen, daß ein gutes Bienenvolk ohne "Dämmung" klar kommt, ja sogar klar kommen muß. Es wurde nachgewiesen, daß die Leistungsfähigkeit von im Winter "dick eingepackten" Völkern im Vergleich zu, ich sage jetzt mal "ungedämmten" Völkern sehr zu wünschen übrig ließ. Für die Tiere war es zwar den Winter über kuschelig warm, aber das verursachte zum Einen Futterprobleme und zum Anderen war der üblicherweise im Frühjahr eintretende, starke, Entwicklungsschub dahin. Die Folge ist ein für den Imker eher ärgerlicher Rückgang der Honigernte und vor Allem ist hier immer die Gefahr groß, daß man "Schwächlinge" durchbringt, die aus eigener Kraft nicht mehr durch den Winter gekommen wären. Dies wiederum erhöht das Krankheitsrisiko am Stand usw. usw. - Empfehlung: Seht zu, daß starke und vor Allem gut gegen die Varroamilbe behandelte Völker in den Winter gebracht werden.

Wahrscheinlich gibt es hier aber genau so viele Meinungen und Philosophien wie Imker.

Mit summenden Grüßen
Achim Hecke




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