Projekt letzte Geschossdecke: Loesungsvorstellung, bitte um Meinungen

03.07.2015 knaumann



Hallo zusammen,

ich moechte hier kurz vorstellen was die aktuelle Situation ist und wie ich mir die Loesung vorstelle. Ich wuerde mich freuen wenn jemand dazu Kommentare haette ob es einfacher/besser geht oder ob grundlegende Fehler im Plan sind.

Ist-Zustand:
Es handelt sich um ein ca. 110 Jahre altes Bauernhaus in Niederbayern, dementsprechend kein Fachwerkaus.
Die letzte Geschossdecke soll saniert werden (Dach ist bereits komplett saniert, aber bis auf Pavatex Platten nicht gedaemmt). Es handelt sich um die Decke des 2. stockwerks, darueber Dachboden mit ca. 60cm Kniestock. Flaeche ca. 165m^2. Der Hintergrund ist einerseits ein Befall mit Kupferkaefern und andererseits soll der Dachboden als sauberer Abstellraum genutzt werden, die alte Dielung ist aber eher schlecht.
Abgesehen davon haengt ein Balken oder zwei durch, die sind irgendwie vom Wechsel abgerissen (wobei mir die ganze Konstruktion nicht einleuchtet, wenn ich verstehe wie man mehr als ein Bild hier hochladen kann, zeige ich es).
Zusaetzlich soll der Waermeschutz verbessert werden.
Im Bild ist recht gut der aktuelle Zwischenstand zu sehen. Die Dielung ist schon raus, der Dreck aeh... Kies oberhalb vom Fehlboden auch. Unter dem Fehlboden mancher Orts jede Menge Kaff. Das soll alles raus bis alle Felder leer sind.

Loesung:
Ich habe mir ueberlegt einen neuen Fehlboden zu konstruieren indem so tief wie moeglich Leisten seitlich an die Balken geschraubt werden. Darauf dann wieder (einfache) Bretter fuer den Fehlboden. Nun darauf die Vorlast (Beschwerung), z.B. Gehwegplatten oder dgl (was billiges was schwer ist halt ;) - der alte Kies hatte ca. 100kg/m^2, komm ich da mit weniger auch hin?).
Darauf Rieselschutz und Perlite. Fuer Perlite sprechen fuer mich: keine Moeglichkeit von Insektenbefall, kein Schimmel. Die Decken darunter sind nicht Dampfdicht, eine Dampfbremse ist somit nicht moeglich. Deshalb wollte ich die Daemmung gegen Kondensation unempfindlicher gestalten, Perlite erscheint mir da das Mittel der Wahl.
Dann oben ein wenig ausgleichen (anlaschen ist mir fuer den Raum zu viel Aufwand, er wird nicht als Wohnraum dienen sondern als Lager und vielleicht zum Uebernachten von Gaesten).
Als Abschluss habe ich mir Nut/Feder Bretter vorgestellt (keine Platten um auch hier keine Dampfdichtigkeit zu erreichen).

Fuer Anregungen bin ich sehr dankbar!

Klaus



Bild vom Wechsel



Hier sieht man den Wechsel - dieser liegt rechts auf einer Mauer auf und geht weiter zum uebernaechsten Balken, ist also stabil. Warum wurde hier der Balken von oben ausgenommen? Die ganze Konstruktion muesste doch genau anders herum gemacht werden?!
Mein Plan war den Balken von unten anzuheben, dann mit 8er Holzbauschrauben stumpf anzuschrauben und zusaetzlich seitlich nocht Blechwinkel anzuschrauben.



Oberste Geschoßdecke und Wechsel



Der Wechsel wurde offenbar erst später eingesetzt und konnte daher nicht wie üblich den Zapfen mittig im Wechselbalken bekommen um dann mittig in der neutralen Zone des Deckenbalkens in ein Zapfenloch einzugreifen.
Statisch günstig wäre ein Bolzen in der Nähe der Ausklinkung, um das Auseinanderklaffen des Wechsels zu verhindern.
Der sichtbare Längsriß ist aber ein Trockenriß.

Betonplatten sind nur sinnvoll für eine gute Schalldämmung wenn der Dachboden dauerhaft zum Wohnraum ausgebaut werden soll.
Bei der Annahme mit ähnlichen Temperaturverhältnissen wären Dampfbremsen unnötig- ebenso die Verwendung von teurer Perlite.
Besser kapillaraktive Dämmstoffe verwenden und einen insgesamt diffusionsoffenen Aufbau.

Ich würde eher den Deckenhohlraum mit viel günstigerer Zellulose möglichst dicht füllen und direkt darauf die Dielen schrauben-
ggf eine dünne Holzfaserplatte auf die Zellulose legen oder eine einfache sehr diffusionsoffene Winddichtung/ Unterspannbahn o.ä. , damit die Zellulose nicht beim Verschrauben der Bretter stört.

Wieweit du die Decke nivellieren solltest und ob es schneller geht oben auf den Balken teilweise aufzufüttern hängt von den Unebenheiten ab und ob doch irgendwann ein Dachausbau erfolgen könnte.

Andreas Teich



Babuschka-Prinzip



Nachdem das Dach schon Pavatex-Platten hat, würde ich mir ernsthaft überlegen, zwischen den Sparren zu dämmen (z.B. mit Holzflex). Dampfbremse nicht vergessen, auch wenn der Raum unbeheizt ist.

Dann kann dieser Raum als Pufferzone dienen.

Die Beschwerung im Fehlboden kann man sich sparen wenn der Dachboden nur gelegentlich betreten wird.