Projekt 2016/17 Ziegelsteinhaus Bj 1907 neu ausfugen - einige Fragen

26.07.2016



Hallo zusammen,

nach dem Sommerurlaub möchten wir beginnen unsere 1907 gebautes Ziegelstein Haus neu zu verfugen.

Ausgangsbasis:
Das Haus BJ 1907 steht in der hessischen Rhön. Die Fugen sind zum Teil sehr ausgewaschen bzw. durch Insekten beschädigt. 3/4 des Hauses ist mit rötlichem Mörtel ausgefugt. 1/4 wurde von unseren Vorbesitzer bereits mit grauem Mörtel (Zement) zum Teil ausgebessert. Die Gesamtfläche beträgt ca. 200m².

Ziel:
Das Haus soll wieder in den Ursprungszustand versetzt werden und mit dem ursprünglichen rötlichen Farbton ausgefugt werden. Möglichst aber nicht mit einem so bröseligen Mörtel.

Vorgehensweise:
1. Fugen 4cm auskratzen
2. Falls es möglich ist möchte ich auch die Zementfugen wieder entfernen.
3. Mit scharfem Wasserstrahl die Fugen säubern auswaschen (ich denke ein Hochdruckreiniger ist zu stark. Der vorhandene Fugenmörtel ist sehr weich und lässt sich sehr leicht entfernen.)´
4. Fugen und Mauerwerk vor nässen.
5. Mit Kalkmörtel neu ausfugen.
6. Langsam trocknen lassen, ggf. mit Tüchern abhängen.

Nun zu meinen Fragen:
1. Welchen Kalkmörtel verwende ich hierfür am besten? Mischungsverhältnis (4 Teile Sand, 1 Teil Kalk. Dem Kalk 10% reines Trassmehl zumischen), selbst mischen, oder Fertigprodukt?
2. Bezugsquellen der Zutaten in der Region?
3. Abschätzung der Menge (bei ca. 200m² Fläche)?
4. Wie bekomme ich den rötlichen Farbton hin?
5. Zudem habe ich gelesen, dass man die Fugen nicht glattbügeln soll, stattdessen die Fuge steinbündig mit einem Holzspan abziehen. vier Wochen ruhen lassen. Sodann die Fassade wieder gründlich einnässen. Nun kann mit verdünnter Salzsäure, bei Temperaturen über 10°Celsius auch mit Ameisensäure oder mit FEFIX der Kalkschleier entfernt werden. Entkalkte Flächen wiederum kräftig nachspülen.

Wäre Euch sehr dankbar über Tipps und Eure Hilfe!!!

Gruß, Christian



dieses Bild zeigt einen bereits mit Zement nachgebesserten Bereich



dieses Bild zeigt einen bereits mit Zement nachgebesserten Bereich



Verfugung



4 Zentimeter sind viel zu tief, das übliche Maß ist etwa das 1,5- fache der Fugenbreite.
Die bereits verfugten Stellen belassen und den Rest mit ähnlich farbig-grauen Kalkzementmörtel verfugen, so entsteht ein einheitliches Bild.
Der Bestand sieht mir eher nach einem Kalkzementmörtel aus. Falls es doch reiner Zementmörtel ist dürfte der Ausbau sehr mühsam und zerstörend werden, deshalb belassen.
Die rötliche Mörtelfarbe entstand durch Zusatz von latent-hydraulischem Ziegelmehl. Man versuchte dadurch eine zementäre Bindung im Mörtel zu erreichen.
Das mit dem Holzspan lassen, verwenden Sie das klassische Fugeisen wie bereits am erneuerten Teil.
Absäuern möglichst vermeiden. Die Steinoberflächen der verfugten Bereiche werden nach dem Anziehen des Mörtels mit einem Stück zerknüllter Mörteltüte o.ä. abgeputzt. Auf den Oberflächen trocknet der Mörtel schneller als er abbinden kann, deshalb lässt er sich leicht entfernen.
Keine selbstgemischten Mörtel verwenden, nehmen Sie werkgemischten Trockenmörtel und verwenden Sie ihn nach Verarbeitungsvorschrift.



Wenn



du selber mischen willst, schau mal nach rotem Sand in deiner Gegend. Bei mir ist auch roter Sand aus einer Sandgrube im Nachbarort + Kalk verwendet worden. Hab mir zu Testzwecken schonmal eine Wanne voll geholt. Und die Mischung war (zumindest farblich) ein Volltreffer. Ob auch Ziegelmehl drin ist, kann ich nicht beurteilen. Mein Haus steht in Nordhessen, Buntsandstein-Region.