Problematische Hausecken

14.06.2017 Katta



Hallo,

wir besitzen ein Bauernhaus aus dem Jahr 1830. Alte massive 36er Ziegelwände, nicht gedämmt, Kalkputz, Ofenheizung.

In den warmen Monaten ist alles i.O.. Aber im Winter haben wir 2 Ecken, in denen sich im Winter trotz regelmäßigen Lüftens innen Schimmel bildet wenn man die Ecken nicht erwärmt. Das sind die beiden Hausecken auf der Nordseite des Hauses. Also die kältesten Stellen im Haus mit den entsprechenden Kondensat-Problemen. Alle anderen Wände und Ecken sind problemfrei.

Bisher haben wir im Winter kleine Radiatoren in diese Ecken gestellt. Das würden wir uns aus Platz- und optischen Gründen zukünftig gerne sparen.

Weiss jemand was wir hier tun können? Wir hatten schon darüber nachgedacht diese Ecken auf ca. jeweils einen Meter Breite mit UdiClimate zu dämmen. Wäre das sinnvoll?

Vielen Dank
Katta



Problematische Hausecken



Ich vergaß zu erwähnen, dass diese Ecken auch nicht direkt von der Ofenstrahlung erreicht werden. Wahrscheinlich auch einer der Gründe für die Problem. Das lässt sich aber leider nicht ändern.



vieleicht....



...kann man da mit zb infrarot-heizung nachhelfen?
diese heizungen heizen ja nicht die luft sondern nur gegenstände wie wände auf die sie gerichtet sind.





Der Taupunkt steigt mit dem Wasserdampfgehalt der Raumluft. Eine Optimierung der Lüftung sollte hier in den Fokus rücken.

Im Internet gibt es entsprechende "Taupunktrechner" da kann man diesen Zusammenhang eindrucksvoll nachvollziehen.

Um die Temperatur in den Ecken auf einem sicher unkritischen Niveau zu halten, bieten sich (Rand-) Heizleisten an, diese können auch mit geringen Anschlusswerten elektrisch betrieben werden und sind bei angepasster elektronischer Steuerung auch sehr Energiesparend zu betreiben.

Die räumlichen und optischen Beeinträchtigungen sind vertretbar.

Denkbar wäre auch eine fasst unsichtbare Ausführung mit Heizkabeln im Putz.



Wärmebrücken und Schimmel beseitigen



Einfacher ist es, die Oberflächentemperatur durch verbesserte Dämmung zu heben, zB mit vollflächig angesetzten Holzfaserplatten, Mineralschaumplatten oä.
Anschließend mit Kalkputz versehen und mit Kalk- oder Silikatfarbe streichen.

Welcher Verputz und welche Wandfarben befinden sich bisher auf den Wänden?
Evt hilft auch schon das Beseitigen von Gipsputz und Dispersionsfarben in den Eckbereichen- Ersatz wie oben beschrieben.

Luftfeuchtigkeit reduzieren, häufiger Lüften, evt Schlagregenbelastung reduzieren/beseitigen, bessere Ventilation (kleiner Lüfter genügt schon)

Natürlich funktioniert auch lokale Erwärmung- allerdings ist das mit dauerhaft erhöhten Heizkosten und evt unschönen Installationen verbunden.
Generell die Dämmung zu verbessern ist sicher sinnvoll

Andreas Teich



Problematische Hausecken



Vielen Dank bisher. Wie bereits geschrieben lüften wir auch im Winter "ordnungsgemäß".

Wir haben Kalkputz+Kalkfarbe auf den Wänden.

Wenn wir den Dämm-Weg gehen würden, wie müsste die partielle Dämmung in den Ecken aussehen?





Wichtig ist halt auch zu wissen wie die "Ecken" von aussen aussehen.



kalte Innenecken



denkbar wäre auch die Dämmung der Ecken mit sogenannten Dämmkeilen für die Innendämmung, die dafür entwickelt wurden, einbindende Innenwände bei einer Innendämmung der Außenwände zu dämmen. Die sind 2-3cm stark und laufen auf einer Breite von ca. 60cm auf null aus. Gibt es bei Steico glaub ich aus Holzfaser zum überputzen. Die leichte Vergrößerung des rechten Winkels der Ecke in Richtung stumpfer Winkel ist kaum zu sehen.



Eckendämmung



Entweder einfach ca 50 cm breite Holzfaserplatten-Streifen,4-6 cm dick nehmen und auf die Wand kleben
-oder die erwähnten Dämmkeile verwenden
- oder Putz in diesem Bereich abschlagen und zB dünne PUR/PIR Dämmplatten in Putzstärke nehmen und dünn mit Kalkspachtel versehen

Andreas Teich





Wenn Zweischaliges Mauerwerk dann Kerndämmung,wenn nicht Calsiumsilikatplatten.





Ich würde zuerst aussen die Möglichkeit einer Schlagregenbelastung prüfen.

Bei der Innendämmung würde ich sparsamer vorgehen. Die wechselhafte Klimatisierung (Ofenheizung) lässt es möglich erscheinen das dennoch in die Innendämmung der Taupunkt wandert.

Ich würde Materialien wählen die damit die wenigsten Probleme haben.

Da kann man einen Naturkalk-Dämmputz innen auftragen oder man bringt Platten aus Holzwolle (HWL) an und verputzt diese mit Kalk.

Alles ggf. in Verbindung mit einer sparsamen "Taupunktheizung".

Oder man schaut mal bei den Nachbarn von der "Hanffaser Uckermark" die haben auch Dämmputze vorrätig.



Kalziumsilikatplatten



Danke für all die Tipps.

Jan, eine partielle moderate Innendämmung mit Kalziumsilikatplatten klingt interessant. Die könnten wir dann wie die restlichen Räume einfach mit Kalkglätte verputzen.

Wie stark sollten die Platten erfahrungsgemäß sein? Und bevorzugst Du da einen bestimmten Hersteller?





Ja, kann man alles so machen. So ganz charmant ist das System nicht.

Die Platten sind sehr saugstark, zum System gehört eine "Kalkglätte" die dann nach Herstellerangaben auf die mit Tiefengrund gesättigte Platten gespachtelt wird.

In der Putzlage wird ein Glasfaservlies eingebettet.

Ich habe selbige Platten aber auch schon mal mit einem Kalkhaftputz aus den prominenten Packpapiertüten verputzt und nur mit einer Seifenlösung grundiert. Das hat auch prima geklappt.

Vom Preis her muss man mit 65 Euro pro Quadratmeter Systemaufbau bei 30mm Plattenstärke schon rechnen.

Für die Industrie ist es ein riesiges Geschäft, aus Branntkalk und Quarzmehl in Wasserdampf, solch zarte Platten zu "backen".



Mineralschaumplatten



Kalziumsiikatplatten sind nur bei Notwendigkeit zu höherem Feuchteausgleich sinnvoll.
In diesem Fall sind Mineralschaumplatten sinnvoller, da ebenfalls kapillaraktiv, sorptionsfähig, alkalisch, mineralisch, besserer Dämmwert, günstiger und einfacher zu beschaffen.

Holzfaserdämmplatten wären jedoch ebenso verwendbar

Andreas Teich



Aktuelles Projekt gerade...



....am umsetzen und ausbauen, wo gerade diese Problematik ähnlich vorgefunden wurde.
Bei Interesse kann man sich die gesamtheitliche Lösung vor Ort anschauen.
WH, Lehmputz, unterstützende Heraklithdämmung.

Gern eine Mail an mich, dann besprechen wir ihr Thema einmal.