Wochenend-/Ferienhaus in Lehmbauweise erhaltbar?




Guten Tag allseits,
auf der Suche nach einen Ferien- bzw. Wochenendhaus bin ich auf ein altes Bauernhaus in Lehmbauweise (angeblich 130 Jahre alt, Standort burgenländischer Seewinkel/Österreich) gestossen , das mir zumindest von Verkaufsinserat/Bildern und dem Erstkontakt her interessant erscheint, so dass ich es demnächst besichtigen möchte. Bin leider bautechnischer Laie, daher die prinzipielle Frage, ob so ein altes Lehmhaus bei sporadischer Nutzung (Wochenenden Frühjahr/Sommer, mal eine Woche Urlaub, Kontrollbesuche im Herbst/Winter, evt. falls möglich sporadische Betreuung (Lüften) durch Nachbarn...) erhaltbar ist oder ob die Substanz zu sehr leidet und das Ganze zu einer Riesenspardose wird (natürlich erwarte ich mir hier unbesehen keine konkrete Kaufberatung!).

Das Haus scheint von den Bildern her unverbastelt und in recht gutem Zustand, beheizt wird mittels offenem Kamin und einem alten Kachelofen.

Das Ganze kann man sich hier ansehen:
http://www.wohnnet.at/haus-7162-tadten-neusiedl-am-see-35-zimmer-kauf/i103512757.htm#tab_555398_2

Fassade gassenseitig ist zu erneuern (habe ein aktuelles Bild bekommen, da bröckelt stellenweise der Putz)

Wäre nett, wenn mir hier jemand einen Rat geben könnte, auch, worauf bei einer Besichtigung zu achten ist.

Danke und beste Grüße,
Michael



Prinzipiell



spricht da nichts dagegen. Meine Eltern haben ein Lehmziegelhaus im Weinviertel, das von 1976-86 als Wochenendhaus genutzt wurde, dann bis 2004 durchgehend bewohnt, 5 Jahre komplett leer stand und seither wieder wochenendweise unregelmäßig genützt wird. Das renovieren wir gerade vollständig und es waren keine grundlegenden Schäden zu erkennen.

Gefährlich ist allerdings Feuchtigkeit im Mauerwerk - wir haben den Eindruck, dass bei uns im Sockelbereich aufsteigende Feuchte im Winter Ziegel auffrieren hat lassen. Abhilfe haben wir geschaffen indem wir eine Horizontalsperre einbringen haben lassen (es handelte sich eindeutig nicht nur um Kondenswasser, die Wände waren bis auf über 1m Höhe vollständig durchfeuchtet, trotz funktionierender Dachentwässerung, keine anstehende Erdfeuchte) und zwar mechanisch (Sägeverfahren) und das Haus in Zukunft frostfrei halten werden (Gasheizung, Dämmung der obersten Geschossdecke, Sanierung der Fenster inkl. Einbringung von Dichtungen).



Danke...



...für die Antwort!
Werde mir das Haus mal live ansehen.
Ich habe auch 10km entfernt eine Baufirma gefunden, die im Seewinkel alte Bauernhäuser renoviert - bevor´s ggf. ernst wird mit dem Verhandeln werde ich mit den Leuten gemeinsam eine ausgiebigen Check mit KV für die anstehenden Arbeiten machen...



Hmm



eine Firma die nachher die Arbeiten ausführen soll ist für eine erste Begutachtung nicht unbedingt ideal... da wäre ein unabhängiger Ziviltechniker oder Achitekt meiner Meinung nach besser. Der hat wenigstens etwas weniger Interesse daran, Arbeiten zu empfehlen die nicht notwendig wären (etwas deshalb, weil Architekten soweit ich weiß prozentuell vom Bauvolumen bezahlt werden, umso teurer der Bau wird umso höher das Architektenhonorar).





@Kellergassenkatze

Warum denn immer so negativ eingestellt.

Was ist schlecht daran eine in der Altbausanierung erfahrene und in der Region ansässige Firma mit zu einem solchen Termin zu nehmen.

Was kann es für einen Handwerksbetrieb besseres geben als einen guten Ruf vor Ort?

Der kommt mit Sicherheit nicht davon , das der Handwerker seine Kunden bescheißt oder Ihnen unnütze Maßnahmen empfiehlt.

Grüße
Oliver Struve





hallo kellergassenkatze,
ich habe gar nicht vor, ein komplett renovierungsbedürftiges haus zu kaufen, es sollte da höchstens um überschaubare reparaturen gehen.
erstbesichtigung mache ich allein, wenn da schon mit freiem auge grobe mängel sichtbar sind (oder uns das haus prinzipiell nicht zusagt) hat sich das sowieso erledigt.



Etwas



vorsichtig - so negativ würde ich das gar nicht nennen - bin ich vor allem seit der Lektüre dieses Forums hier, wo oftmals empfohlen wurde, unabhängige Gutachter zu nehmen.

Abgesehen davon besteht meiner persönlichen Erfahrung nach bei jedem Fachmann die Gefahr einer gewissen "Betriebsblindheit", also die Konzentration auf Themenfelder und mögliche Probleme des eigenen Berufsgebiets die dazu führt, dass mögliche Wirkungen anderer Elemente gar nicht berücksichtigt werden (ich nehme mal als Beispiel die viel gescholtene Horizontalsperre, wenn man eine Firma für Mauerwerksabdichtung holt kann es durchaus sein, dass der meint "OK, wir bauen eine Horizontalsperre ein!" und nicht über Kondensatausfall nachdenkt). Muss natürlich nicht passieren, sehe ich aber als Möglichkeit auf die ich hinweisen möchte.





Ja, ja,

Was nutzt aber die Unabhängigkeit wenn das Fachwissen fehlt.
Hatten wir grad erst in einem anderem Tread.

"Fünf Irrtümer übers Dämmen"

Unabhängig mag der Herr ja sein, wie er hier auf aufsteigende Feuchte kommt, ich hab keine Ahnung.



Ich



habe ein rein fiktives Beispiel genommen, das nichts mit dem konkreten Haus zu tun hat (zumindest nicht mit den bis jetzt bekannten Informationen).

Ich selber bin sowieso nur ein Heimwerker, der von schlechten Erfahrungen mit div. Fachleuten restlos frustriert ist (mit wenigen positiven Ausnahmen) und deshalb versucht, so viel wie möglich selber zu lernen und auszuführen. Das nimmt zuallermindest eine Kommunikationsebene mit Unmengen Missverständnispotenzial aus der Kette, dazu kommt das Interesse daran, es so gut wie möglich zu machen weil es das eigene Haus ist.

Nur als Beispiel aus meinem eigenen Fachgebiet: ich bin von der Ausbildung Elektrotechniker, und kenne deutlich mehr Kollegen in Wien die ich NIEMALS beauftragen würde auch nur eine Glühlampe zu wechseln als Kollegen denen ich vertraue.