Preußische Kappendecke! Bitte um Ratschläge

26.05.2019 Edgar22



Hallo Zusammen,
wir haben uns eine kernsanierungsbedürftige Altbauwohnung zugelegt. Der derzeitige Keller wird zum Wohnraum umgebaut. Zukünftig wird eine Treppe das Erdgeschoss und den Keller verbinden. Erdgeschoss und Keller sind durch eine preußische Kappendecke getrennt. Diese wird teilweise geöffnet, um die oben beschriebene Treppe einziehen zu können. Die querlaufenden Träger werden mit einem neuen Träger aufgefangen. Von unten soll die Kappe lediglich glatt verputzt und die Träger geschliffen und neu lackiert werden. Im oberen Geschoss (Erdgeschoss) ist ein altersentsprechender Dielenboden auf Konstruktivholz errichtet. Den würde ich gerne erhalten und folgendes modernisieren:

Die Dielen werden allesamt abgenagelt, gehobelt (Ochsenblut), geölt und anschließend mit neuen Balken oder ggf. direkt verschraubt.

Die Kappe würde ich gerne mit einer gebunden Schüttung ausgleichen und im Anschluss mit Trockenestrichplatten belegen.

Da die Kappendecke hauptsächlich diffusionsoffen erzeugt worden ist, folgende Fragen:

1) Ist es zwingend notwendig, eine Dampfsperre o.ä. einzuziehen, wenn der Keller zum Wohnraum umgebaut und folglich ständig beheizt ist?

2) Ist eine Dampfsperre zwingend notwendig, wenn einer der Kellerräume zukünftig Küche ist, somit Dämpfe zur Decke steigen usw.?

3) Ist eine spezielle Schüttung oder eine spezielle Trockenestrichplatte mit zusätzlicher Beschichtung notwendig?

Liebe Grüße und Danke für alle Antworten!



Edgar



Gestern noch ausgiebig belesen, habe ich folgenden Aufbau für unsere Bedingungen als ich ebenso günstig erachtet:

-KVH als Querlattung auf den Trägern aufliegend
-Bitumenband unter das KVH gelegt
-Schüttung (welche im speziellen weiß ich noch nicht, vllt. habt Ihr Ratschläge) in die Zwischenräume und mit Oberkante der KVH abschließend
-Normale Trockenestrichplatte ohne Beschichtung
-Alte Dielenböden neu verschraubt

Ist die Maße des KVH von meiner maximalen Aufbauhöhe und dem Bedarfsfall anzupassen?

In welchen Abständen soll das KVH gelegt werden? 60-80cm?

Schließt das KVH bündig mit den Wänden ab?

Wird das Bitumenband großflächige ausgelegt oder spart man gewisse Bereiche aus?

Wie findet die Befestigung des KVH statt?

Danke!



Kappendecke



Hallo Edgar,
Haben Sie das "Treppenloch" in der Kappendecke mit einem Statiker abgesprochen?
Sie müssen die beiden Nachbarfelder des "Lochs" als Scheibe ausbilden.
Bei einer Kappendecke drückt sich ja jedes Feld gegen das andere ab.
Wenn Sie einfach nur ein Feld herausnehmen macht es irgendwann "Bumm"
viele Grüße R. Göbel



Zwei Tipps



Hallo Edgar,

ein spannendes Projekt. Zwei Dinge helfen dir bei der Sanierung bestimmt weiter:

1. Schau mal in folgenden Bodenplaner: https://www.bodenplaner.com/
Der leitet dich zum optimalen Bodenaufbau und kann die Planung etwas erleichtern.

2. Ansonsten lohnt sich immer auch noch hier ein Blick rein: https://forumholzbau.com/pfd_down_docs/fermacell_Bodensystem_PuV.pdf

Viel Erfolg bei deinem Projekt!



Bodenaufbau auf Kappendecken



Dampfsperren oÄ sind zwischen bewohnten Etagen unnötig- auch Bitumenbänder.
Gummigranulatstreifen als Höhenausgleich und um Schallübertragung an den Berührungspunkten verwenden.

Treppenloch natürlich nicht zu groß herstellen, ggf Querträger bei den ausgeschnittenen Bereichen einziehen.

KVH quer zu den Trägern Verlegen ist günstig, da Kappen allenfalls etwa im Drittelbereich (in Trägerrichtung) belastet werden sollen- also nicht der höchste Punkt des Gewölbes

Trockenestrich benötigt immer eine Tragschicht- kann also nicht nur auf KVH verlegt werden.
Warum nicht Massivholzdielen auf die Balken schrauben, was einfacher und viel leichter ist?