Preussische Kappe raus - Beton rein - so einfach möglich?




Der Statiker war da und hat unsere Kappen begutachtet. Prinzipiell sagte er die halten noch 20 oder 30 Jahre jedoch rosten sie schon an den Auflagern. Man sollte sie an den Seiten also kurz vor den Auflagern stützen. Insgesamt habe ich 2 Räume (Naturkeller !!!) die jeweils 2 Kappen haben ... in der Mitte ist ein T Träger der mittig noch durch einen Sandsteinsäule gestützt wird. Beide Keller sind Naturkeller.

Nun sagte der Statiker dass man die auch erneuern lassen könnte wenn man eh kernsaniert. Nun die Frage .. ist bei einen Naturkeller und der darüber liegenden Räumen etwas zu erwarten wenn man die Kappen aus Ziegeln durch Ortsbetondecke ersetzt? Also ich meine jetzt diffusionsoffen etc. Haus steht auf Sandstein-Streifendundament. ich habe nur Angst das es nicht gut für das Klima und die diffusionsoffenheit hat wenn ich denke aus Beton machen lasse.

Von den 4 kappen wurde bereits eine irgendeinmal durch beton ersetzt. Ich denke die ist mal eingestürzt von unten. heisst ich habe noch 3 kappen.

Oder kann man kappen auch komplett neu machen? also neue Träger rein und dann die Kappen wieder mauern .. viel zu teuer oder? Statisch Problem?

danke schon einmal



Warum nicht einfach eine Stütze darunter?


Warum nicht einfach eine Stütze darunter?

Fragen Sie doch Ihren Statiker welche Lasten abzutragen sind und wie diese Stütze dimensioniert sein muss.



danke



für die Antwort. Nun ja die sind angerostet halten aber noch 20 oder mehr jahre laut Statiker .. alerdings hängen die kappen runter. da ich oben alles neu mache wäre es ein guter zeitpunkt diese decken zu erenuern ,,,, später müsste ja alles raus (Küche wohnzimmer/esszimmer) wenn das mal gemacht wird.



Warum dann nicht einfach...



Wer weiß was in 20 Jahren los ist?
Es gibt auch keinen Grund mehr zu machen - es fault doch nichts. Der Schaden ist nur im unmittelbaren Wandbereich und hört dann auf.



kappendecke



Das mit der Kappendecke ist nicht ganz so einfach. Die funktioniert eigentlich nur als Ganzes. vom Kappenscheitel werden die Kräfte in Querrichtung abgetragen, also via Träger auf das nächste Feld oder eine stabile Wand. Wenn ein Feld fehlt, oder die Wand die Kraft nicht aufnehmen kann, werden die Träger nach außen gedrängt, der Scheitel sinkt und bricht schließlich ein.
Bei früheren Fragen zu diesem Thema kann man lesen, dass es am wirtschaftlichsten ist, die Decke komplett zu erneuern, allerdings in moderner Bauweise.
Selbstverständlich kann man auch eine Kappendecke reparieren, wenn man jemanden findet der das kann.
mal eben etwas hochdrücken und neu vermörteln geht jedenfalls nicht, insbesondere wenn die Auflager der Träger hin sind. ganz ungefährlich ist das alles auch nicht.

Eine interimslösung für 20 Jahre ist sicher nicht die schlechteste Lösung.

p.s:

wozu soll eine Kellerdecke diffusionsoffen sein? Der Keller wird und soll feucht bleiben, die Räume darüber trocken. Eigentlich eine Idealvorstellung!



Was ist im Leben schon einfach?



Insbesondere wenn man nicht genau aufpasst.
Bitte jedoch nicht - nur weil man nicht genau differenziert, etwas komplizieren.
Hier handelt es sich nicht um ein Gewölbe sondern um Preussische Kappen.
Sie schreiben.."wenn ein Feld fehlt" dann...usw.
Natürlich kann nicht einfach ein Feld entfernt werden.
Das war auch nicht die Frage.
Wenn kein Hohlraum entsteht - der Träger also nicht entfernt wird, was soll dann passieren. Noch dazu wo ich geschtrieben habe "mit den Statiker absprechen", der sollte sich auch auskennen!
Also nicht Angst machen!



Angst machen,



wollte ich natürlich nicht,

ich hatte das eber so verstanden, dass es sich um eine Kappendecke handelt, aus der früher schon einmal ein Feld eingestürzt ist, das hat vielleicht einen Grund gahabt.



Kappendecke sanieren



Wenn die Kappendecke offenbar nicht einsturzgefährdet ist und auch die Sandsteinsäule seit über 100 Jahren ihre Funktion erfüllt spricht doch nichts für eine Erneuerung.
Am Auflager angerostete Träger sind bei Kappendecken absolut üblich.
Nur wenn erhebliche Korrosionsschäden vorliegen sind Stabilisierungen notwendig,
da Träger meistens ohnehin überdimensioniert waren.

Der Auflagerbereich kann, soweit zugänglich, gesäubert und mit Zementputz verfüllt werden. Darüber hinaus sind Stützkonstruktionen möglich, wie sie hier schön dargestellt wurden.

Bei Traghölzern unter Dielenbelägen werden die Kappen ohnehin nicht oder nur gering belastet, sodass keine statische Ertüchtigung notwendig ist, wenn diese nicht geschädigt sind.

Andreas Teich