POROTON / Ausfachungen

24.10.2002



Ich plane Ausfachungen der Außenwände meines Hauses vollständig zu erneuern. Von verschiedenen Seiten wurden mir dafür u.a. auch POROTON-Ziegel empfohlen. Meines Erachtens sind Poroton-Ziegel aber Loch-Ziegel und das kollidiert mit der Forderung, zumindest in den Außenwänden keine Hohlräume zu haben (siehe dazu auch diverse Literatur). Zumindest theoretisch sehe ich da einen Konflikt !! Wer kann mir da helfen ?!?



Ausfachung



Der Lobbyismus läßt grüßen! Ich als Lehmbauer werde natürlich immer auf Lehmbaustoffe verweisen.
Aber es sind zur Zeit auch die einzigen Materialien, welche in einer derartigen Konstruktion funktionieren und dazu noch viel mehr positive Eigenschaften erfüllen. Holzschutz, Klima, Energetik, Gesundheit und vor allem in der Konstruktion die Beweglichkeit erhält. Eine
Holzkonstruktion ist immer in Bewegung!
Mit einer Ausfachung, welche hydraulisch abbindet und mineralisch starr ist, führt unweigerlich immer zu Problemen in dieser. Auch an die Lasteinwirkung der mineral. Baustoffe sollte gedacht werden. Ist meine Konstruktion dazu überhaupt ausgerichtet! Mit Lehmbaustoffen gibt es da fast keine Probleme, wenn man an Hand Ihrer Konstruktion die geeignete Auswahl und auch Variante trifft und fachlich fundiert einbaut oder einbauen läßt. Beste Grüße aus der Oberlausitz





hallo herr fröhlich;
wir möchten gern wissen, wer dies behauptet, dass in den außenwänden keine hohlräume sein sollen;
hohlräume heist leicht - leicht entspricht wärmeschutz; nur noch zur erläuterung: massiv ist schwer - schwer entspricht schallschutz;
dennoch muss ich herrn Mühle recht geben, ob ein Mauerwerk nach heutigem stand auch so eingestellt, dass es nur funktioniert, wenn alle details und anschlüsse aus dem gleichen Material sind) sinnvoll als ausfachung eines fachwerkgebäudes zu sehen ist; es gibt eine ganze menge alternative baustoffe hierfür; jedoch wie schon in einigen anderen beiträgen von uns erwähnt, können wir ohne genauere angaben, daten, etc. keine ausführungshinweise geben, da wir nicht sehr viel von ferndiagnosen halten!
hoffe ihnen ein wenig weiter geholfen zu haben; schöne grüsse aus würzburg



Poroton – Holräume in Außenwänden / Antwort in eigener Sache



Hallo Herr Mühle, Hallo Herr Greb, vielen Dank erst einmal für Ihre Antworten. Zuerst einmal zu dem eher theoretischen Aspekt der Hohlräume. Ich zitiere aus W. Lenze, Fachwerkhäuser, Fraunhofer IRB Verlag, 2001, Seite 99: „Danach soll der Außenwandaufbau homgen, hoch atmungsaktiv und hohlraumfrei sein. Lochziegel jeder Art und harte Klinker sind deshalb ungeeignet, weil sie diese Bedingungen nicht erfüllen. Sie behindern oder unterbinden die Atmungsfähigkeit der Wand. Geeignet sind dagegen weiche Vollziegelsteine. Sie erfüllen die Bedingungen für den Außenwandaufbau einer Fachwerkwand. Die Ziegel sollten mit einem reinen Weißkalkmörtel (MG I) oder mit einem Lehmmörtel in die Gefache gemauert werden.“ (Zitat Ende).

Persönlich befinde ich mich noch in einer intensiven Informations-Such-und-Sammelphase. Jetzt, wie aber auch später kann und darf ich aber von niemandem erwarten, ferndiagnostisch Ausführungshinweise zu geben. Herr Greb, hier muß ich Ihnen uneingeschränkt und branchenübergreifend Recht geben – da kommt fast immer nur Blödsinn raus. Wir sind uns doch wohl alle einig, daß z.B. zementhaltige Baustoffe am Fachwerk – zumindest in Holznähe, sprich in Ausfachungen – nichts zu suchen haben. Meine Frage läßt sich vor diesem Hintergrund dann auch noch weiter reduzieren auf die Fragen: „1. POROTON – grundsätzlich JA oder NEIN? 2. Falls JA: Welche Einschränkungen gibt es da – also das berühmte JA aber? (Und es gibt mit Sicherheit welche!!!).
Wenn ich als Bauherr eine Entscheidung zu treffen habe, möchte ich auch persönlich und inhaltlich dahinterstehen und nicht nur die externe Entscheidung eines (Vermeintlichen) Experten abnicken. Ich habe in den vergangenen Jahren rund ums Fachwerk eine Menge Blödsinn gehört und viel Pfusch gesehen – auch an meinem eigen Haus. Insofern bin ich erst einmal skeptisch. Ich bin noch nicht lange Mitglied in diesem Forum, habe aber hier das Gefühl bekommen, Dinge ehrlich diskutieren zu können und das Architekten mehr sein können als nur Kistenmacher. Herr Mühle, ich hatte Ihnen bereits an anderer Stelle gesagt, daß ich Ihre Ausführungen bezüglich Lehm voll und ganz verstehe, akzeptiere und grundsätzlich unterstütze. Könnte ich ohne Beachtung irgendwelcher Nebenbedingungen (Kosten, vorhandene Strukturen, Recycling vorhandenen Materials etc.) bauen/ entscheiden – ich würde sofort Lehm nehmen.

Ich kann mir gut vorstellen, daß diese POROTON-Frage auch für andere Bauherren von Interesse sein könnte. Ist es nun erfolgreicher Lobbyismus, wie Herr Mühle schreibt, oder ist dieser Baustoff doch einsetzbar, wie ich – zwischen den Zeilen gelesen – der Antwort von Herrn Greb entnehme. Ich hoffe, die Diskussion geht noch munter weiter. Liebe Grüße aus der Löwenstadt BS.



Wandaufbau/Hohlräume/Poren/Dimensionen von...



Lieber Herr Fröhlich, haben Sie M. Gerner, Schäden an Fachwerkfassaden, auch Fraunhofer IRB Verlag (ich glaube 1999 - hab´s gerade nicht dabei)? Da werden spezielle Ziegel zum Ausmauern genannt, die zu entsprechenden Holzleisten (für einen guten Anschluss) an den Innenseiten der Gefache passen. Wenn ich mich recht erinnere, waren das (fein)porige Ziegel. Wahrscheinlich ist die Dimension der Hohlräume ein entscheidender Faktor und es gibt mal wieder, wie so oft im richtigen Leben, nicht nur Schwarz und Weiß. Ich schreibe das gerade nur so aus dem Bauch als Anregung, dort doch mal nachzulesen... Viele Grüße



Lauterbacher Poroton-Fachwerksteine



mit fabrikmäßiger Nut (Ziegelrohdichte 1,2kg/dm3) waren das, a.a.O. auf Seite 115. Das Buch ist von 1998 (ISBN3-8167-4690-X). Da diese Ziegel vom ZHD (www.propstei(oder probstei?)-johannesberg.de) mitentwickelt wurden und wir dort bislang gute Erfahrungen gemacht haben, würde ich sie in die engere Wahl ziehen.



POROTON – Rückantwort auf Herrn Bruehne



Hallo Herr Bruehne, Vielen Dank für Ihren Hinweis. Ich hatte bei Gerner auch bereits diese Empfehlung (Lauterbacher) gelesen und mir daraufhin von Herstellern auch Info-Material schicken lassen. Leider wurden darin bisher die gen. Ziegel mit keinem Wort erwähnt. Alles dreht sich m.E. um die immer wieder ausgelobten Hochloch-Planziegel, die im Dünnbrett-Verfahren verarbeitet werden. Diese Art würde im Fachwerk die sog. starre Scheibe bilden und sollten somit ausgeschlossen werden. Vielleicht habe ich bisher aber auch nur die Neubau-orientierten Hersteller angeschrieben.

Erkenntnis. POROTON ist nicht gleich POROTON, und alle Hersteller haben wohl unterschiedliche Programme.



Jau - dat kenn ich



Wenn man durch die Löcher der Poroton-Ziegel ins Freie schauen kann, sind sie falsch herum eingebaut! Diese Information gab mir ein Bekannter (leider erst ziemlich spät - war schon mit eineinhalb Geschossen fertig).
Habe dann alle Steine nochmal ausbauen und um 90Grad gedreht wieder einbauen müssen - das war vielleicht eine Scheissarbeit. Aber na, ja! Plötzlich ist auch der Durchzug verschwunden!