Porenbeton im Fachwerkhaus

21.08.2008


Wie ich in einem Nachbarort gesehen habe werden dort marode Fächer bzw. Schwellen und andere Balken durch Porenbetonsteine ersetzt und das Ganze dann verputzt.

Was ist von einem solchen Verfahren zu halten ? Handelt es sich um eine "fachgerechte" Sanierungsmaßnahme ?



Porenbeton in den Gefachen



Hallo Herr Pelzer,

Bei Gefachen eher nicht. Porenbeton lässt sich zwar leicht zuschneiden und wird deshalb gerne verwendet – aber das war es schon. Zwischen Ausfachungen und Hölzern gibt es ein gewisses Zusammenspiel. In die Konstruktion eindringende Feuchte (von innen und von Außen) soll möglichst schnell wieder abgeführt werden. Die "Flussrichtung" sollte hierbei immer vom Holz weg zur Ausfachung gehen.
Da bei einer Lehmausfachung unter funktionierenden Bedingungen das enthaltene Wasser schneller abgegeben werden kann als das oft ganz oder teilweise unter Verschluss stehende Holz stimmt hier die Richtung die das Wasser einschlägt. Je größer die homogen am Holz anliegende feinporige Fläche, desto schneller ist das Wasser dort wo es hingehört => raus. Ein Porenbeton mit weitaus größeren Poren leistet dies bei weitem nicht und bindet die Feuchtigkeit länger.

Wasser wird in einem Bauteil kapillar transportiert Bei unterschiedlichen Porengrößen wird dieser Transport unterbrochen bzw. behindert. Wasser in der Konstruktion wird zum Mörtel wandern, also länger am Holz anliegen. Ein Abtransport geschieht viel langsamer und wahrscheinlich nicht ausreichend.
Wenn jetzt noch Zement mit im Spiel ist sollte man den Bausparvertrag aufstocken.

Eine funktionierende Ausfachung ist z. B. Feldbrandziegel mit Lehm, wenn verputzt werden soll mit einem offenporigen Putz auf Kalkbasis. Kellenschnitt

Absolut nicht geht: Zement-, Kunstharzputze, Klinker, Kunstharzfarbe und Silikone ....

Bei Schwellen und Balken schon gar nicht! Wie oben beschrieben wird die noch intakte Holzkonstruktion solange mit in Mitleidenschaft gezogen werden, bis alles aus Porenbeton gemauert sein wird. Den kann man dann aber doch wenigstens bedenkenlos überputzen.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Porenbeton im Fachwerkhaus



Hallo Herr Pelzer,

Das was Sie gesehen haben ist eine Schandtat an der Baukultur!
Nicht nur das.
Sie haben die Vorbehandlung, die Verputzarbeit und das Anstreichen nicht gesehen; welche Materialien verarbeitet wurden...
Orientieren Sie sich natürlich; Hlz, Stein, Kalk...

Mit freundlichen Grüßen

Mladen Klepac





Sehr geehrter Herr Pelzer,
die fachgerechte "Sanierungsmaßnahme" sollte dann in den nächsten Jahren folgen. Hoffentlich nicht zu spät. Die von Ihnen beschriebenen Porenbetonsteine wurden gerne in den 80ern und auch noch in den 90ern für Ausfachungen benutzt.
In den letzten Jahren begegnen sie mir im FW kaum noch.
Ich dachte, mittlerweile hätte auch hier, bei der Heimwerkerschaft, eine Sensibilisierung statt gefunden. Werden denn sämtliche fehlende Hölzer (Schwellen etc.) durch Porenbetonsteine ausgetauscht? Diese weisen doch gar nicht die nötige Druckfestigkeit auf, um einzelne Drucklasten von Ständern aufzunehmen. Haben sie mal Fotos gemacht? Ich würde ja gerne mal wieder so etwas sehen!
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies