Plisterdecke zwischen Keller und Erdgeschoss

18.01.2015 JBW



Hallo liebe Fachwerk-Freunde!
Ich bin der Jan-Bernd und wohne mit meiner Familie im schönen Münsterland, wo wir einen Bauernhof bewirtschaften, zu dem auch ein altes Wohngebäude gehört. In diesem sind wir zur Zeit mit der Renovierung eines unterkellerten Raumes im Erdgeschoss beschäftigt. Der Fußboden dieses Zimmers besteht im Original aus massiven Eichenbalken, zwischen denen eine Plisterdecke aus strohumwickelten und von unten mit Lehm bestrichenen Holzstäben eingespannt ist. Auf der Plisterdecke besteht eine ca. 1-2cm dicke, kalkartige Mischung. Den eigentlichen Fußboden bilden darüber ca. 3cm starke Eichenbohlen. Die letzten 60 Jahre war auf diese ein Bretterboden aus Nadelholz genagelt, den wir bereits entfernt haben. Der unter dem Zimmer liegende Keller ist wie auf dem Bild zu erkennen altersgemäß feucht, und die Plisterdecke hat an einigen Stellen bereits darunter gelitten. Das Loch auf dem Bild ist so alt wie der ehemalige Nadelholzbeschuss; dort wurden Eichenbohlen und Plisterdecke damals entfernt, um Platz für Rohrleitungen zu schaffen. Die Plisterdecke wurde dort durch Glaswolle ersetzt, die von unten mit Styrodurplatten gestützt wird.

Unser Ziel ist es, einen nach unten hin wärmetechnisch gut isolierten Raum mit einem ebenen Fußboden zu schaffen. Dabei sollen die schiefen, und aufgrund der vielen Nägel auch leider nicht mehr ansehnlichen Eichenbohlen einem Furnierboden weichen.
Meine Frage ist nun, wie man dafür am besten eine geeignete Unterkonstruktion schaffen kann. Erster und einfachster Gedanke war es, die lädierte Plisterdecke zu entfernen, die Eichenbalken von unten mit OSB-Platten zu versehen und die Zwischenräume der Balken mit Glaswolle zu isolieren, auf den Balken dann wiederum eine Ebene mit OSB-Platten.

Unsere Bedenken wären hierbei allerdings:
1. Die Feuchtigkeit: Ich könnte mir vorstellen, dass die Plisterdecke zuvor noch einen gewissen Feuchtigkeitsaustausch mit dem darüber liegenden Zimmer ermöglichte, der durch OSB-Platten völlig unterbunden würde, worunter die Kellerwände noch mehr als ohnehin schon leiden würden

2. Die Originalität: In der Plisterdecke sehe ich schon eine gewaltige Menge Handarbeit und auch Handwerkskunst, die man nicht leichten Herzens abreißt.

Dazu muss allerdings noch gesagt werden, dass eine gute Wärmeisolierung des Bodens eine große Rolle spielt; Zuvor war das Zimmer im Winter trotz Heizens immer eisig, und das soll sich nun ändern!



von unten



Und das ganze noch einmal aus anderer Perspektive :)

Ich freue mich schon auf eure Antworten und bin für jeden hilfreichen Kommentar dankbar!

Gruß,
Jan-Bernd